Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
AdventskätzchenAdventskätzchen

Adventskätzchen

Die schönsten Geschichten zum Fest

Taschenbuch
€ 10,00
Taschenbuch
€ 8,00
€ 10,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
In Kürze wieder lieferbar
€ 8,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
Jetzt kaufen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Adventskätzchen — Inhalt

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn, klingt des Schlittenglöckleins Ton … 24 berühmte Autorinnen und Autoren von Margaret Atwood und Haruki Murakami bis zu Patricia Highsmith und Kurt Tucholsky schreiben über die Adventszeit, vorweihnachtliche Samtpfoten und Winterkätzchen. Ein literarischer Adventskalender, der für jeden Tag eine schnurrend-schöne Katzengeschichte bereithält und so die Wartezeit aufs Fest versüßt. Mit einer Rahmenhandlung von Thommie Bayer.

€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 02.10.2017
Herausgegeben von: Jone Heer
304 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-31193-9
€ 8,00 [D], € 8,30 [A]
Erschienen am 09.10.2012
Herausgegeben von: Jone Heer
336 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-27269-8

Leseprobe zu »Adventskätzchen«

Dreißigster November

Die Handwerker hatten Wort gehalten. Bis auf die Lichtschalter und Türklinken, deren Lieferung sich verzögerte, war alles an seinem Platz und roch nach Neuanfang. Es klang auch nach Neuanfang: das Hallen der Schritte, der blecherne Sound des Radios und meiner Stimme, wenn ich telefonierte oder mit mir selber sprach – das würde sich erst ändern, wenn ich alle Bücher in die Regale geräumt, die Teppiche ausgerollt und die Bilder aufgehängt hätte. Das wollte ich in den nächsten Tagen tun.

Und noch etwas hatte ich mir vorgenommen: Ich [...]

weiterlesen

Dreißigster November

Die Handwerker hatten Wort gehalten. Bis auf die Lichtschalter und Türklinken, deren Lieferung sich verzögerte, war alles an seinem Platz und roch nach Neuanfang. Es klang auch nach Neuanfang: das Hallen der Schritte, der blecherne Sound des Radios und meiner Stimme, wenn ich telefonierte oder mit mir selber sprach – das würde sich erst ändern, wenn ich alle Bücher in die Regale geräumt, die Teppiche ausgerollt und die Bilder aufgehängt hätte. Das wollte ich in den nächsten Tagen tun.

Und noch etwas hatte ich mir vorgenommen: Ich würde einen Weihnachtsbaum aufstellen, keinen riesigen, aber mit allem, was Pflicht war, Kerzen, Kugeln, Strohsternen und einer Spitze. Das war sentimental und kitschig, aber mir egal – der Baum sollte nicht mir gefallen, sondern meiner Tochter.

Zwar wäre es ein Wunder, wenn sie käme, aber Wunder passieren doch gelegentlich. Ich wollte dafür gerüstet sein. Sie hatte als kleines Kind den Weihnachtsbaum mit ihrer Freude überstrahlt, jetzt, als erwachsene Frau, würde sie es vielleicht zu schätzen wissen, wenn ich sie an diese Freude erinnerte.

Es wurde langsam dunkel. Ich schraubte die Glühbirnen fester, um Licht zu machen, und packte die Lebensmittel aus dem Supermarkt in den Kühlschrank. Kochen würde ich mir nichts, ich hatte Brot und Käse und eine vertrauenerweckende Flasche Rotwein – die Uli-Wickert-Mahlzeit, wie das bei mir hieß –, allerdings nicht ganz stilecht, denn der Wein, ein Negroamaro, und der Käse, ein Taleggio, stammten aus Italien. Bei Wickert kämen die aus Frankreich, wie alles, was er beim Zelebrieren seiner Lebensart mit kokett geschürzter Lippe anpreist.

Meine erste Nacht in der neuen Wohnung. Alles Lebenswichtige war installiert, Stereoanlage, Espressomaschine, Kühlschrank, Herd und Fernseher, aber den würde ich nicht anschalten, nicht heute Abend, ich würde Musik auflegen, vielleicht Gianmaria Testa, und den Computer aufbauen und einrichten, dann meine CDs einräumen, vielleicht die E-Mails abholen, vielleicht sogar die eine oder andere davon beantworten und dann beschwingt oder sediert vom Wein ins Bett gehen und zum ersten Mal hier einschlafen. Vor dem Fenster fiel Schnee.

Es war dann doch nicht Testa, nach dem ich zu lange hätte suchen müssen, weil die vier Umzugskartons mit CDs so gepackt waren, dass ich alles annähernd alphabetisch wieder herausholen konnte – mir kam ein Album von Laurie Anderson in die Finger, das perfekt zum Klang der leeren Räume passte: Strange Angels. Es passte auch perfekt zu den Schneeflocken draußen, die immer dicker wurden und mir das Gefühl gaben, ich würde mitsamt dem Häuschen eingepackt und vom Rest der Welt isoliert.

Die Musik war längst verklungen – ich hatte keine weitere mehr aufgelegt –, als der Computer endlich lief und Drucker, Router, Internet angeschlossen waren. Ich hatte die ganze Zeit vor mich hin geplappert und Laurie Andersons schönstes Album als Kulisse missbraucht. Der Schnee lag inzwischen schon zwei oder gar drei Zentimeter hoch. Ich probierte noch aus, ob mein Mail-Account funktionierte, las die Mails aber nicht mehr – es waren ohnehin fast nur die üblichen Newsletter, Werbemails und Belästigungen.

Der Wein würde mir noch morgen Abend reichen. Nur die ersten beiden Gläser hatten wirklich gut geschmeckt, das dritte ließ ich halb voll stehen, bis ich alle Lichter löschte, die Flasche wieder verkorkte, das Glas ausgoss und in die Spülmaschine stellte, eine dicke Kerze ausblies, die im Flur unbeachtet vor sich hin geflackert hatte, und mein frisch bezogenes Bett im frisch bezogenen Haus einweihte.

Das Licht der Straßenlaterne, gemildert durch den noch immer fallenden Schnee, ließ das Zimmer wie eine Bleistiftzeichnung aussehen. Ich war zu müde, um diesen Anblick noch lange zu genießen.


Erster Dezember

An den Morgenmantel hatte ich nicht gedacht. Ich musste drei Kartons durchsuchen, bis ich ihn endlich fand, ein ehemaliges Prachtstück aus Rohseide, das mittlerweile aber schon so viel vom Leben (meinem Leben allerdings nur) gesehen hatte, dass sein Zustand allenfalls noch Rührung auslösen mochte, aber mir war er lieb und teuer – ich trug ihn seit vielen Jahren –, er war das letzte Geschenk meiner Frau gewesen, bevor sich unsere Familie pulverisiert und mich als das kleinste Stäubchen in eine öde Umlaufbahn geschossen hatte.

Es gab zwar Auswahl im Kühlschrank, aber ich entschied mich für das Adriano-Celentano-Frühstück. Espresso und Zigarette. Das passte in seiner Kargheit zur unfertigen Wohnung. Hätte ich bei meinem Einkauf gestern im Supermarkt an Milch gedacht, dann wäre auch die Serge-Gainsbourg-Variante infrage gekommen, nämlich Milchkaffee und Zigarette, aber so war es auch in Ordnung – es genügte als Statement gegen das winterliche Wetter.

Der Himmel war bleigrau – die Welt da draußen sah jetzt auch wie eine Bleistiftzeichnung aus, nur hier und da koloriert, wenn ein gelbes Verkehrsschild, ein grüner oder blauer Fensterladen oder die nicht verschneite Seite eines Autos farbige Inseln im weißgrauen Einerlei bildete.

Ein halber Meter Schnee war gefallen. Das sah ich, als ich die Haustür öffnete und mir der fast kniehohe Wall entgegenrieselte, sodass ich ihn mit der Kehrschaufel wieder nach draußen schaffen musste. Und noch etwas sah ich: Jemand war hier gewesen. Fußabdrücke, die nur noch Dellen waren, weil es danach noch weitergeschneit hatte, führten zu meiner Tür und wieder zurück. Dazwischen zogen sich Gräben von Delle zu Delle.

Ich hatte noch keine Zeitung bestellt, und Milch, die einem am Morgen vor die Tür gestellt wurde, gab es nur noch in Erinnerungsbüchern. Ein Postbote schien mir auch unwahrscheinlich, denn es war kurz vor neun – so früh würde der, zumal an einem solchen Tag, nicht kommen. Außerdem hatte mein Briefkasten noch kein Namensschild. Aber da lag etwas. Ich sah es durch das kleine Fenster im Blech weiß hervorleuchten und holte den Schlüssel, der im Flur auf einer Kommode lag, bis ich das kleine Schlüsselbrett montiert haben würde.

Ein DIN-A4-Umschlag ohne Anschrift, ohne Absender, zugeklebt, groß, zu groß und zu dick für eine Handwerkerrechnung. Vielleicht ein Prospekt, mit dem mir jemand noch irgendein Gerät schmackhaft machen wollte. Oder es kam von einem Nachbarn, der mir irgendwas zum Einzug schenkte.

Ich musste noch einmal Schnee nach draußen schaufeln, bevor ich die Tür wieder schließen konnte. Der Umschlag enthielt Text. Mit Computer geschrieben, ohne weiteren Hinweis, ohne Gruß, ohne Unterschrift, einfach nur Text. Eine Geschichte:

 

Ernest Hemingway

Katze im Regen

Im Hotel wohnten nur zwei Amerikaner. Von all den Leuten, die ihnen auf ihrem Weg in ihr Zimmer auf der Treppe begegneten, kannten sie niemanden. Ihr Zimmer war in der zweiten Etage mit dem Blick aufs Meer und auch auf die öffentlichen Anlagen und das Kriegerdenkmal. In den öffentlichen Anlagen gab es große Palmen und grüne Bänke. Bei gutem Wetter war da immer auch ein Maler mit seiner Staffelei. Maler mochten die Art, wie die Palmen wuchsen, und die leuchtenden Farben der Hotels, die den Gärten und dem Meer gegenüberlagen. Italiener kamen von weit her, um an dem Kriegerdenkmal emporzusehen. Es war aus Bronze und glänzte im Regen. Es regnete. Der Regen tropfte von den Palmen. Wasser stand in Pfützen auf den Kieswegen. Das Meer durchbrach in einer langen Linie den Regen, glitt über den Strand zurück und kam herauf, um sich wieder in einer langen Linie im Regen zu brechen. Die Autos waren von dem Platz beim Kriegerdenkmal verschwunden. Auf der Schwelle eines gegenüberliegenden Cafés stand ein Kellner und blickte über den leeren Platz.

Die junge Amerikanerin stand am Fenster und sah hinaus. Grad unter ihrem Fenster hockte eine Katze unter einem der von Regen triefenden Tische. Die Katze suchte sich so zusammenzuballen, dass es nicht auf sie tropfen konnte.

»Ich geh runter und hole das Kätzchen«, sagte die junge Amerikanerin.

»Ich werd’s machen«, erbot sich ihr Mann vom Bett her.

»Nein, ich hol’s. Das arme Kätzchen da draußen; was es sich anstrengt, um unter dem Tisch trocken zu bleiben.«

Ihr Mann las weiter; er lag am Fußende des Bettes auf die zwei Kopfkissen gestützt.

»Werd nicht nass«, sagte er.

Seine Frau ging hinunter, und der Hotelbesitzer stand auf und verbeugte sich, als sie am Büro vorbeikam. Sein Pult stand ganz hinten im Büro. Er war ein alter und sehr großer Mann.

»Il piove«, sagte die Frau. Sie mochte den Hotelbesitzer.

»Sì, sì, Signora, brutto tempo. Es ist sehr schlechtes Wetter.«

Er stand hinter seinem Pult in der Tiefe des dämmrigen Zimmers. Die Frau mochte ihn. Sie mochte die todernste Art, mit der er alle Beschwerden entgegennahm. Sie mochte seine Würde. Sie mochte die Art, wie er ihr gegenüber immer dienstbereit war. Sie mochte, wie er sich als Hotelbesitzer fühlte. Sie mochte sein altes, schweres Gesicht und seine großen Hände.

Sie mochte ihn, machte die Tür auf und sah hinaus. Es regnete stärker. Ein Mann in einem Gummicape überquerte den leeren Platz zum Café. Rechts um die Ecke musste die Katze sein. Vielleicht konnte sie unter der Dachtraufe trocken bis hin gelangen. Während sie auf der Schwelle stand, öffnete sich hinter ihr ein Regenschirm. Es war das Mädchen, das ihr Zimmer aufräumte.

»Sie sollen nicht nass werden«, sagte sie lächelnd auf Italienisch. Natürlich hatte sie der Hotelbesitzer geschickt.

Das Mädchen hielt den Schirm über sie, während sie auf dem Kiesweg unter ihr Fenster ging. Der Tisch stand da, vom Regen hellgrün gewaschen, aber die Katze war fort. Sie war plötzlich enttäuscht. Das Mädchen sah fragend zu ihr auf.

»Ha perduto qualque cosa, Signora?«

»Da war eine Katze«, sagte die junge Amerikanerin.

»Eine Katze?«

»Sì, il gatto.«

»Eine Katze?«, lachte das Mädchen. »Eine Katze im Regen?«

»Ja«, sagte sie, »unterm Tisch«, und dann: »Ach, ich wollte sie so gern haben. Ich wollte so gern ein Kätzchen haben.«

Als sie englisch sprach, nahm das Gesicht des Zimmermädchens einen verschlossenen Ausdruck an.

»Kommen Sie, Signora«, sagte sie, »wir müssen wieder hinein, Sie werden sonst nass.«

»Vermutlich«, sagte die junge Amerikanerin.

Sie gingen den Kiesweg zurück und überschritten die Schwelle. Das Mädchen blieb draußen, um den Schirm zuzumachen. Als die junge Amerikanerin an dem Büro vorbeiging, verbeugte sich der Padrone hinter seinem Pult. Sie fühlte sich innerlich irgendwie sehr klein und wie zugeschnürt. Beim Anblick des Padrone fühlte sie sich sehr klein und gleichzeitig wirklich wichtig. Einen Augenblick hatte sie ein Gefühl von höchster Wichtigkeit. Sie ging weiter, die Treppe hinauf. Sie öffnete die Zimmertür. George lag lesend auf dem Bett.

»Hast du die Katze?«, fragte er und legte das Buch hin.

»Sie war weg.«

»Wo sie wohl hin sein mag?«, sagte er, während er seine Augen vom Lesen ausruhte.

Sie setzte sich aufs Bett.

 »Ich wollte sie so furchtbar gern haben«, sagte sie. »Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich sie so gern haben wollte. Ich wollte das arme Kätzchen haben. Es ist kein Spaß, ein armes Kätzchen draußen im Regen zu sein.«

George las wieder.

Sie ging hinüber, setzte sich vor den Spiegel ihres Toilettentisches und besah sich in ihrem Handspiegel. Sie besah sich prüfend ihr Profil, erst eine Seite, dann die andere. Dann betrachtete sie ihren Hinterkopf und ihren Nacken.

»Was meinst du, wäre es nicht eine gute Idee, wenn ich meine Haare wachsen ließe?«, fragte sie und besah sich nochmals ihr Profil.

George blickte auf und sah ihren Nacken, der wie bei einem Jungen ausrasiert war.

»Ich mag es so, wie es ist.«

»Ach, ich hab’s so über«, sagte sie. »Ich hab’s so über, wie ein Junge auszusehen.«

George veränderte seine Lage auf dem Bett. Er hatte, seitdem sie redete, nicht von ihr weggesehen.

»Du siehst ganz verteufelt hübsch aus«, sagte er.

Sie legte den Spiegel auf den Toilettentisch, ging zum Fenster hinüber und sah hinaus. Es wurde dunkel.

»Ich möchte meine Haare ganz straff und glatt nach hinten ziehen und hinten einen schweren Knoten machen, den ich wirklich fühlen kann«, sagte sie. »Und ich möchte ein Kätzchen haben, das auf meinem Schoß sitzt und schnurrt, wenn ich es streichle.«

»Wahrhaftig?«, sagte George vom Bett her.

»Und ich will an meinem eigenen Tisch mit meinem eigenen Besteck essen, und ich will Kerzen. Und ich will, dass es Frühling ist, und ich will mein Haar vor dem Spiegel richtig bürsten können, und ich will ein Kätzchen haben, und ich will ein paar neue Kleider haben.«

»Nun hör schon auf, und nimm dir was zu lesen«, sagte George. Er las wieder.

Seine Frau sah aus dem Fenster. Draußen war es jetzt ganz dunkel, und es regnete immer noch in den Palmen.

»Auf jeden Fall will ich eine Katze haben«, sagte sie. »Ich will eine Katze haben. Ich will sofort eine Katze haben. Wenn ich keine langen Haare oder sonst ein bisschen Spaß haben kann, eine Katze kann ich haben.«

George hörte nicht zu. Er las sein Buch. Seine Frau sah aus dem Fenster auf den Platz, wo die Laternen jetzt angezündet waren. Jemand klopfte an die Tür.

»Avanti«,sagte George. Er sah von seinem Buch auf.

In der Tür stand das Zimmermädchen. Sie hielt eine große, schildpattfarbene Katze eng an sich gepresst, die an ihrem Körper herunterhing.

»Verzeihung«, sagte sie. »Der Padrone sagte, ich soll dies der Signora bringen.«

Ich legte die Geschichte auf meinen Schreibtisch. Ich suchte nach einer Büroklammer, um die losen Blätter zusammenzuheften, aber die Schubladen waren noch nicht eingeräumt. Seltsamer Irrläufer. Irgendwer hatte irgendwem diesen Text zukommen lassen wollen und sich in der Adresse geirrt.

Draußen waren jetzt Schneeräumfahrzeuge unterwegs, das Grollen der Dieselmotoren klang matt, aber tröstlich. Zusammen mit den Fußspuren und der fehlgeleiteten Geschichte sagte es mir: Da draußen leben noch Menschen.

Die Trostlosigkeit der Geschichte, die Selbstbezogenheit und Einsamkeit dieses Paares, die Langeweile und Leere, diese Anwandlung von Freundlichkeit, die daraus entstanden war – das alles passte so gut hierher in mein noch nicht angefangenes neues Leben, dass ich mich zusammenreißen musste, um nicht deprimiert zu werden.

Bevor ich mit den CDs weitermachte, die ich am Abend zwar noch ausgepackt, aber nicht mehr eingeräumt hatte, suchte ich die beiden Kartons, die zum Schreibtisch gehörten, und räumte so lange aus und ein, bis ich die Büroklammern fand.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, eine Schneeschippe und einen harten Besen zu kaufen und in Gebrauch zu nehmen, einen John-le-Carré-Lunch zu verzehren (Spiegeleier mit Schinken, Toast und gebratene Tomaten), Teppiche auszurollen und auf rutschfesten Unterlagen auszubreiten, was den Klang der Musik deutlich verbesserte, diesmal war es ein Album von John Renbourn. Später schneite es wieder, und ich musste noch einmal den Gehweg fegen. Dann räumte ich bis in die Nacht CDs und Bücher ein und fiel schließlich ins Bett mit dem Gedanken: Da draußen leben noch Menschen.

 

Inhaltsangabe

30. November 

1. Dezember: Ernest Hemingway, Katze im Regen 

2. Dezember: Teresa Crane, Dieser verdammte Kater  

3. Dezember: Margaret Maron, Das Tier in ihr 

4. Dezember: Lilian Jackson Braun, SuSu und der Acht-Uhr-Geist  

5. Dezember: Margaret Atwood, Unser Kater kommt in den Himmel  

6. Dezember: Christa Schmitt, Tinni-Minni 

7. Dezember: Patricia Highsmith, Der leere Nistkasten 

8. Dezember: Norbert Silberbauer, Findel 

9. Dezember: Marianne Gruber, Gilbert und Sullivan 

10. Dezember: Colette, Saha  

11. Dezember: Haruki Murakami, Herr Nakata  

12. Dezember: Eva Demski, Albumblatt für Adele  

13. Dezember: Philip J. Davis, Wie Thomas Gray zu ihrem Namen kam 

14. Dezember: Werner Koch, Der Heimweg*  

15. Dezember: Regina Henscheid, Viel Zorn  

16. Dezember: Michael Aufhauser, Minki, meine Katze, die täglich duscht  

17. Dezember: Mazo de la Roche, Cat kreuzt die Meere  

18. Dezember: Ann Granger, Der Geist vor dem Kamin  

19. Dezember: Jan D’Lord, Hausbaum  

20. Dezember: James Herriot, Wenn ich an Weihnachten denke  

21. Dezember: Andrea Schacht, Ein unerwartetes Weihnachtsgeschenk  

22. Dezember: Kurt Tucholsky, Brief an einen Kater  

23. Dezember: Axel Eggebrecht, Dasein  

24. Dezember: Thommie Bayer, Adventskätzchen  

Quellenverzeichnis 

 

Der mit einem * versehene Titel stammt von
der Herausgeberin.

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden