Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
50 einfache Dinge, die Frauen über Sex wissen sollten

50 einfache Dinge, die Frauen über Sex wissen sollten

E-Book
€ 6,99
€ 6,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

50 einfache Dinge, die Frauen über Sex wissen sollten — Inhalt

Sex ist Genuss – wenn frau ihn zu genießen weiß: sinnliche Berührungen statt ermüdender Stellungsakrobatik, leidenschaftliche Höhepunkte ganz ohne multiplen Orgas-Muss, lustvolle Nähe statt Leistungsdruck im Bett. Amüsant und kompetent führt Lovecoach Inéz Krebs ihre Leser und Leserinnen durch die Welt der Genusserotik.

€ 6,99 [D], € 6,99 [A]
Erschienen am 12.03.2013
256 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-95922-3

Leseprobe zu »50 einfache Dinge, die Frauen über Sex wissen sollten«

Vorwort:
Warum Sex?

 

Der Mensch ist, von Bonobos einmal abgesehen, so ziemlich das einzige Lebewesen, dem die Natur nicht nur die Fähigkeit mitgegeben hat, sich 365 Tage im Jahr zu paaren – sie hat ihn auch mit dem Verlangen ausgestattet, es zu tun, und mit der Gabe, es zu genießen. Frauen besitzen mit der Klitoris sogar ein eigenes Organ, das keinem anderen Zweck dient als der sexuellen Lust. Mutter Natur (und ihr Schöpfer) haben sich also einiges einfallen lassen, um uns die sexuelle Vereinigung schmackhaft zu machen.
Mit gutem Grund. Denn [...]

weiterlesen

Vorwort:
Warum Sex?

 

Der Mensch ist, von Bonobos einmal abgesehen, so ziemlich das einzige Lebewesen, dem die Natur nicht nur die Fähigkeit mitgegeben hat, sich 365 Tage im Jahr zu paaren – sie hat ihn auch mit dem Verlangen ausgestattet, es zu tun, und mit der Gabe, es zu genießen. Frauen besitzen mit der Klitoris sogar ein eigenes Organ, das keinem anderen Zweck dient als der sexuellen Lust. Mutter Natur (und ihr Schöpfer) haben sich also einiges einfallen lassen, um uns die sexuelle Vereinigung schmackhaft zu machen.
Mit gutem Grund. Denn leidenschaftlicher, erfüllter Sex ist mehr als ein kurzfristiger Rausch der Sinne. Er ist ein ganzheitlicher Wellnessparcours und gleichzeitig das ultimative Powerprogramm für Körper, Geist und Seele.
Als »Medizin der himmlischen Lust« bezeichneten die alten Chinesen den Sex. Ihnen galt sexuelle Aktivität schon immer als probates Mittel zur Lebensverlängerung. Und auch die Hightech-Medizin des 21. Jahrhunderts, die das hochkomplexe Leib-Seele-Netzwerk zu entschlüsseln sucht, ortet Sex als ebenso natürliche wie effiziente Kraftquelle – eine Art »Bio-Medizin« ohne schädliche Nebenwirkungen, bei deren Anwendung man weder Arzt noch Apotheker um Rat zu fragen braucht.
Ersetzt der Mann/die Frau im Bett also den Griff zur Pille? Nicht immer – aber oft genug. Denn die Wirkung von gutem Sex reicht von A (wie Aktivierung) bis Z (wie Zufriedenheit). Sex macht gesund. Wer sexuell aktiv ist, wird seltener krank. So reduziert sich beispielsweise das Risiko tödlicher Herzkrankheiten durch regelmäßigen Sex um bis zu 50 Prozent.
Sex macht glücklich. Beim genüsslichen Paaren wird eine Flut von Wohlfühlhormonen ausgeschüttet, die happy und ein bisschen »high« machen. Der stimmungsaufhellende Effekt dieses Psychococktails hält gut 24 Stunden an. Sex macht schön. Dafür sorgt das verstärkt ausgeschüttete Östrogen. Es verbessert die Regenerationsfähigkeit der Zellen, fördert die Bildung von Kollagen. Das macht die Haut straff, elastisch und faltenfrei. Wer ausdauernd küsst, trainiert zudem seine Gesichtsmuskeln.
Sex macht schlank. Auf der Hitliste der Schlankmacher steht Sex ganz oben: Lustvoller kann man 350 Kalorien in 30 Minuten kaum verbrennen. Vorausgesetzt, man wechselt hin und wieder die Stellung und ist mit vollem Einsatz bei der Sache. Denn schon ein leidenschaftlicher Zungenkuss verbraucht 20 Kalorien!
Sex macht stark. Erotische Aktivitäten können Bodybuilding nicht ersetzen – aber hervorragend ergänzen. 30 Minuten Liebesspiel bringen so viel wie 15 Minuten Fett-weg-Work-out im Studio. Als natürliches Dopingmittel aktiviert Sex beim Mann zudem die Testosteronausschüttung – das lässt die Muskeln wachsen.
Sex macht jung. Frauen mit aktivem Sexleben wirken optisch um fünf bis zehn Jahre jünger. Männer bleiben vor allem innerlich jung: Regelmäßiger Sex hält die Vorsteherdrüse elastisch und schützt vor Prostataproblemen.
Sex macht clever. Liebe mag blind machen – Sex macht jedenfalls schlau und kreativ, weil beim Beischlaf nicht nur die Hormonproduktion, sondern auch die Aktivitäten unserer kleinen grauen Zellen auf Hochtouren laufen. Wer statt Mittagessen ein erotisches Schäferstündchen einlegt, arbeitet danach besser.
Sex macht locker. Lustvoller Sex ist der schnellste Weg zum Stressabbau. Denn die freigesetzten Glückshormone sind wirksame Gegenspieler zu Stresshormonen wie Adrenalin. Gleichzeitig lösen sich nach jedem furiosen Finale auch körperliche Spannungszustände – vom steifen Nacken bis zum Muskelkater.
Sex macht aktiv. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird davon ausgegangen, dass Sex einen Überfluss an Lebensenergie erzeugt und jedes Organ langfristig aktiviert und gestärkt wird. TCM-Experten empfehlen daher ein ausdauerndes Vorspiel, intensive Küsse und leidenschaftliche Umarmungen als ideales Mittel zum Abbau von Energieblockaden.
Sex macht verliebt. Eine heiße Nummer kann zwar keine schlechte Beziehung retten. Doch das Hormon Oxytocin, das beim lustvollen Liebesspiel in großen Mengen ausgeschüttet wird, löst (immer wieder) Verliebtheitsgefühle aus und zaubert »Herzerln« in die Augen.

 

Zehn gute Gründe also, warum Sie sich trotz Alltagsstress Zeit für lustvoll-sinnliche Stunden nehmen sollten. Der positive Effekt tritt allerdings nur ein, wenn der Sex so ist, wie er idealerweise sein sollte: im Auftakt anregend und aufregend, am Höhepunkt befriedigend und erfüllend, im Abgang wohltuend und entspannend.
Wenn das nicht der Fall ist? Dann kann es helfen, dieses Buch zu lesen. Denn guter Sex hat wenig mit Glück zu tun. Dafür umso mehr mit Wissen.
Wie funktioniert mein Körper – wie der meines Partners? Was regt mich an, was törnt mich ab? Welche Wünsche, Sehnsüchte, Bedürfnisse gilt es zu befriedigen? Welche Phantasien wollen ausgelebt werden? Welche Szenarien sollen Kopfkino bleiben? Und wie verwandelt man Liebesfrust (wieder) in Liebeslust?
Mit jeder Antwort, die Sie finden, kommen Sie Ihrem Traum fi von gutem Sex näher. Und machen die schönste Nebensache der Welt zur Hauptsache – zumindest ein paar lustvolle Stunden lang.

 

Meine Lust

 

1 Venuscode oder:
Die Entdeckung der Sinnlichkeit

 

Frauen sind sinnliche Wesen. Mit einem fast unerschöpflichen Potential, Lust zu geben – und Lust zu empfangen. Zu verführen – und sich verführen zu lassen. Erotische Begegnungen zu inszenieren – und erotische Momente auszukosten.
Die gewaltige Genuss- und Liebesfähigkeit, die in den meisten Frauen steckt, entfaltet sich allerdings nicht von selbst. Sie will entdeckt und zum Leben erweckt werden.
Was leichter gesagt ist als getan. Denn die »innere Venus« hat einen Hang zum Versteckspiel. Benannt nach der römischen Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit ist sie ein metaphorisches Bild für unsere sinnlichen, lustvollen und leidenschaftlichen Seiten.
Sie ist der Teil in uns, der für erotische Ausstrahlung sorgt und für Sexappeal. Der Lust aufs Flirten macht und es erregend findet, erotische Literatur zu lesen oder pikante Filme zu sehen. Sie lässt unser Herz klopfen, wenn der Blick an einem attraktiven Mann in knallengen Jeans hängen bleibt, und Schmetterlinge im Bauch fliegen, wenn dem Blick eine Berührung folgt. fl Der inneren Venus verdanken wir die Fähigkeit, uns einem geliebten Menschen hinzugeben. Und das Vergnügen daran, Sex als »l’art pour l’art« zu genießen.
Manche Frauen kommen schon früh in Kontakt mit ihrer inneren Venus. Sie haben das Glück, ihren Körper zu mögen und im lustvollen Spiel mit sich selbst und anderen herauszufinden, fi was sie erregt und was ihnen gut tut. Für sie sind Sex und Sinnlichkeit Schwestern, die Hand in Hand gehen. Weil sie selbstbewusst genug sind, sich dem Leistungsdruck im Bett nicht zu unterwerfen. Und damit die Ausnahme von der Regel bleiben.
Denn bei den meisten Frauen paart sich Lust mit Frust. Bevor wir entdecken, wie genussvoll Sex sein kann, wenn wir nur tun, was wir auch wirklich tun wollen, stolpern wir über gesellschaftliche Normen. Und über unsere eigenen, überzogenen Ansprüche.
Statt zu fragen: »Was will ich?«, fragen wir: »Was wird von mir erwartet?« Statt auf unser Bauchgefühl zu hören und seine Signale zu respektieren, orientieren wir uns an unerreichbaren Vorbildern in Hochglanzmagazinen. Statt eigene Maßstäbe zu entwickeln, lassen wir uns von widersprüchlichen Vorgaben unter Druck setzen. Allzeit bereit sollen wir sein – aber Sex schon beim ersten Date ist ein Tabu. Unseren Körper sollen wir in Szene setzen – aber erst wenn Diäten, Problemzonentraining und notfalls auch eine Schönheitsoperation Wirkung gezeigt haben. Multiple Orgasmen sollen wir produzieren – aber gleichzeitig als Hausfrau, Mutter und Familienmanagerin funktionieren.
Kein Wunder, dass angesichts dieser konträren Erwartungen die Lust am Frausein oft abhanden kommt und die innere Venus auf Tauchstation geht.
Andererseits hatten es Frauen noch nie so leicht wie heute, ihre Sinnlichkeit zu erforschen und auszuleben. Zumindest in unseren Breiten sind die Zeiten, in denen »anständige« Frauen keinen guten Sex haben durften – und den »Unanständigen« das Leben schwer gemacht wurde –, längst passé. Was Puristen noch vor zwanzig Jahren die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte, ist heute gang und gäbe. Warum sollte es ausgerechnet für Frauen kein Leben nach der Missionarsstellung geben? Warum sollten gerade die Sinnbilder der Sinnlichkeit nicht durch visuelle, haptische und olfaktorische Sinneseindrücke erregbar sein? Und warum sollten Frauen dem Reiz des Verbotenen leichter widerstehen als Männer, wo sie doch nicht einmal die Finger vom Apfel am Baum der Erkenntnis lassen konnten?
Zugegeben: Aller Anfang ist schwer. Doch um den großen Konfuzius zu zitieren (auch wenn dieser andere Assoziationen gehabt haben mag): Der Weg ist auch beim Erkunden der eigenen Sinnlichkeit das Ziel. Die langsame Verwandlung in eine leidenschaftlich-lustvolle Frau steht als Belohnung in Aussicht. Und Sex, der Erfüllung bringt, als ein langfristiger Gewinn.
Und welchen Einsatz gilt es dafür zu leisten? Vor allem Zeit – und Ehrlichkeit zu sich selbst. Letzteres kann wehtun. Denn obwohl wir in einer megaerotisierten Welt leben, in der uns nackte Tatsachen von jeder Kioskwand ins Auge springen, reden wir lieber über den Sex der anderen, als unsere eigenen sexuellen Wünsche und Bedürfnisse auszuloten.
Doch der Weg nach vorne erfordert einen Blick zurück. Welche Vorstellungen, Normen und Tabus über Sexualität habe ich von zu Hause mitbekommen? Welche davon habe ich ungefragt übernommen? Wer hat mein Selbstverständnis als Frau geprägt? Mit welchen Selbstzweifeln und Ängsten kämpfe ich, wenn es um die Erforschung meines Körpers geht? Und last, but not least: Welchen Stellenwert hatte Sex bisher in meinem Leben? War er ein Liebesbeweis? Ein Zeichen für Intimität? Eine Pflichtübung? Oder ein lustvolles Vergnügen? fl
Im Kopf sind die Antworten meist schnell gefunden. Doch die innere Venus lässt sich nicht mit dem Intellekt wecken. Um Sinnlichkeit zu entwickeln, müssen alle Sinne zum Einsatz kommen. Und das heißt für viele von uns: Zurück an den Start! Denn es ist nie zu spät, den eigenen Körper neu zu entdecken. Ihn mit Wohlwollen zu betrachten, statt nur die Schwachstellen zu sehen. Herauszufinden, welche Berührungen die Lust wefi cken, welche Phantasien sich als Türöffner ins Reich der Sinneff erweisen. Und welche Tabus gebrochen werden müssen, um die Erregungskurve steil ansteigen zu lassen.
Denn selbst sexuell aufgeschlossene Frauen geben unumwunden zu: Trotz aller Offenheit und Toleranz versteckt sichff im Hinterkopf der meisten doch ein prüder Sittenwächter, der einem den Spaß an der Freude verdirbt. Der für Irritation sorgt, wenn sich der Körper von Dingen provozieren lässt, die der Verstand eigentlich ablehnt. Und der das altmodische Bild von der »anständigen« Frau ausgerechnet dann aufblitzen lässt, wenn man den Mut gefunden hat, die eigenen Grenzen auszuloten – und zu überschreiten.
Umso besser, dass die innere Venus ganz eigene Vorstellungen von dem hat, was sie abtörnt – und von dem, was sie erregt. Schöne Wäsche beispielsweise mit einem Hauch von Unanständigkeit. Korsett und Strapse in weinrot. Ein Spitzenhöschen, »ouvert«. Oder, schon frecher, eine Lederkorsage. Probiert wird dann heimlich, vor dem Spiegel. Und plötzlich blickt eine andere Frau aus dem Rahmen. Sinnlich, lasziv – und ein kleines bisschen frivol. Gerade so viel, dass das Herz zu klopfen beginnt und sich im Bauch eine kribbelnde Hitze ausbreitet. Eine Hitze, die zu Kopf steigt. Und Lust macht auf mehr.
Wie zufällig landet dann erotische Literatur am Nachtkästchen. Oder ein anregender Film im DVD-Player. Der Venuscode lässt sich damit noch leichter entschlüsseln. Denn die Lust an Wort und Bild kennt keine Grenzen außer denen, die frau sich selber setzt.
Zur Entdeckung der eigenen Sinnlichkeit gehört für viele Frauen auch die Erfahrung, dass sich Emanzipation und Hingabe nicht ausschließen. Dass sich eine selbstbewusste, erotisch wache Frau nicht zwischen Intellekt und Leidenschaft entscheiden muss. Weil das eine dem anderen nicht im Weg steht.
Die amerikanische Schriftstellerin Betty Rollin brachte die Sache auf den Punkt: »Wenn du an der Oberfläche einer Femiflnistin kratzt, kommt darunter in den meisten Fällen eine Frau zum Vorschein, die nichts dagegen hat, ein Sexobjekt zu sein. Der Unterschied ist nur, dass das nicht alles ist, was sie sein will.«
Das Vergnügen daran, sich fallen zu lassen, setzt Vertrauen voraus. Vertrauen in den Partner, aber vor allem Vertrauen in den eigenen Körper, in die eigene Sinnlichkeit, in die eigene Lust. Das schaffen nur Frauen, die mit ihrer inneren Venus inff ständigem Dialog stehen. Die ihren Körper mögen und die Vielfalt ihres Begehrens kennen. Die ihr sexuelles Potential ebenso ausgelotet haben wie ihre emotionalen Höhen und Tiefen. Und die genau wissen, wie lange sie die Zügel fest in der Hand halten müssen und wann es Zeit ist, loszulassen – und einfach zu genießen.

 

2 Schatztruhe oder:
Die Attribute der Weiblichkeit

 

Manchmal genügt eine einzige Szene, um einen Film unvergesslich zu machen. So in der Komödie Die grünen Tomaten, die 1991 zum Überraschungshit der US-amerikanischen Sommersaison wurde. Ein Dutzend Südstaatenfrauen nehmen da an einer Art Selbstfindungskurs teil und werden von der Semifinarleiterin aufgefordert, ihre Höschen auszuziehen und ihre intimsten Teile mit Hilfe eines Handspiegels etwas genauer zu betrachten. Die Hauptdarstellerin flieht in hellem Entsetzen – fl und bestätigt damit einmal mehr das Klischee von der prüden Amerikanerin.
Es darf allerdings vermutet werden, dass Spiegel auch hierzulande für solche Zwecke nicht allzu oft zum Einsatz kommen. Während Männer mit ihrem »besten Stück« einen überaus vertrauten Umgang pflegen, wissen auch diesseits des Atlantiks fl viele Frauen nicht, wie ihr Klitoris, ihre Schamlippen und der Eingang zu ihrer Vagina wirklich aussehen. Ganz zu schweigen davon, dass sie wüssten, wie sich ihr zentrales Liebes- und Lustorgan in unterschiedlichen Erregungszuständen anfühlt, wie es riecht oder schmeckt.
Das »da unten« bleibt nicht nur unentdeckt – es bleibt sehr oft auch unbenannt. Vagina klingt medizinisch steril und bezeichnet nur die Scheide. Vulva, der korrekte Ausdruck für die Gesamtheit der äußeren Geschlechtsorgane vom Venushügel bis zum Damm, ist im deutschsprachigen Raum kaum geläufig. Die Schamlippen werden höchst selten explizit genannt, und die Klitoris wird meist zum »Kitzler« degradiert.
Zugegeben, so klangvolle Namen wie »Jadegrotte«, »dunkle Perle«, »die Entzückende« oder »das Leckermäulchen«, wie Asiaten und Orientalen das weibliche Zentrum der Lust nennen, klingen in unseren Ohren etwas schwülstig. Aber immer noch besser als Muschi und Möse oder die unzähligen umgangssprachlichen Bezeichnungen, die oft so vulgär und obszön sind, dass sie nur wenigen Frauen locker über die Lippen kommen.
»Wenn deine Vagina sprechen könnte, was würde sie sagen?«, fragt Eve Ensler in ihren berühmten Vagina-Dialogen, die 1996 erstmals in einem Off-Broadway-Theater aufgeführt wurffden und seither weltweit für ausverkaufte Vorstellungen sorgen. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Stars von Melanie Griffith ffi und Alanis Morisette über Winona Ryder und Whoopi Goldberg bis zu Iris Berben, Hannelore Elsner und Sonja Kirchberger bereits die Hymne auf das »V-Wort« sangen.
Was hätten sie uns zu sagen, Vagina und Vulva? Zunächst einmal, dass sie einzigartig sind. Eine Tatsache, die den meisten Frauen gar nicht bewusst ist. Doch so wie es keine Norm gibt, was die Größe und Form der Brüste betrifft, so gibt es auch keineff Norm bei den genitalen Attributen der Weiblichkeit.
Der kleine große Unterschied beginnt schon bei der Klitoris, die sich – wie der männliche Penis – in tausendundeiner Farbe, Form und Größe präsentiert. Auch die inneren Schamlippen, das Pendant zum Mund, können üppig sein wie Blütenblätter oder im wahrsten Sinn des Wortes schmallippig. Ihre großen Schwestern sind bei manchen Frauen kaum ausgebildet, bei anderen umso stärker. Und was die Vagina betrifft, so wussteff man in anderen Kulturen schon sehr früh über die unterschiedlichen Formen Bescheid. Ob in den chinesischen und japanischen Schriften der Liebeskunst oder den Liebeslehren indianischer Völker, ob im indischen Kamasutra oder in seinem arabischen Pendant, The Perfumed Garden: Überall gibt es Typologien der »acht Täler der Lust« mit genauen Beschreibungen der anatomischen Merkmale. Und der besten Mittel und Wege, um sie wirkungsvoll zu stimulieren.

Inéz Krebs

Über Inéz Krebs

Biografie

Ursula Inéz Krebs ist freie Autorin für (Frauen-)Magazine und Kommunikationstrainerin mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungsmanagement. Sie beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit den Themen Erotik und Sexualität und veranstaltet als »Lovecoach« Seminare für Singles und...

Inhaltsangabe

Inhalt

Vorwort: Warum Sex?

Meine Lust

1 Venuscode oder:Die Entdeckung der Sinnlichkeit

2 Schatztruhe oder: Die Attribute der Weiblichkeit

3 Spiegelbild oder: Bin ich sexy – bin ich schön?

4 Genusspunkte oder: Immer wenn ich mich berühre …

5 Sternstunden oder: Klitoral, vaginal? Ganz egal!

6 Traumzeit oder: Sex mit George Clooney

7 Lustlegenden oder: Sind alle Frauen nymphoman?

8 Regeltage oder: Was tun, wenn Tante Rosa kommt?

9 Familienplanung oder: Liebe ohne Folgen

10 Wechseljahre oder: Geht die Libido in Rente?

Seine Lust

11 Größenordnung oder: Das beste Stück am Mann

12 Körpermythen oder: Sind Glatzköpfe die besseren Liebhaber?

13 Body-Check oder: Entdeckungsreise zu seinen erogenen Zonen

14 Handarbeit oder: Sex an und für sich

15 Kopfkino oder: Im Land der feuchten Träume

16 Blitzstart oder: Nicht so schnell, Mann!

17 Standvermögen oder: Doping für die Liebe

18 Verhütungsmittel oder: Sicher ist sicher!

19 Bordsteinschwalben oder: Mann auf Freiersfüßen

20 Cybersex oder: Die Last der virtuellen Lust

Unsere Lust

21 Maßstab oder: Intimer Blick unter die Bettdecke

22 Erotikknigge oder: Muss Sex politisch korrekt sein?

23 Premierenfieber oder: Was heißt schon »gut im fi Bett«?

24 Wonneworte oder: Let’s talk about Sex

25 Lippenbekenntnisse oder: Die Kunst des Küssens

26 Streicheleinheit oder: Erotikfaktor Kuschelsex

27 Stellungswechsel oder: Ein Lob den Missionaren

28 Rollenspiel oder: Erotik à la carte

29 Oralsex oder: Gekonntes Zungenspiel

30 Poleposition oder: Die Kehrseite der Lust

31 Paardynamik oder: Wer einzeln kommt, kommt doppelt gut

32 Liebesmagie oder: Wenn Aphrodite zum Kochlöffel greift

33 Spielzeug oder: Die kleinen Helfer der Lust

34 Bilderreigen oder: Pornografische Erregung

35 Bettgeflüster oder: Das Einmaleins des Dirty Talk

36 Liebeslehren oder: Die Kunst des Begehrens

37 Solonacht oder: Schnelle Nummer One-Night-Stand

38 Seitensprung oder: Die Lust an der Abwechslung

39 Risikomanagement oder: Keine Chance für Aids & Co.

40 Seniorensex oder: Nach tausend Schuss ist längst nicht Schluss

Lustverlust

41 Libidokiller oder: Was stört die Lust?

42 Stressfaktor oder: Tote Hose im Himmelbett

43 Sexaskese oder: Liebeslust? Nein danke!

44 Babybauch oder: Leidenschaft hoch drei?

45 Elternbett oder: Warte bis es dunkel wird …

Spezielle Gelüste

46 Grenzgang oder: Spiele zwischen zart und hart

47 Lustschmerz oder: Im Labyrinth des Eros

48 Fetischchic oder: Von High Heels, Lack und Leder

49 Bisexualität oder: Erotik der Ambivalenz

50 Gruppensex oder: Ist drei schon eine(r) zu viel?

Zu guter Letzt: Empfehlungen …

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden