Buchtipps Frühling 2016
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Buchtipps aus dem PIPER Verlag

Auf diese Bücher freuen wir uns 2016

Dienstag, 02. Februar 2016 von Piper Verlag


Buchempfehlungen für den Frühling

Die Leipziger Buchmesse steht bald wieder vor der Tür und mit ihr startet auch der Bücherfrühling. Unsere Kollegen haben uns verraten, auf welche Bücher sie sich 2016 besonders freuen:

Ein spannendes Debüt

Ein kleiner bayerischer Kurort  als geheimes Zentrum des Universums? Elefanten, die sich im Wald treffen und Hunde, die sich in eine Schuhputzmaschine verlieben? Das klingt ziemlich skurril.

Aber all diese Kuriositäten stehen im Mittelpunkt von Kristina Schilkes Prosadebüt, zusammen mit zwei junge Menschen, die ihre Liebe für Amphibien teilen, Mutigen und Träumern. Über sie erzählt die Autorin keineswegs Phantastisches, sondern die Wahrheit der Welt mit all ihrer Schönheit und Widersprüchlichkeit. Ich bin gespannt, wie Schilke diese Begegnungen in ein literarisches Umfeld bringt und mit welch Absurditäten sie mich beim Lesen noch überraschen wird.

Ein Geschenktipp von Sophie Liebau, Art Direction

Eine Reise, die Gegenwart und Vergangenheit verbindet

Am 1. März erscheint Pierre Jarawans Debütroman »Am Ende bleiben die Zedern«, das Buch in diesem Frühjahr auf das ich schon sehnsüchtig warte, um es allen Freunden, Bekannten und Familie ans Herz zu legen.

Samir, der nach der Flucht seiner Eltern während des Libanon-Krieges in Deutschland aufgewachsen ist, macht sich auf das Rätsel um seinen Vater zu lösen, der während seiner Kindheit plötzlich verschwand. Auf seiner Reise nach Beirut folgt Samir seinen Erinnerungen und erkennt, dass die  Märchenfiguren aus den Erzählungen seines Vaters real sind. Er lernt das Land seiner Eltern kennen und gewinnt seine große Liebe.

Pierre Jarawan, als Poetry Slamer bekannt und erfolgreich, schafft in eingängiger Sprache zugleich eine große Sehnsuchtsgeschichte nach dem Libanon und eine berührende Familiengeschichte, der man verzaubert und gebannt folgt.

Solch wundervolle Geschichten über Flucht und Fremdsein können wir in diesen Zeiten dringend brauchen.
 

Eine Empfehlung von Anne Möhle, Verkauf

Blick ins Buch
Am Ende bleiben die ZedernAm Ende bleiben die ZedernAm Ende bleiben die Zedern

Roman

Samir ist auf einer Reise, die Gegenwart und Vergangenheit verbinden soll: Er will endlich die Wahrheit über seinen Vater erfahren, der die Familie vor zwanzig Jahren ohne eine Nachricht verlassen hat. Mit einem rätselhaften Dia und den Erinnerungen an die Geschichten seines Vaters im Gepäck macht der junge Mann sich in den Libanon auf, das Geheimnis zu lüften. Seine Suche führt ihn durch ein noch immer gespaltenes Land, und schon bald scheint Samir nicht mehr nur den Spuren des Vaters zu folgen. Vielmehr ist es, als seien die Figuren aus dessen Geschichten real geworden. Sie bringen Samir einer Lösung näher, die seine kühnsten Vorstellungen übersteigt. Vor dem Hintergrund des dramatischen Schicksals des Nahen Ostens erzählt Pierre Jarawan eine phantasievolle, berührende und wendungsreiche Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln.
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»Wer glaubt, er habe den Libanon verstanden, dem hat man ihn nicht richtig erklärt.«

Libanesisches Sprichwort

I

»Wie hätte ich damals wissen sollen, dass dieses Bild mich für immer verfolgen würde?«

PROLOG

Alles pulsiert, alles leuchtet. Beirut bei Nacht, diese funkelnde Schönheit, ein Diadem aus flirrenden Lichtern, ein Band aus Atemlosigkeit. Schon als Kind liebte ich die Vorstellung, einmal hier zu sein. Doch jetzt steckt mir dieses Messer zwischen den Rippen, und der Schmerz schießt in meinen Brustkorb, dass ich nicht mal schreien kann. Wir sind doch Brüder, will ich rufen, während sie mir den Rucksack vom Rücken reißen und mich treten, bis ich auf die Knie sinke. Der Asphalt ist warm. Von der Corniche her weht der Wind, ich höre das Meer ans Ufer schlagen und die Musik aus den Restaurants an der Straße. Ich rieche das Salz in der Luft und den Staub und die Hitze. Ich schmecke Blut auf meiner Lippe, ein metallisches Rinnsal auf trockener Haut. Ich fühle Angst in mir aufsteigen. Und Wut. Ich bin nicht fremd hier, will ich ihnen hinterherschreien. Das Echo ihrer Schritte verhöhnt mich. Ich habe Wurzeln hier, will ich rufen, doch heraus kommt nur ein Gurgeln.

Ich sehe das Gesicht meines Vaters. Seine Silhouette im Türrahmen meines Kinderzimmers, bevor mir die Augen zufielen, der letzte gemeinsame Moment. Ich frage mich, ob Zeit und Bedauern an ihm genagt haben.

Ich denke an die Verse, die der Bärtige vorhin gemurmelt hat: Dann gibt es für sie keine Möglichkeit, um Hilfe zu rufen, und sie finden keine Rettung.

Der Rucksack, denke ich und meine damit nicht Geld und Pass, die jetzt fort sind. Ich meine das Bild in der vorderen, eingenähten Tasche. Und ich meine sein Tagebuch. Alles fort. Der Schmerz nimmt mir fast das Bewusstsein.

Ich bin für den Tod eines Mannes verantwortlich, denke ich.

Dann, während das Blut aus der Wunde sickert: Reiß dich zusammen, das muss etwas bedeuten. Ein Zeichen.

Die Schritte der Männer verhallen, ich bin allein, höre nur noch meinen Herzschlag.

Wenn du das hier überlebst, denke ich und verspüre auf einmal eine seltsame Ruhe, dann hat das einen Grund. Dann ist deine Reise noch nicht zu Ende. Dann unternimmst du einen letzten Versuch, ihn doch noch aufzuspüren.

1

1992.

Vater stand auf dem Dach. Oder besser: Er balancierte. Ich stand unten, beschirmte mein Gesicht mit der Hand und sah mit zusammengekniffenen Augen hinauf, wo er sich wie ein Seiltänzer dunkel vom Sommerhimmel abhob. Meine Schwester saß im Gras, wedelte mit einer Pusteblume und schaute zu, wie die kleinen Fallschirme Pirouetten schlugen. Die Beine hatte sie dabei so unnatürlich verrenkt, wie es nur Kleinkinder können.

»Nur noch ein bisschen«, rief unser Vater fröhlich herab und drehte an der Satellitenschüssel, während er breitbeinig das Gleichgewicht hielt. »Passt es jetzt?«

Im ersten Stock steckte Hakim den Kopf aus dem Fenster und rief: »Nein, jetzt sind Koreaner im Fernsehen.«

»Koreaner?«

»Ja, und Pingpong.«

»Pingpong. Und der Kommentar? Auch koreanisch?«

»Nein. Russisch. In deinem Fernseher spielen Koreaner Pingpong, und ein Russe kommentiert das.«

»Was sollen wir mit Pingpong?«, rief Vater.

»Ich glaube, du bist zu weit rechts.«

Mein Kopf war jetzt ebenfalls in einem Pingpongspiel gefangen. Ich verfolgte den Dialog der beiden und ließ meinen Blick immer wieder vom einen zum anderen schweifen. Vater zog einen Schraubenschlüssel aus der Hosentasche und lockerte die Befestigung. Dann holte er den Kompass hervor und drehte die Schüssel weiter nach links.

»Denk dran: 26,0° Ost«, rief Hakim, und sein grauer Kopf verschwand wieder im Wohnzimmer.

Bevor Vater aufs Dach gestiegen war, hatte er es mir genau erklärt. Wir standen auf dem schmalen Grasstreifen vor unserem Haus. Die Leiter lehnte bereits an der Wand. Sonnenstrahlen schimmerten durch die Kirschbaumkrone und erzeugten wundersame Schatten auf dem Asphalt.

»Im Weltraum kreisen Satelliten um die Erde«, sagte er, »mehr als zehntausend Satelliten. Sie zeigen uns, wie das Wetter wird, vermessen die Erde und andere Planeten und Sterne oder sorgen dafür, dass wir fernsehen können. Die meisten von ihnen bieten ziemlich schlechtes Fernsehen. Doch manche haben auch gutes im Angebot. Wir wollen den Satelliten mit dem besten Fernsehen, und der ist ungefähr dort.« Er sah auf den Kompass und drehte ihn so lange in der Hand, bis seine Nadel die 26°-Markierung auf der rechten Seite erreichte. Dann deutete er in den Himmel, und mein Blick folgte seinem Finger.

»Immer?«, wollte ich wissen.

»Immer«, sagte er, bückte sich, strich dabei meiner Schwester über den Kopf und hob zwei Kirschen auf, die im Gras lagen. Die eine aß er. Dann hielt er die andere vor unsere Gesichter und ließ den abgenagten Kern mit spitzen Fingern in einiger Entfernung darum kreisen. »Er dreht sich genauso schnell um die Erde, wie die Erde sich um sich selbst dreht.« Langsam zeichnete er mit dem Kern einen Halbkreis in den Himmel. »Dadurch ist er immer in der gleichen Position.«

Mir gefiel die Vorstellung von außerirdischem Fernsehen. Aber noch mehr gefiel mir die Idee, dass irgendwo dort oben ein Satellit seine Bahnen zog, immer an der gleichen Stelle, immer im gleichen Kreislauf, konstant und verlässlich. Vor allem jetzt, da auch wir unsere feste Position hier gefunden hatten.

»Passt es nun?«, rief Vater wieder vom Dach.

Mein Blick wanderte zum Wohnzimmerfenster, aus dem Hakim sogleich seinen Kopf schob.

»Nicht wirklich.«

»Pingpong?«

»Eishockey«, rief Hakim, »italienischer Kommentator. Ich glaube, du bist zu weit links.«

»Ich glaube, ich spinne«, antwortete Vater.

Inzwischen hatten sich mehrere Männer auf der Straße vor unserem Haus versammelt und reichten sich gegenseitig Pistazien. Auf den Balkonen gegenüber hatten die Frauen aufgehört, ihre Wäsche auf die Leinen zu hängen, und verfolgten das Schauspiel mit in die Hüften gestemmten Armen und amüsierten Mienen.

»Arabsat?«, fragte einer der Männer nach oben.

»Ja.«

»Sehr gutes Fernsehen«, rief ein anderer.

»Ich weiß«, kam es von Vater zurück, während er erneut die Schrauben löste und die Schüssel ein wenig nach rechts bewegte.

»26,0° Ost«, rief einer der Männer.

»Wenn Sie zu weit nach links drehen, kriegen Sie italienisches Fernsehen«, meinte ein anderer.

»Ja, und die Russen sind nicht weit rechts davon, da müssen Sie aufpassen.«

»Die ganze Welt macht Sport, ich sollte auch mehr Sport machen«, kam es von Hakim jetzt ein bisschen verzweifelt, dann verschwand sein Kopf wieder im Wohnzimmer.

»Mein Schwiegervater ist mal vom Dach gefallen, als er eine Katze retten wollte«, sagte ein Mann, der sich soeben zur Runde gesellt hatte. »Der Katze geht’s gut.«

»Soll ich hochkommen und den Kompass halten?«, fragte ein Jüngerer.

»Ja, hilf ihm, Khalil«, riet ihm ein Älterer, vermutlich sein Vater. »Russisches Fernsehen ist grauenhaft – haben Sie mal russische Nachrichten gesehen? Überall nur Jelzin und Panzer und ein Akzent wie ein Unfall!« Dann schob er sich noch eine Pistazie in den Mund und fragte in Richtung des Dachs: »Soll ich den Grill holen? Sieht aus, als bräuchten Sie noch eine Weile.« Es klang eher wie ein Scherz. Die Männer um mich herum lachten. Vater lachte nicht. Er dachte kurz nach und setzte das spitzbübische Lächeln auf, das immer dann seine Lippen umspielte, wenn er merkte, dass ein Plan aufging:

»Ja, mein Lieber, holen Sie den Grill. Wenn ich hier fertig bin, feiern wir ein Fest.« Und dann sah er zu mir herunter: »Samir, Habibi, geh und sag deiner Mutter, sie soll Salat machen. Die Nachbarn kommen zum Essen.«

Das war typisch für ihn. Ein impulsives Erkennen von Situationen, die es auszukosten galt. Wenn das Leben ihm die Möglichkeit bot, aus einem gewöhnlichen Augenblick einen besonderen zu machen, ließ er sich nie zweimal bitten. Meinen Vater umgab stets ein Mantel der Zuversicht. Er verströmte diese ansteckende Heiterkeit, die wie eine Parfumwolke von ihm ausging und jeden in seiner Nähe erfasste. In seinen Augen, die meist tiefbraun waren und manchmal ihre Farbe wechselten, wenn ein sonst kaum merklicher Grünton dazustieß, konnte man das Sichanbahnen seiner lausbübischen Gedanken erkennen, was ihn jedes Mal aussehen ließ, als sei er den Seiten eines Schelmenromans entstiegen. Seine Lippen umspielte stets ein lockeres Lächeln. Auch wenn die Naturgesetze ihm vorschrieben, dass plus und minus minus ergab: Er strich einfach das Negativzeichen, sodass nur ein Plus übrig blieb. Für ihn galten derlei Regeln nicht. Abgesehen von den letzten gemeinsamen Wochen habe ich ihn fast ausschließlich so erlebt: ein fröhlicher Geist, tänzelnd auf den guten Nachrichten des Lebens, während die schlechten nie den Weg in seine Gehörgänge fanden; als verhindere ein einzigartiger Glücksfilter ihr Eindringen in seine Gedanken.

Er hatte auch andere Seiten. Momente, in denen er eines verkörperte: in Stein gemeißelte Gefasstheit wie eine atmende Statue, unerschütterlich. Dann war er nachdenklich, sein Atem ging ruhig und sein Blick tiefer als tausend Wasser. Und er war liebevoll. Stets glitt seine warme Hand durch meine Haare oder über meine Wangen, und wenn er etwas erklärte, hatte seine Stimme den ermutigenden Tonfall unendlicher Geduld. Wie in dem Moment, als er mir auftrug, ins Haus zu gehen, weil er gerade den Entschluss gefasst hatte, ein Fest zu feiern mit Menschen, die er nicht kannte.

Also ging ich hinein und half Mutter beim Gemüseschneiden und Salatwaschen. Das Haus, in das wir gerade eingezogen waren, musste sehr alt sein. Die Treppen hatten faustgroße Dellen und knarrten bei jedem Schritt. Es roch nach nassem Holz und Moder. Im Treppenhaus wellte sich die Tapete. Dunkle wolkenförmige Flecken siedelten auf dem einstigen Weiß, in der Lampenfassung steckte nackt eine Glühbirne, die nicht funktionierte.

Für mich roch es neu. In den Ecken unserer Wohnung standen noch die Kartons vom Umzug, und der Duft frisch gestrichener Wände durchzog die Zimmer wie eine fröhliche Melodie. Alles war sauber. Ein Großteil der Schränke war bereits aufgebaut; vereinzelt lagen noch Schrauben und Werkzeuge herum: eine Bohrmaschine, ein Hammer, Schraubenzieher, Verlängerungskabel, Holzdübel wild durcheinander. In der Küche waren Töpfe, Pfannen und Besteck bereits verstaut. Wir hatten sie sogar poliert, bevor wir sie einräumten, und auch die Kochplatten glänzten. So ein großes, schönes Zuhause hatten wir nie gehabt. Es kam mir vor wie ein verzauberter Palast, etwas morsch von der Zeit, doch mit dem unbestreitbaren Glanz alter Tage versehen. Was noch fehlte waren helle Vorhänge, ein paar Pflanzen und Bilder an den Wänden, von meinen Eltern, meiner Schwester und mir, und ich stellte mir vor, wie sie bald schon dort hängen würden neben der Fernsehwand und ein vergrößertes neben der Wohnzimmertür, das man immer dann sah, wenn man in den Flur hinausging, wo ich jetzt stand.

Ich warf einen kurzen Blick ins Wohnzimmer. Dort saß Hakim vor dem Fernseher, der im Moment nichts anderes zeigte als weißes Rauschen. Er sah mich, lächelte mir zu und hob die Hand zum Gruß. Hakim war der beste Freund meines Vaters. Ich kannte ihn schon mein ganzes Leben und liebte seine Kauzigkeit. Seine Hemden waren stets verknittert, seine Haare standen wirr in alle Richtungen, was ihm das Aussehen eines verlotterten Genies verlieh, das man am liebsten kämmen wollte. Seine neugierigen Augen wanderten aufgeschreckt in ihren Höhlen; ein bisschen wirkte er wie ein Erdmännchen, nur dass er rundlicher daherkam. Hakim zählt zu den liebenswürdigsten Personen, die ich je getroffen habe, immer mit einem offenen Ohr und nie um einen gutgemeinten Rat oder einen Witz verlegen. All diese Facetten seiner Persönlichkeit dominieren meine Erinnerung, trotz der Dinge, die er mir jahrelang verschwieg. Schon in unserer alten Wohnung war er mit Yasmin, seiner Tochter, täglich ein- und ausgegangen. Und als wir hier in dieses Haus zogen, richteten sich Hakim und Yasmin die Wohnung unter unserer ein. Im Grunde gehörten beide zur Familie.

Als Mutter und ich wenig später mit Salat und Fladenbrot vor das Haus traten, hing der Geruch von grillendem Fleisch in der Luft. Einige schnauzbärtige Männer saßen im Kreis mit der Wasserpfeife auf dem kleinen Stück Rasen. Der Tabakduft – Apfel oder Feige, ich weiß es nicht mehr genau – war angenehm, ließ mich jedoch schwindeln. Zwei Männer spielten Dame. Irgendjemand hatte drei komplette Biertischgarnituren in unseren Hof gestellt, die von einigen Frauen mit Papptellern und Plastikbesteck gedeckt wurden. Kinder spielten vor unserem Schuppen und wurden immer wieder ermahnt, nicht auf die Straße zu laufen. Alles in allem tummelten sich wohl mehr als zwei Dutzend fremder, freundlicher Menschen vor unserem Haus. Und nach und nach kamen weitere Nachbarn aus unserer Straße hinzu. Einige Männer hielten Kinder auf den Armen, die Frauen trugen knöchellange Kleider und Essen in riesigen Töpfen.

Es gibt etwas, das man über meinen Vater wissen muss. Eine Regel, die ich all die Jahre immer wieder bestätigt sah: Niemand schlug jemals eine seiner Einladungen aus. Auch dann nicht, wenn die Eingeladenen ihn gar nicht kannten.

Es war ein warmer Sommernachmittag 1992, der Tag unseres Einzugs. Ich erinnere mich gut. Die winzige Sozialwohnung am Stadtrand, in der wir nie richtig zu Hause gewesen waren, hatten wir hinter uns gelassen. Wir waren endlich angekommen. Mitten in der Stadt. Jetzt hatten wir ein schönes, großes Heim, und Vater verschraubte eine Schüssel auf unserem Dach, die fortan auf einen in festen Bahnen mit uns kreisenden Satelliten ausgerichtet war. Alles war gut.

»Willst du denn gar nicht mehr runterkommen?«, rief Mutter ihm zu.

»Nicht, bevor es funktioniert«, kam es zurück, während Vater den Schraubenschlüssel aus Khalils Händen entgegennahm. Die Männer um mich herum nickten Mutter freundlich zu.

»Ahlan wa sahlan«, sagten sie. Herzlich willkommen.

Ein Mann tippte mir auf die Schulter.

»Wie heißt du, Junge?«

»Samir.«

»Gib mir das, Samir«, sagte er lächelnd und nahm mir die Salatschüssel aus der Hand.

Dann hörten wir plötzlich arabische Musik aus unserem Wohnzimmerfenster. Ein paar Sekunden später erschien Hakims hochroter Kopf.

»Es funktioniert!«

»Sicher, dass es kein Tennis ist?«, fragte Vater von oben.

»Musik!«, rief Hakim. »Rotana TV!«

»Musik!«, rief noch ein Mann und sprang auf. Und ehe ich mich versah, packte der Fremde mich an den Händen und tanzte mit mir im Kreis, indem er von einem aufs andere Bein sprang und lachte und sich drehte wie ein Jahrmarktkarussell.

»Lauter, Hakim!«, rief Vater vom Dach, und der Alte verschwand vom Fenster und ein paar Wimpernschläge später pulsierte arabische Musik aus unserem Wohnzimmer auf die Straße. Trommel, Tamburin, Zither, Geige, Fiedel und Flöte vermischten sich zu tausendundeinem Ton, gefolgt vom Gesang einer Frau. Die Menschen begannen zu tanzen und klatschten rhythmisch in die Hände, Kinder drehten sich unbeholfen, wurden von den Männern hochgehoben, herumgewirbelt, und die Frauen jubelten und machten schrille, trällernde Freudentöne. Dann formierten sich alle zu einer Reihe, fassten sich bei den Schultern und tanzten stampfend den Dabke. Es war verrückt. Es war traumhaft. In diesem Moment deutete nichts darauf hin, dass wir in Deutschland lebten. Das hier hätte die abseitige Straße eines Viertels in Zahlé sein können, Vaters Heimatstadt an den Ausläufern des Libanon-Gebirges. Zahlé, Stadt des Weins und der Poesie. Stadt der Schriftsteller und Dichter. Um uns herum nur Libanesen, die sprachen und aßen und feierten wie Libanesen.

Dann trat Vater aus dem Haus. Wie immer, wenn er sich körperlich angestrengt hatte, hinkte er ein wenig. Aber er lachte und tanzte mit kleinen schnellen Schritten und pfiff zur Musik, Hakim und den jungen Khalil im Schlepptau. Und die Tanzenden bildeten eine Gasse, klopften ihm auf die Schulter, herzten ihn und begrüßten auch ihn mit »Ahlan wa sahlan«.

Ich sah zu meiner Schwester, die sich verwundert ans Bein unserer Mutter klammerte und mit großen Augen diesen Menschen zusah, die uns wie alte Freunde empfingen, wie eine Familie, die hier schon lange wohnte und die sie sehr gut kannten.

Irgendwann lag ich in meinem Bett, satt und müde und erschöpft. Das Stimmengewirr und der Klang der Lieder summten mir in den Ohren nach. Wieder und wieder strichen die Bilder des Tages vor meinem inneren Auge vorbei. Die gefüllten Schalen mit Weinblättern, Oliven, Hummus, Fattoush, das gegrillte Fleisch, die Mandeln, Teigtaschen, das Fladenbrot. Sternanis, Sesam, Safran. Die Familien. Die Frauen, die den strampelnden Kindern auf ihren Schößen die Münder abwischten, die Männer, die sich, Wasserpfeife rauchend, mit den Fingern durch die Schnauzbärte fuhren und lachten und sprachen, als sei diese Straße eine eigene Welt, die ihnen alleine gehörte. Hakim, der den Männern seine Witze erzählte. Yasmin, zwei Jahre älter als ich, die mit Blatt und Stift etwas abseits saß und zeichnete, während ihr die langen schwarzen Locken immer wieder wild ins Gesicht fielen. Ab und zu strich sie sich in einer raschen Bewegung mit dem Handrücken über die Stirn oder pustete Strähnen zur Seite und winkte, wenn ich zu ihr rübersah. Oder Mutter mit ihrem in sich gekehrten Lächeln. Meine Freude, das Gefühl, angekommen zu sein. Hier war unser Platz, unser Zuhause. Hier half man einander. Hier war man auf einen Kompass nicht angewiesen. In unserer Straße zeigten alle Schüsseln 26,0° nach Osten.

Und mittendrin Vater, der Feste liebte und der hinkend um die neu gewonnenen Freunde kreiste wie ein Satellit.

Sex & Drugs & Journalismus

Helge Timmerberg ist bekannt als Reisejournalist, aber auch für seine Drogen- und Frauengeschichten. Nun erscheint seine Autobiografie, in der er seine wilden Jahre als Journalist schildert. Er berichtet über seine Anfänge in Bielefeld und die Jahre danach, in denen er für »Playboy«, »Stern« und »Bunte « schrieb,  aber auch von seinen Frauen, den Partys und den Exzessen seiner goldenen Jahre in Havanna.

Und das macht er so authentisch und humorvoll, dass man ihm auch manche Machoattitüde gerne verzeiht.

Eine Buchempfehlung von Patricia Haas, Online Marketing

Auf dem Sofa reisen

Muss ich mich für ein Buch entscheiden? Es sind doch immer so viele Bücher, auf die ich mich freue – ich bin ja froh, wenn ich es schaffe, davon auch nur einen Bruchteil zu lesen.

Ein Sachbuch, auf das ich mich besonders freue, ist »Laufen. Essen. Schlafen« von Christine Thürmer. Trekking ist für mich die beste Urlaubsentspannung und da verbringt man die Tage genau so, wie es der Titel schon sagt: Laufen. Essen. Schlafen. Außerdem war Christina Thürmer u.a. auf dem Appalachian Trail unterwegs, den ich finde ich nicht zuletzt seit Bill Brysons »Picknick mit Bären« sehr spannend.

Und wo wir gerade beim Thema Reisen sind, bietet sich natürlich in diesem Frühjahr das neue Buch von Lucy Clarke an, »Das Haus, das in den Wellen verschwand«. Um selbst zu Segeln, werde ich leider viel zu schnell seekrank. Aber ich liebe das Meer und spannende Geschichten – und bei Lucy Clarke spürt man auf jeder Seite, dass es der Autorin ähnlich geht.
 

Ein Geschenktipp von Barbara Ostrup, Marketing

Blick ins Buch
Laufen. Essen. Schlafen. Laufen. Essen. Schlafen. Laufen. Essen. Schlafen.

Eine Frau, drei Trails und 12700 Kilometer Wildnis

Als Christine Thürmer gekündigt wird, beschließt sie, sich eine Auszeit zu nehmen und auf dem Pacific Crest Trail von Mexiko nach Kanada zu wandern – 4277 Kilometer. Eigentlich unsportlich und ohne Erfahrung bricht sie zu ihrem Abenteuer auf und schafft es tatsächlich bis ans Ziel. Und sie wandert weiter, läuft 2007 den Continental Divide Trail und 2008 den Appalachian Trail. Aus der gewissenhaften Geschäftsfrau wird eine Langstreckenwanderin, die fast ununterbrochen draußen unterwegs ist – zu Fuß, per Fahrrad oder Boot. Anschaulich und humorvoll beschreibt Christine Thürmer die Geschichte ihrer inneren Suche, ihre Erlebnisse und landschaftlichen Eindrücke auf den drei großen Trails und wie es ist, als Frau allein unterwegs zu sein.
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21. April 2004

Mexikanische Grenze, CA

Trailkilometer 0

Es ist stockdunkel draußen, ich bin nervös, und mir ist schlecht. Ich sitze in einem Pick-up und bin auf dem Weg von San Diego zur mexikanischen Grenze. Im Scheinwerferlicht des Wagens erkenne ich staubige Sträucher und Büsche. In der Ferne tauchen ein paar Cholla-Kakteen auf. Von San Diego, im Süden von Kalifornien, bis nach Campo sind es knapp achtzig Kilometer auf Asphalt. Von dort rumpeln wir die letzten Kilometer bis zum Grenzzaun auf einem unbefestigten und mit Schlaglöchern übersäten Feldweg entlang. Unser Ziel ist der südliche Terminus des Pacific Crest Trails, eines Wanderweges, der auf 4277 Kilometern von Mexiko nach Kanada führt.

Zusammengepfercht sitze ich mit zwei anderen Langstreckenwanderern auf der Rückbank und werde bei jedem Schlagloch gegen einen meiner Sitznachbarn geworfen. Die staubige, trockene Luft kratzt mir im Hals, und das Gerüttel schlägt mir zusätzlich auf meinen ohnehin schon flauen Magen. Nach einer für mich sehr unruhigen Nacht sind wir bereits um 4.30 Uhr in San Diego losgefahren – ohne Frühstück.

Am Steuer unseres Wagens sitzt Robert Riess. Er ist Lehrer in San Diego, und in seiner Freizeit hilft er den Wanderern auf ihrem Weg von Mexiko nach Kanada. Heute bietet er uns einen »Shuttle-Service« zum Startpunkt des Weges an der mexikanischen Grenze. Meine Wanderkollegen könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf dem Beifahrersitz vor mir sitzt John aus England, ein hemmungsloser Raucher. Er wirkt alles andere als sportlich und bringt mindestens zehn Kilogramm Übergewicht auf die Waage. Ganz offensichtlich hat er sich seit seinem Abflug aus London auch nicht mehr rasiert. Die beiden amerikanischen College-Kids Matt und Ben auf der Rückbank neben mir scheinen dagegen dem Magazin Men's Health entsprungen zu sein. Sie sind muskulös, haben kein Gramm Fett am Körper und sind braun gebrannt wie kalifornische Surferboys.

Wir alle wollen von Mexiko nach Kanada wandern. Erst gestern haben wir uns bei Robert kennengelernt. Oder besser gesagt an Roberts Swimmingpool, neben dem wir unser Iso-matten-Camp aufschlagen durften. Dank dieses Open-Air-Lagers konnte ich nachts den Sternenhimmel betrachten, während ich verzweifelt versuchte, etwas Schlaf zu finden.

Robert spürt meine Anspannung, und als er mein blasses Gesicht sieht, versucht er, mich zu beruhigen: »Mach dir keine Sorgen! Du hast nur Panik vor dem Trail. Das legt sich bald. Spätestens wenn du die ersten Schritte gegangen bist.«

»Im Moment habe ich das Gefühl, dass die ganze Idee mit dem Trail einfach nur bescheuert ist. Ich habe realistischerweise doch keine Chance, es von Mexiko nach Kanada zu schaffen – ich hab ja kein bisschen trainiert für den Trail«, jammere ich und bemühe mich, tief in den Bauch zu atmen, um meiner Übelkeit Herr zu werden.

Robert fährt Slalom um zwei weitere große Schlaglöcher und versucht, mich auf seine Art zu trösten: »Seit fünf Jahren fahre ich Wanderer auf den Trail. Nur ein Drittel der Leute, die hier starten, wird jemals in Kanada ankommen. Aber gerade du hast statistisch gesehen die größte Chance, es bis dorthin zu schaffen: Du bist eine Frau, und du bist allein. Solo-Frauen sind am besten vorbereitet, und vor allem müssen sie niemandem etwas beweisen.«

»Frauen sollen die besseren Langstreckenwanderer sein?«, entfährt es John ungläubig, während er fröstelnd die Heizung noch ein bisschen höher dreht. Draußen hat es jetzt kurz vor Sonnenaufgang gerade mal vier Grad Celsius. Erst tagsüber wird das Thermometer hier sicherlich auf dreißig Grad Celsius klettern.

»Die meisten Männer laufen den Trail, um sich selbst und vor allem ihrer Umgebung etwas zu beweisen. Sie wollen immer mit den anderen mithalten oder am besten noch schneller sein und hören dabei nicht auf die Signale ihres Körpers. Sie laufen zu schnell und zu viel – und müssen dann verletzungsbedingt frühzeitig abbrechen. Frauen hören auf die Signale und haben eine deutlich niedrigere Verletzungsquote«, erklärt Robert und scheint sich seiner Sache sehr sicher zu sein.

Darauf herrscht erstauntes Schweigen im Wagen. Wir alle müssen Roberts Ansage erst einmal verdauen. Ich nehme noch ein paar tiefe Atemzüge.

Mit einem Blick auf Matt und Ben legt Robert noch eine Schippe drauf: »Der Erfolg auf dem Trail hängt zu achtzig Prozent von mentalen Faktoren ab und nur zu zwanzig Prozent von deinem körperlichen Zustand. Eine Strecke von über 4000 Kilometern musst du vor allem mit dem Kopf bewältigen – der Körper zieht dann schon nach.«

Ich merke, wie sich mein Magen etwas entspannt. Ein Fahrzeug kommt uns aus der Dunkelheit entgegen: U.S. Border Patrol. Robert hebt grüßend die Hand und lässt den Wagen langsam passieren. Die Grenzschützer winken freundlich zurück.

Auf einmal bringt Robert den Wagen zum Stehen und zieht die Handbremse an. Vor uns erblicke ich einen langen Wellblechzaun. Wir sind also an der mexikanischen Grenze angekommen. Steifbeinig und etwas benommen steigen wir aus dem Auto, und Robert hilft uns, unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum zu hieven. Es riecht nach Salbei, ein Duft, den der Wüstenbeifuß verströmt. Und es ist noch dunkel und verdammt kalt. Als Robert mich zum Abschied umarmt, habe ich wieder weiche Knie. Nun ist es so weit. Er zwinkert mir noch einmal aufmunternd zu, für die Jungs gibt es ein kumpelhaftes Schulterklopfen, und schon bricht er auf. Er muss pünktlich vor Schulbeginn zurück in San Diego sein. Ich schaue den Rücklichtern seines Wagens hinterher und fühle mich plötzlich sehr einsam.

 

Als der Pick-up nicht mehr zu sehen ist, spüre ich die Stille förmlich und blicke mich erst einmal um. Das Ende der Vereinigten Staaten sieht hier nicht gerade verheißungsvoll aus: eine staubtrockene Gegend, verziert mit verdorrten Büschen und ein paar jämmerlichen Kakteen. Ein breiter Sandweg führt an dem fast drei Meter hohen Grenzzaun entlang. Mexiko lässt sich nur erahnen. Reifenspuren verraten, dass die U.S. Border Patrol hier wohl häufig unterwegs ist. Schnurgerade zieht sich der Grenzstreifen durch die hügelige Landschaft und wirkt wie eine hässliche Narbe. Am Horizont geht zaghaft die Sonne auf und taucht alles in ein surreales, orangefarbenes Licht.

Matt und Ben können vor lauter Kraft und Tatendrang nicht mehr an sich halten und rennen nach einem kurzen Startfoto sofort los. »Hey, wir sehen euch später auf dem Trail«, verabschieden sie sich und verschwinden bald als hüpfende Farbkleckse in der braunen Landschaft.

Ich stütze mich auf meine Trekkingstöcke und schaue den beiden nachdenklich hinterher. Bis jetzt war der Pacific Crest Trail für mich vor allem ein tolles Planspiel und eine faszinierende Idee gewesen. Drei Monate lang hatte ich meine Ausrüstung optimiert, Unterlagen studiert und die Logistik rund um mein Vorhaben geplant. Zahlen, Daten, Fakten – das war meine Welt. Und irgendwie war es mir dabei gelungen, die körperliche Komponente dieser Wanderung auf ein reines Rechenspiel zu reduzieren, das ich nun mantramäßig in meinem Kopf wiederhole, um meinem immer noch flauen Magen und meinen weichen Knien etwas entgegenzusetzen: Der PCT ist 4277 Kilometer lang. Die Saison dauert nur etwa fünf Monate. Ich habe also gut 150 Tage Zeit. Abzüglich eines Ruhetags pro Woche ergibt das 130 Lauftage – und einen Tagesschnitt von 32,9 Kilometern. Ich werde also jeden Tag 33 Kilometer laufen müssen, fünf Monate lang. In der kühlen Morgenluft nehme ich erneut einen tiefen Atemzug.

Hier neben dem Grenzzaun fühlt sich alles anders an als zu Hause in Deutschland. Dort waren es nur Ziffern auf dem Papier. Jetzt starre ich in die schier endlose Landschaft vor mir, und die Zahlen bekommen ein erschreckend konkretes Gesicht. Aus schöner Theorie ist knallharte Realität geworden. Und ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob mir diese gefällt.

John scheint es ähnlich zu ergehen wie mir, und in stiller Übereinkunft zögern wir den unvermeidlichen Aufbruch noch ein wenig hinaus. Wir kramen in unseren Rucksäcken, cremen Gesicht und Hände vorsorglich mit Sonnencreme ein und schießen Dutzende von Fotos vor dem kleinen PCT-Denkmal: Fünf eher unscheinbare, weiß gestrichene Holzpfeiler mit der Aufschrift »Pacific Crest National Scenic Trail – Southern Terminus« markieren den Beginn eines der längsten Wanderwege der Welt. Ich setze mich auf den niedrigsten der fünf Pfosten und lächle tapfer in die Kamera, während John mich von allen Seiten fotografiert.

Als ich anschließend die Aufnahmen meiner Handykamera betrachte, schaue ich auf mich wie auf eine Fremde: Da stehe ich, in neuen schwarzen Turnschuhen, einer total sauberen beigen Trekkinghose und einer dunkelblauen Jacke. Um den Hals ein gelbes Bandana und auf dem Kopf eine Baseballkappe. Nur der vollgepackte schwarze Rucksack und die Trekkingstöcke weisen mich als Wanderin aus. Irgendwie wirke ich mit dieser nagelneuen Ausrüstung total fehl am Platz. John raucht neben mir seine dritte Zigarette und sieht dabei immerhin noch deplatzierter aus als ich.

Ein herannahendes Auto erlöst uns von dem drohenden Aufbruch. Es entsteigt ein quietschsauberes amerikanisches Pärchen um die zwanzig, gefolgt von einem Elternpaar.

»Na, wollt ihr auch den PCT laufen?«, fragt John die Neuankömmlinge.

Das junge Paar strahlt über das ganze Gesicht. »Ja, aber nur den Teil in Kalifornien. Dann müssen wir wieder aufs College.«

Die Eltern haben die Kids also nur hierher gefahren und fragen nun mit stolzgeschwellter Brust: »Könnt ihr vielleicht ein Foto von uns allen für das Familienalbum machen?«

John übernimmt die Kamera, stellt sich in Position und fordert die Familie zu einem freundlichen Lächeln auf. »And now you all say – SEX!«, bittet er sie höflich. Vier Gesichtszüge entgleisen angesichts seines sonnigen britischen Humors. Statt breitem Grinsen ziert ein gequältes Lächeln die vier Gesichter. Es fällt mir sehr schwer, nicht laut loszulachen.

Nachdem die Eltern bereits wieder im Auto auf dem Weg nach Hause sind und der jung-dynamische Wandernachwuchs auf dem Trail entschwunden ist, hängen John und ich immer noch unentschlossen am Grenzzaun herum.

»Wollen wir heute zusammen losgehen?«, frage ich ihn schließlich. »Ich meine, du hast es ja sicherlich auch von den anderen Wanderern und Robert gehört: So direkt an der Grenze soll es hin und wieder zu Zwischenfällen mit Schleuserbanden und Drogenschmugglern kommen. Das könnte allein gefährlich werden.«

John sieht das genauso und drückt seine vierte Zigarette aus. »Die werden wohl eher nachts im Schutz der Dunkelheit unterwegs sein. Lass uns heute bis zum Lake-Morena-Zeltplatz gehen. Dort werden so viele Camper sein, dass wir bestimmt keine Probleme haben werden.«

Er steht auf und klopft sich den Staub von den Hosen. Dann sieht er mich dreckig grinsend an: »Im Übrigen ist es mit den Schleusern und den Drogenhändlern wie mit den Bären. Ich muss nur schnell genug davonrennen.«

Verwirrt stehe ich ebenfalls auf: »Das ist doch Quatsch. Bären rennen doch viel schneller als jeder Mensch. Denen kannst du nicht davonlaufen.«

»Darum geht es ja gar nicht«, erklärt John mir freudestrahlend. »Ich muss nur schneller laufen als du. Dann frisst der Bär dich statt mich.«

Gut, dass wir das geklärt haben …

 

Es ist mittlerweile sieben Uhr und ziemlich warm geworden. Wir müssen nun wirklich los. Der Moment, auf den ich fast vier Monate hin geplant habe, ist gekommen: Ich schultere meinen Rucksack und betrete langsam den vierzig Zentimeter breiten Fußpfad namens Pacific Crest Trail, der für die nächsten fünf Monate mein Zuhause sein wird. Die ersten Schritte sind noch zögerlich. Alles ist ungewohnt: die Last auf dem Rücken, die neuen Schuhe, die Trekkingstöcke.

»John, wie viel Wasser hast du dabei?«, frage ich nach einer halben Stunde, während ich die Gegend nach etwas Grünem absuche. Aber so weit das Auge reicht, sehe ich nur staubiges Gestrüpp.

»Vier Liter«, antwortet John, der dicht hinter mir läuft. »Meinst du, das reicht?«

Genau dieselbe Frage stelle ich mir auch: »Ich habe auch nur vier Liter. Das muss reichen.«

Die nächste verlässliche Wasserquelle ist der Lake-Morena-Campingplatz – 32 Kilometer entfernt. Bis dahin gibt es keine Auffüllmöglichkeit, denn die kleinen saisonalen Rinnsale sind zu dieser Jahreszeit bereits ausgetrocknet.

»Das heißt, wir müssen heute Abend oder spätestens morgen Vormittag den Campingplatz erreichen«, spricht John das Unvermeidliche aus. Keiner von uns beiden will ernsthaft über die Alternative nachdenken. Was, wenn wir uns verletzen oder uns verlaufen? Die nächsten Minuten sagt keiner ein Wort. Der kühle Swimmingpool in Roberts Haus in San Diego scheint plötzlich Lichtjahre entfernt.

 

Schritt für Schritt entfernen wir uns von der mexikanischen Grenze und dringen immer tiefer in die staubige Ungewissheit vor. Der schmale Weg wird zu einer überdimensionalen Nabelschnur, und ich frage mich besorgt, was wir tun sollen, wenn er einfach endet – so mitten im Nichts. Hier gibt es keine Wegmarkierungen. Die niedrigen Büsche und Sträucher haben vor allem eines gemeinsam: Sie haben Stacheln, Dornen oder Nadeln, die erbarmungslos kratzen oder stechen. Bald schon bin ich froh um meine schützenden Gamaschen, und ich bleibe tunlichst in der Mitte des schmalen Pfads.

Wir laufen Stunde um Stunde, und die Sonne steigt erbarmungslos immer höher. Sie treibt mir den Schweiß auf die Stirn. Langsam komme ich in der Wirklichkeit an: Ich bin tatsächlich unterwegs auf dem PCT! Ich bin hier nicht im Urlaub, sondern werde die nächsten Monate auf diesem Trail verbringen. Mein Magen hat sich inzwischen entspannt, meine Schritte werden sicherer, und ich finde mein Tempo. Wie Robert Riess es vorausgesagt hat: Meine Zuversicht wächst mit jedem Schritt. Ich genieße die fremdartige Landschaft, die Luft, sogar Johns Gesellschaft. Ich komme innerlich zur Ruhe und füge mich ins Unvermeidliche: Jetzt muss ich laufen, laufen, laufen.

 

Um zwei Uhr nachmittags erreichen wir unser erstes Ziel: Hauser Creek. Erwartungsgemäß ist das Flüsschen ausgetrocknet, da es lange nicht geregnet hat. Dennoch kommt mir dieses kleine Tal wie eine Oase in der Wüste vor: Ein paar schattige Bäume laden zu einer ausgedehnten Rast ein. Im Hintergrund zwitschern einige Vögel, während wir unter einer knorrigen Eiche unser Mittagessen verzehren. John isst Tortillas mit Erdnussbutter, ich habe noch ein paar Donuts und Muffins aus San Diego. Ich bin froh, diese ersten Stunden nicht allein gegangen zu sein. Nach dem Essen zieht John genussvoll an seiner Zigarette, ich entledige mich meiner Schuhe und Socken, um meine geschwollenen Füße auszulüften. Vor uns liegen noch acht Kilometer, aber vor allem ein Anstieg von 400 Höhenmetern. Dafür ist es jetzt in der Mittagshitze viel zu heiß. Wir haben also genug Zeit für eine lange Siesta.

»Warum bist du eigentlich hier?« Endlich traue ich mich, die Frage zu stellen, die ich eigentlich schon an Roberts Pool stellen wollte, als John seine Isomatte neben mir ausbreitete.

»Daran sind vor allem die Frauen schuld«, verblüfft er mich. »Sie haben mich regelrecht verfolgt!« Ausführlich erklärt er mir – nicht ohne ein bisschen Stolz – sein kompliziertes Liebesleben, sodass ich bald den Überblick verliere über Johns Freundinnen, Affären und Verehrerinnen der letzten Jahre. Als vierzigjähriger Junggeselle wurde er von den vielen heiratswütigen Damen so sehr bedrängt, dass er sich in einem Anfall von Midlife-Crisis in die USA geflüchtet hat – behauptet er zumindest. Angesichts von Johns Figur hege ich zwar gewisse Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Version, behalte diese aber vorsichtshalber für mich. Vielleicht herrscht in Großbritannien ja ein etwas anderes männliches Schönheitsideal vor als in Deutschland. Vorsichtig lenke ich das Gespräch auf ein anderes Thema: »Was hast du denn beruflich gemacht?«

»Ich bin Journalist und schreibe für ein englisches Outdoormagazin. Denen konnte ich die Wanderung gut verkaufen, denn ich werde danach in der Zeitschrift über den Trail schreiben. Ich verbinde hier also quasi das Angenehme mit dem Nützlichen. Wandern und gleichzeitig Material für die Artikelserie sammeln. Und wenn ich in einem halben Jahr nach England zurückkomme, haben sich die Frauen hoffentlich wieder beruhigt. Und du?«

Ich strecke mich auf meiner Isomatte aus und schiebe mir meine Baseballkappe ins Gesicht. In meinem Wanderoutfit faul im Schatten einer kalifornischen Eiche liegend, fühle ich mich sehr weit weg von meinem früheren Leben, das erst ein paar Monate zurückliegt. »Bis vor Kurzem war ich kaufmännische Leiterin eines mittelständischen Betriebes. Zwei Jahre lang habe ich das Unternehmen saniert. Ein sauguter Job – und verdient habe ich auch ganz ausgezeichnet.«

John sieht mich skeptisch an und schiebt sich ein Snickers zum Nachtisch in den Mund. Ganz offensichtlich nimmt er mir meine Karriere genauso wenig ab wie ich ihm seine Frauen.

»Ich war auch sonst sehr zufrieden mit meinem Leben: Ich hatte einen großen Freundeskreis, bin viel gereist, habe ständig Museen und Theater besucht und das Nachtleben in vollen Zügen genossen«, füge ich hinzu.

»Männer?«, fragt John neugierig.

»Zum Glück keinerlei Dramen, eigentlich war ich sogar ganz glücklich mit meinem Liebesleben.«

John nickt verständnisvoll: »Du bist also ein klassischer SINK: single income, no kids.«

»Genau. Ein SINK. Und daran will ich auch gar nichts ändern«, ergänze ich hastig, damit John mich nicht ebenfalls für eine heiratswütige Frau mit tickender biologischer Uhr hält. »Ehe und Kinder, das ist eh nicht mein Ding.«

John ist allmählich verwirrt: »Klingt nach einem rundherum perfekten Leben. Was hat dich denn dann auf den Trail verschlagen?«

Genau diese Frage habe ich mir in den letzten Wochen und Monaten immer wieder gestellt. »Eigentlich hat alles vor etwa zehn Monaten begonnen – mit einem puren Zufall. Wenn es so etwas gibt.«

 

 

Juli 2003, zehn Monate vor dem PCT

Tuolumne Meadows Campground, Yosemite National Park, CA

 

Ich sitze auf einer Bank vor meinem Zelt und betrachte im Licht der langsam untergehenden Sonne die riesigen Kiefern, die meinen Zeltplatz beschirmen. Im Hintergrund höre ich den Tuolumne River, dessen Wasser aufgrund der Schneeschmelze für eine gewaltige, aber gleichzeitig beruhigende Geräuschkulisse sorgt. Entspannt lehne ich mich auf der Bank zurück und atme den würzigen Duft der Nadelbäume ein. Ich bin sehr zufrieden mit mir. Fast zwei Wochen lang bin ich durch den spektakulären Yosemite National Park gelaufen, habe gewaltige Berge, reißende Flüsse und sogar Bären gesehen. Meinen 36. Geburtstag habe ich unter blauem Himmel an einem glasklaren Gebirgssee wie aus dem Bilderbuch verbracht. Ganz allein – wenn man mal von den zwei Millionen Moskitos absieht, die mich heimgesucht haben. Dieser Urlaub war ein wirklich schönes, wenn auch teures Geburtstagsgeschenk für mich selbst. Aber ich verdiene ja gut …

Der Duft saftiger Steaks wabert von den Zeltplatznachbarn zu meiner Linken, die sich gerade auf dem Lagerfeuergrill ein opulentes Abendessen zubereiten, zu mir herüber. Ich bin bereits beim Nachtisch angelangt und schiebe mir entspannt ein großes Stück Schokolade in den Mund.

Doch plötzlich werde ich in meiner beschaulichen Abendbetrachtung gestört. Die bisher noch unbesetzte Campingparzelle zu meiner Rechten wird nun von einigen wilden Gestalten okkupiert. Sechs Jungs, alle wohl so zwischen zwanzig und dreißig, mit Vollbärten und völlig verdreckter Kleidung, bauen in Windeseile ihre minimalistischen Behausungen auf. Jeder Handgriff sitzt, und in wenigen Minuten sind die Isomatten ausgerollt und die Schlafsäcke aufgeschüttelt. Während ich in einem nagelneuen Expeditionszelt auf einer bequemen aufblasbaren Matte nächtige, scheinen meine neuen Nachbarn unter winzigen Tarps, also einfachen Zeltplanen ohne Boden, auf dünnen Schaumstoffmatten zu schlafen. Ihr Aufzug ist abenteuerlich: Alle tragen statt Wanderstiefeln alte Turnschuhe, die teilweise schon so abgetragen sind, dass sie nur noch von herumgewickeltem Isolierband zusammengehalten werden. Ich sehe löchrige Socken und zerrissene Hosen. Dennoch verströmen sie eine solche Lebendigkeit und gute Laune, dass ich mich unwiderstehlich zu ihnen hingezogen fühle.

Als sie ein Lagerfeuer anzünden, schlendere ich hinüber und geselle mich zu ihnen. »Hi, ich bin Christine aus Deutschland und eure Nachbarin hier auf dem Zeltplatz«, begrüße ich sie.

»Läufst du den PCT oder den JMT?«, kommt es gleich zurück – und diese Frage wirft mich erst mal völlig aus der Bahn. PCT? JMT? Was soll das denn sein?

»Nein, ich wandere einfach nur so …«, stottere ich verwirrt und ernte eine gewisse herablassende Heiterkeit. Aber das Eis ist erst mal gebrochen.

»PCT ist die Abkürzung für Pacific Crest Trail. Das ist ein Weitwanderweg, der auf 4277 Kilometern von Mexiko nach Kanada führt. Und JMT steht für John Muir Trail. Der ist nur 340 Kilometer lang und führt durch den Yosemite National Park«, erklärt mir einer der Jungs jetzt geduldig und schmeißt ein paar Würstchen aus dem Campingplatzladen auf den Grill.

»Und ihr lauft wohl den PCT?«, frage ich ungläubig.

»Ja, klar! Wir sind schon über zwei Monate unterwegs und haben bereits 1500 Kilometer geschafft auf dem Weg nach Kanada. Wir sind thruhiker.«

»Thruhiker?«, frage ich schon wieder total verwirrt zurück.

»Ja, thruhiker! Wir wandern den kompletten Trail DURCH, sind also DURCHwanderer oder kurz halt thruhiker.«

Nun verstehe ich die abgetragene Kleidung, die kaputten Schuhe und vor allem die unglaubliche Effizienz der Truppe.

Und während die Jungs Würstchen um Würstchen in sich hineinstopfen, stelle ich Frage um Frage über den Trail und ihr Leben unterwegs.

»Wie lange dauert es, von Mexiko nach Kanada zu laufen?« – »Ungefähr fünf Monate, von Mitte April bis Ende September.«

»Wie viel Kilometer lauft ihr am Tag?« – »Etwa 33 Kilometer. In der Wüste mehr, hier im Hochgebirge weniger.«

»Wie schwer sind eure Rucksäcke?« – »Fünf bis sechs Kilo ohne Wasser und Verpflegung, denn wir haben alles gewichtsoptimiert.«

Leider hat meine Fragestunde schon bald ein Ende. Um 21 Uhr ziehen sich meine Nachbarn bereits zum Schlafen zurück. »Es ist schon thruhiker midnight«, verabschieden sie sich lächelnd von mir. Im Schein meiner Stirnlampe stolpere ich zurück zu meinem Zelt. Und trotz meiner bequemen weichen Isomatte schlafe ich nur sehr unruhig in dieser Nacht, denn mir schwirren noch hunderttausend Fragen durch den Kopf.

 

Als ich am nächsten Morgen aufwache, bin ich wild entschlossen, die Jungs weiter zu löchern. Energisch strecke ich den Kopf aus meinem Zelt, um zu sehen, was meine Nachbarn jetzt wohl treiben – und sehe nichts als einen leeren Zeltplatz. Die thruhiker sind um neun Uhr morgens bereits spurlos verschwunden wie eine Fata Morgana. Wie mir meine Zeltplatznachbarn zur Linken später berichten, sind sie bereits um sechs Uhr bei Sonnenaufgang losgelaufen – während ich in Urlaubermanier faul bis weit in den Morgen hinein geschlafen habe.

 

Doch die Idee des PCT lässt mich jetzt nicht mehr los. Sie verfolgt mich die verbleibenden Tage meines Urlaubs und will auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland nicht aus meinem Kopf verschwinden. Dabei frage ich mich die ganze Zeit, was mich denn nun genau am Thema thruhike so fasziniert. Die Freiheit auf dem Trail? Die Radikalität dieses reduzierten Lebensstils? Die große Energie, die die Wanderer so offensichtlich aus ihrem Outdoorleben ziehen? Mein spannender und lukrativer Job in der Unternehmenssanierung erscheint mir plötzlich im Vergleich fade und langweilig. Ich sehe meine nächsten Jahre bereits vor mir als eine einzige frustrierende und sich ständig wiederholende Abfolge von Budgetplanungen und Jahresabschlussberichten, Arbeitsgerichtsprozessen und Kundengesprächen, Streitereien mit Geschäftsführern und Betriebsräten.

Immer wieder spiele ich in den nächsten Monaten das Szenario eines Jobausstiegs und einer PCT-Wanderung durch – aber letztendlich bleibt es immer nur bei diesem Gedankenspiel. Zu verrückt und weit hergeholt erscheint mir die Idee des PCT. Mir fehlt ganz einfach der Mut, meinen sicheren und gut bezahlten Job zu kündigen. Und so bleibe ich weiterhin die dynamische Geschäftsfrau – bis es zum großen Knall kommt …

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