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»Danke, Wiley.«

Montag, 13. April 2015 von Revolverblatt


Was wäre, wenn... ?

Ein Obdachloser in Boston hat James Hankins zu seinem packenden Thriller „Brothers and Bones – Blutige Lügen“ inspiriert. In diesem Interview erzählt er, wie es dazu kam.

RB:Herr Hankins, im Zentrum der Handlung von „Brothers und Bones“ steht die ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft zwischen Staatsanwalt Charlie Beckham und einem Obdachlosen. Sie waren viele Jahre als Anwalt beschäftigt. Hat die Story einen realen Hintergrund?

 

VT: In Teilen, ja. Als ich in Boston als Anwalt gearbeitet habe, bin ich fast jeden Tag an einer Straßenecke am selben Obdachlosen vorbeigekommen. Er sprach immer sehr konzentriert zu einem imaginären Gesprächspartner. Irgendwann habe ich mir ausgemalt, wie merkwürdig es wäre, wenn er seinen Monolog unterbrechen und mich beim Vorbeigehen deutlich mit „Hi James“ ansprechen würde.

 

RB: Hat der Obdachlose Sie einmal angesprochen?

 

VT: Nein. Aber der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Und ich dachte mir, dass es sogar noch viel seltsamer wäre, wenn er mich mit einem vertraulichen Namen ansprechen würde, von dem er eigentlich nichts wissen dürfte. Und wenn dies so wäre: Was könnte das für ein Name sein? Woher könnte er ihn kennen?

 

RB: Diese Fragen stellt sich ihr Protagonist ja gleich zu Beginn Ihres Buches.

 

VT: Stimmt. Beckham ist auf dem Weg zum Gericht, als ein verwirrter Obdachloser ihm zwei Wörter zuraunt: „Danke, Wiley!“ Diesen Kosename kannte allerdings nur Charlies älterer Bruder Jake, ein investigativer Journalist, der vor vielen Jahren spurlos verschwunden war. Charlie ist völlig perplex und verliert den Obdachlosen aus den Augen, ohne ihn auch nur eine Frage stellen zu können. Fortan macht er sich deshalb auf die Suche nach Antworten, die ihn an gefährliche Orte führt und bei der er gegen skrupellose Kräfte antreten muss.

 

 

 

 »Den Spitz- namen „Wiley“ kannte nur sein Bruder Jake.«

RB: Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

VT: Schon als Kind habe ich gerne Geschichten geschrieben. Mein erster wirklicher Roman entstand allerdings erst nach Abschluss der Hochschule für Rechtswissenschaften. Da ich tagsüber mein Geldals Anwalt verdient habe, kam ich jedoch nur nachts zum Schreiben.

 

RB: Sie haben Ihren Beruf als Anwalt zugunsten des Schriftstellers aufgegeben. Warum?

VT: Als meine Frau und ich Eltern von Zwillingen wurden, entschieden wir, dass ich fortan zu Hause bleiben sollte, um mich um die Erziehung der Jungs zu kümmern. Die Schlafenszeiten über Tag wollte ich zum Schreiben nutzen. Das klappte jedoch eher schlecht als recht: Regelmäßig landete ich trotzdem nachts vor dem Computer. Jetzt, wo die Kinder zur Schule gehen, komme ich endlich dazu, auch tagsüber für mehrere Stunden zu schreiben.

 

RB: Basieren die Handlungen Ihrer Bücher immer auf wahren Erlebnissen?

VT: Erlebnisse aus dem Alltag inspirieren mich, das stimmt. Dabei kommen mir Einfälle überall: egal, ob ich gerade einen Film sehe, ein Buch oder eine Zeitschrift lese, ein Lied höre oder durch einen Park oder einen U-Bahnhof gehe.

 

RB: Und dann stellen Sie sich die Frage „Was wäre, wenn?“

VT: Genau, das ist die Frage, die meine Fantasie anregt. Wenn ich zum Beispiel durch den Park gehe, kann es passieren, dass ich mir überlege: Was wäre, wenn ich hinter den Büschen dieses oder jenes entdecken würde? Ich weiß nicht genau, woher diese Einfälle kommen, aber ich bin froh, dass sie da sind.

James Hankins über seine Inspiration zu seinem Thriller »Brothers and Bones«

Es war ein Obdachloser, der James Hankins auf die Idee brachte sein neues Buch »Brothers ans Bones« zu schreiben. In einem interessanten Statement erzählt der Autor wie es dazu kam.

Vermutlich lautet die Frage, die Schriftstellern am häufigsten gestellt wird: »Was ist die Quelle Ihrer Inspiration?« Bei mir ist die Antwort schon beinahe klischeehaft einfach: Meine Einfälle habe ich immer und überall. Egal ob ich gerade einen Film sehe, ein Buch oder eine Zeitschrift lese, ein Lied höre, durch einen Park oder einen U-Bahnhof gehe. All diese Situationen und noch viele andere haben mich schon zu meinen Geschichten inspiriert. Ich sehe, höre oder lese etwas und plötzlich stellt sich mir die Frage: »Was wäre, wenn …?« – eine sehr wichtige Frage. Manchmal kommt mir auf der Straße jemand entgegen und plötzlich beginne ich ein Gedankenspiel: »Was wäre, wenn er dieses oder jenes getan hätte?« Oder ich spaziere durch einen Park und denke: »Was wäre, wenn ich da drüben in den Büschen dieses oder jenes entdecken würde?« Meine Geschichte hat am Ende meistens ziemlich wenig mit dem zu tun, was ich tatsächlich gesehen, gehört oder gelesen habe. Ich brauche nur einen Funken, der alles auslöst. Es kann auch vorkommen, dass ich eine Idee habe, weil ich etwas falsch interpretiere oder missverstehe. Ich lese beispielsweise die Zusammenfassung eines Buches oder sehe den Trailer zu einem Film, und nach kurzer Zeit glaube ich zu wissen, wohin die Geschichte steuert, nur um dann zu merken, dass ich völlig danebenlag. Die Geschichte, die ich erwartet hatte, wird dann zu meiner eigenen Buchidee. Meistens ist es jedoch diese winzige Frage »Was wäre, wenn …?«, die meine Phantasie plötzlich in Gang setzt. Ich weiß nicht genau, woher diese Einfälle kommen, aber ich bin froh, dass sie da sind.

Brothers and Bones ist für mich etwas Besonderes, weil es das einzige meiner bisherigen Bücher ist, dessen Auslöser eine echte Person aus meinem Leben war. Bevor ich darauf weiter eingehe, lassen Sie mich in wenigen Worten die Geschichte erzählen. In Brothers and Bones ist der Staatsanwalt Charlie Beckham auf dem Weg zum Gericht, um den bislang größten Fall seiner Karriere zu eröffnen, als ein verwirrter Obdachloser ihm zwei Wörter zuraunt, die seine Welt auf den Kopf stellen: Er nennt Charlie bei seinem Kosenamen, den nur eine Person auf der Welt kennt – Charlies geliebter älterer Bruder Jake, der seit 13 Jahren vermisst wird. Charlie hat unendlich viele Fragen, verliert den Obdachlosen aber in einer Menschenmenge aus den Augen, bevor er ihm auch nur eine einzige Frage stellen kann. So beginnt seine Suche nach Antworten, eine Suche, die ihn an gefährliche Orte führt und bei der er gegen skrupellose Kräfte antreten muss. Obwohl das Buch natürlich ein Thriller ist, hat es auch Mystery- und Action-Elemente und in seinem Zentrum steht eine ungewöhnliche »Partnerschaft« zwischen einem Staatsanwalt und einem Obdachlosen, der nicht davor zurückschreckt, das Recht seinen Bedürfnissen anzupassen.


Die Saat, aus dem die Geschichte gewachsen ist, wurde gesät, als ich Anwalt in Boston war. Fast jeden Tag bin ich an derselben Straßenecke an demselben Obdachlosen vorbeigekommen. Er sprach immer zu sich selbst, als ob er in einen Streit mit jemandem verwickelt wäre, den nur er sehen konnte. Er war immer sehr konzentriert auf seinen imaginären Gesprächspartner und auf das, was er sagte. Eines Tages malte ich mir aus, wie merkwürdig es wäre, wenn er seinen Monolog einmal unterbrechen, aufblicken und mich im Vorbeigehen – ganz klar und deutlich – mit »Hi James« ansprechen würde, bevor er seine Diskussion mit sich selbst wieder aufnehmen würde. Es war ein seltsamer Gedanke, den ich nicht abschütteln konnte. Dann stellte ich mir vor, dass es noch viel seltsamer wäre, wenn er mich statt mit meinem Namen mit einer vertraulichen Bezeichnung  ansprechen würde, von der er eigentlich nichts wissen dürfte und die nur eine andere Person auf der Welt kannte. Was wäre das wohl für ein Kosename? Woher könnte er ihn kennen? Diese Fragen führten mich immer weiter, bis ich einem komplexen Geheimnis auf der Spur war, das ich lösen wollte. Und so schrieb ich Brothers and Bones, um der Geschichte auf den Grund zu gehen.

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