Hölderlin Reparatur
Hölderlin Reparatur
Gerhard Falkner
Welche Möglichkeiten des sublimen Sprechens gibt es heute? Ausgangspunkt dieser Gedichte ist der für Hölderlin typische hohe Ton. Die Poesie wird jedoch, das Vorgehen historisch-kritischer Ausgaben vortäuschend, immer wieder von Spiel und Theorie zerbrochen und entweder bis zum Hauptsächlichen vorangetrieben, dem autonomen Gedicht, oder als poetische Masse, als Material, weiterverarbeitet und in unendliche Verknüpfbarkeit gebracht. Natürlich nie, ohne die Ironie ihrer inneren Logik außer Acht zu lassen. Lyrik also auch als ein konzeptuelles Unternehmen wie in der Bildenden Kunst. Die Absicht ist jedoch unverkennbar, das Gedicht in seiner abgeschlossenen und bewegenden Form wiederher- und, im übertragenen Sinne, ins Netz (der Bezüge) zu stellen. Hölderlin Reparatur ist ein Buch mit einer Verweisdichte, wie sie seit Ezra Pound vielleicht nicht einmal mehr versucht wurde. Gerhard Falkners letzter Lyrikband, das in Berlin angesiedelte Langgedicht Gegensprechstadt - ground zero, wurde in der Kritik als ein Jahrhundertpoem gerühmt. Mit der Hölderlin Reparatur knüpft er nun wieder an innovative Schreibweisen an, die er in seinem legendär gewordenen Band wemut entwickelt hat.
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Veranstaltungsdetails
Art:Lesung und Gespräch
Datum:19. März 2020
Zeit:19:30 Uhr
Ort:Haus für Poesie,
Knaackstr. 97
10435
Autor:Gerhard Falkner
Inhalt:Gerhard Falkner liest aus "Hölderlin Reparatur"
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Gerhard Falkner

Biografie

Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Lyrikbände, u.a. „Hölderlin Reparatur“, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt „Ignatien“ (2014). Für seine Novelle „Bruno“ wurde ihm 2008 der Kranichsteiner Literaturpreis verliehen. Nach Aufenthalten in der Villa Massimo/Casa Baldi und der Akademie Schloss Solitude war er 2013 der erste Fellow für Literatur in der neugegründeten Kulturakademie Tarabya in Istanbul und 2014 Stipendiat in der Villa Aurora in Los Angeles. Seine Romane „Apollokalypse“ (2016) und „Romeo oder Julia“ (2017) standen auf der Long- bzw. Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurden von der Kritik gefeiert. Gerhard Falkner lebt in Berlin und Bayern.