Die katholische Schule
Die katholische Schule
Edoardo Albinati
Eine Selbstbefragung à la Knausgård, ein Gedankenroman wie David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ – dieser Roman ist so komplex wie klug, so polemisch wie politisch, so bewegend wie bedeutend. Rom in den Siebzigerjahren, im gutbürgerlichen Quartiere Trieste ... Ein paar Ehemalige der Privatschule San Leone Magno begehen eines der brutalsten Verbrechen der Zeit. Edoardo Albinati ist damals auch auf diese Priesterschule gegangen. Vierzig Jahre lang hat er das Geheimnis seiner „schlechten Erziehung“ gehütet. Nun erzählt er es, und zwar so, als würde ihm vom Grund eines tiefen Brunnens sein Spiegelbild entgegenblinzeln. Entstanden ist ein Roman von verblüffender Vielfalt. Es geht um die Teenagerzeit, um Sex, Religion und Gewalt; um Geld, Freundschaft, und Rache, um legendäre Lehrer und Priester, Krawallmacher, kleine Genies und Psychopathen, um rätselhafte Mädchen und Terroristen. Aus diesem Gemisch lässt Albinati eine versunkene Epoche unverklärt wieder aufleben. Doch er lässt es nicht bei der Erinnerung bewenden, sondern stellt sich den großen Fragen unserer Tage, analysiert Alltagsphänomene, leitet Entwicklungen her, liefert Prognosen – scharfsinnig, manchmal zornig und immer mit besonderem Augenmerk auf die Dinge jenseits des Scheins.
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Veranstaltungsdetails
Art:Lesung und Gespräch
Datum:23. August 2019
Zeit: Uhr
Ort:
Autor:Edoardo Albinati
Inhalt:Edoardo Albinati spricht über „Die katholische Schule“ bei den "Poetischen Quellen" in Bad Oeynhausen
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Edoardo Albinati

Biografie

Edoardo Albinati wurde am 11. Oktober 1956 in Rom geboren, wo er auch heute noch lebt. Er ist Drehbuchautor (u.a. von Fai bei sogni für Mario Bellocchio) und Übersetzer (von Vladimir Nabokov, Ambrose Bierce, Robert Louis Stevenson, John Ashbery, William Shakespeare ...). Ab 1984 arbeitete als Redakteur für die Zeitschrift Nuovi Argomenti; seit 1994 gibt er Häftlingen im Gefängnis von Rebibbia Italienisch-Unterricht. Schon lange engagiert er sich in herausragender Weise in der Flüchtlingshilfe – 2002-2004 war er erst für die UNO, dann für das internationale Flüchtlingswerk UNHCR in Afghanistan tätig -; ein Engagement, das ihn heute begleitet:  Sein Essay Cronistoria di un penso infame (2018) sorgte im Sommer 2018 für monatelange, erregte Diskussionen in der italienischen Öffentlichkeit. Vor allem aber ist Edoardo Albinati eine der wohl bedeutendsten literarischen Stimmen Italiens, mit einem überaus vielschichtigen Werk. Sein Debüt als Autor gab er mit Arabeschi della vita morale (Erzählungen, 1988). Es folgten: Il polacco lavatore di vetri (Roman, 1989), Elegie e proverbi (Gedichte, 1989), La comunione dei beni (Gedichte, 1995),  Orti di guerra (Erzählungen, 1997), Mare o monti (Gedichte, mit Paolo Del Colle, 1997) Maggio selvaggio (Autofiktion, 1999), 19 (Erzählung, 2001), Il ritorno. Diario di una missione in Afghanistan (Autofiktion, 2002), Sintassi italiana (Gedichte, 2002), Svenimenti (Roman, 2004), Voci nel buio (Erzählungen, 2005), Tuttalpiù muoio (Roman, gemeinsam mit Filippo Timi, 2006), Guerra alla tristezza! (Erzählungen, 2009), Vita e morte di un ingegnere (Autofiktion, 2012), Oro colato. Otto lezioni sulla materia della scrittura (Essay, 2014) La scuola cattolica  (Roman, 2016), Un adulterio. (Roman, 2017), Cronistoria di un penso infame (Essay, 2018), Cuori Fanatici (Roman, 2019).   Für seinen fast 1300 Seiten starken Roman La Scuola Cattolica (dt. Die katholische Schule) erhielt er 2016 den Premio Strega, die wohl größte literarische Auszeichnung Italiens. Außerdem erhielt er den Premio Napoli (für Il ritorno. Diario di una missione in Afghanistan), den Premio Mondello (für Vita e morte di un ingegnere)  und den Premio Viareggio (für Svenimenti).