Couchsurfing im Iran


Buchpräsentation im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg

Stephan Orth »Couchsurfing im Iran«

Termine: Am Dienstag, 17. März 2015 von Piper Verlag / Bettina Feldweg

Stephan Orth präsentiert seinen Reisebericht »Couchsurfing im Iran«

Lesung Stephan Orth

Eigentlich ist das ja verboten, Stephan Orth hat es trotzdem gemacht. Er ist als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran gereist. Dabei hat er ein Land kennengelernt, das so gar nicht zu dem Bild als Schurkenstaat passt. Bei seiner Buchpräsentation erwartet uns ein Abend voller mitreißend erzählter Geschichten über die kleinen Freiheiten und großen Sehnsüchte der Iraner.

 

"Der Reiseredakteur Stephan Orth betritt die Bühne – unter Chameneis und Khomeinis strengen Blicken. Im Iran hängen die beiden Diktatoren-Porträts überall; jetzt können sich auch die gespannten Zuhörer vorstellen, wie es ist, ständig von ihnen beobachtet werden, denn Stephan hat das Podium stilgerecht dekoriert. Rund 80 Gäste sind an dem Abend gekommen, um seinen Reiseerlebnissen im Iran zu lauschen; die Veranstaltung ist restlos ausverkauft, und so müssen einige Kurzentschlossene wieder gehen und sich bis zu seiner nächsten Lesung gedulden.

 

Zwei Monate hat Stephan Orth den Iran bereist und dabei fast nur privat übernachtet – allerdings, wie er gleich vorausschickt, kein einziges Mal auf einer Couch geschlafen, dafür umso öfter auf Perserteppichen. Er hat ein Volk erlebt, das für ihn ohne Frage das gastfreundlichste der Welt ist (30 Länder hat Orth als Couchsurfer schon bereist) und dabei hinter die Kulissen eines Landes geblickt, das in den Medien oft als Schurkenstaat verteufelt wird. Er hat Bikinipartys mitgefeiert, Ehsan kennengelernt, der undercover Wein anbaut und sich als echter persischer Prinz entpuppte, und in Shiraz den Grafikdesignstudenten Saeed, der ein wahrer Couchsurfing-Junkie ist – in den letzten drei Monaten hat Saeed 45 Leute bei sich beherbergt; selbst reist er am liebsten mit Zelt und Rucksack.

 

Zehntausende Iraner leben in Hamburg. Auch von ihnen sind einige im Publikum, um von Stephan Orth zu erfahren, was die junge Generation im Iran heute umtreibt, die Fremde bei sich aufnimmt. 60 Prozent der iranischen Bevölkerung sind unter Dreißig, und der Hunger nach Informationen aus dem Ausland ist gewaltig: danach zu erfahren, wie es in Berlin aussieht oder was wir Deutsche von den Iranern halten. Die Gastgeber setzen dafür Einiges aufs Spiel setzt (alle Namen im Buch wurden verändert), denn Couchsurfing steht im Iran unter Verbot. Zu groß ist die Angst der Machthaber, dass die Bevölkerung mehr über die Freiheiten im Westen erfährt, als ihnen lieb sein kann.

 

Orth ist ein begnadeter, überaus sympathischer Erzähler. Gekonnt ermuntert er, dieses gastfreie Land selbst zu entdecken. Seine faszinierende Schilderung lockert er mit Bildern und Videosequenzen auf. Als spontaner Überraschungsgast ist Mina im Publikum, deren Vater aus dem Iran stammt, die u.a. in München studierte, Stephan eine Zeit lang auf seiner Reise begleitete, einen Teil der großartigen Fotos beisteuerte und mit der sogar schon mal verheiratet war – wenn auch nur zum Schein …

 

Ein packender Abend mit spannenden, teils lustigen und auch sehr berührenden Erzählungen von Kriegsopfern und Kindern, aufgeschlossenen, fröhlichen Gastgebern und von Frauen, die ihren Schleier ablegen, sobald die Tür hinter ihnen ins Schloss fällt."

 

>> Alle Veranstaltungen zu Couchsurfing im Iran auf einen Blick

 

 

© Sandy Tsai
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