Thomas Finn im Interview



Das »Nautilus - Fantasymagazin« hat  Fantasyautor Thomas Finn bei einer Lesung zum Interview getroffen

Das Interview führte Carsten Schmitt vom »Nautilus Fantasymagazin« und wurde auf der Facebookseite »Nautilus - Fantasymagazin« veröffentlicht.



Thomas »Tom« Finn ist der NAUTILUS schon lange verbunden, schließlich hielt er Anfang der 2000er für einige Jahre als Chefredakteur das Steuer in der Hand. Schon lange jedoch hat er die Kommandobrücke gegen die Schreibstube des Autors eingetauscht. Dass es dabei jedoch alles andere als langweilig zugehen muss, im sprichwörtlichen stillen Kämmerlein, beweist der Autor auf seinen Lesungen, bei denen er sein beträchtliches schauspielerisches Talent dazu benutzt, seinen Figuren Leben einzuhauchen. NAUTILUS Fantasymagazin hatte kürzlich die Gelegenheit einer solchen Lesung beizuwohnen und dem Autor einige Frage zu stellen. Lest, was Thomas Finn zu seinem Lieblingsgenre, der Bedeutung von Phantastik und nicht zuletzt seinem neuen Roman, »Glühender Zorn«, zu erzählen hat.

Du hast Drehbücher fürs Fernsehen und Theaterstücke geschrieben, Rollenspielszenarios für verschiedene Pen & Paper Rollenspiele, Jugendbücher, sowie Romane in den Genres Fantasy, Thriller, Horror und Krimi verfasst. Gibt es ein Genre oder Medium, in dem Du Dich besonders Zuhause fühlst?

Ja, als Genre ist das natürlich die Phantastik. Die verbindet ja alle meine Bücher grundsätzlich miteinander – bis auf einen waschechten Krimi. Und als Medien sind das natürlich die Romane und Rollenspiele. Drehbücher und Theaterstücke habe ich zu einer Zeit geschrieben, als ich mich als Autor ausprobiert habe. War auch toll, dass ich es zu einigen verfilmten Drehbüchern und Theaterstücken gebracht habe, die bis heute aufgeführt werden. Aber das Rollenspiel begleitet mich seit meiner Teenagerzeit – und der Roman ist das Medium, in dem ich mich einem großen Publikum gegenüber am besten mitteilen kann.

© Florian Lacina

Gibt es bei aller Verschiedenheit Deiner Werke ein verbindendes Element, also etwas das einen typischen Tom Finn ausmacht?

Schwierig, sich da als Autor selbst zu äußern. Meine Leser könnten da vermutlich besser den Finger drauflegen. Bei meinen Horror- und Mystery-Thrillern ist es hoffentlich die Art und Weise, wie ich mit Quellen und historischen Elementen umgehe und wie ich sie mit der Fiktion verbinde. Allgemein vielleicht auch die Art und Weise, wie ich große Bühnen oder die jeweilige Hintergrundwelt meiner Geschichten inszeniere. Und nie gründet eine meiner Geschichten lediglich auf einer Idee. Ich warte stets, bis mehrere zusammengekommen sind, bevor ich auch nur eine Zeile schreibe. Ich recherchiere jedenfalls stets sehr intensiv, sei es nun bei Romanen oder auch in den meist umfangreichen Quellenmaterialien von Fantasy-Rollenspielen, um so auf mögliche Querverbindungen zu stoßen, auf die möglichst sonst noch niemand gekommen ist. Aber das versucht andererseits natürlich auch jeder Kollege. Ganz bestimmt sind alle meine Geschichten aber immer sehr handlungsgetrieben.

 

 

 

An der Phantastik reizt mich schlicht der ›sense of wonder‹,
der Einbruch des Übernatürlichen in die Welt des Normalen und Profanen.



Die Phantastik hat es Dir offensichtlich angetan - schließlich hast Du in dem Genre bereits als Herausgeber von Fanzines in den frühen 1990ern Deine ersten Gehversuche gemacht. Was macht den Reiz des Genres für Dich aus? Welchen Wert hat Phantastik, Deiner Meinung nach?

An der Phantastik reizt mich schlicht der ›sense of wonder‹, der Einbruch des Übernatürlichen in die Welt des Normalen und Profanen. Ich denke, das ist das, was alle Phantastik-Liebhaber miteinander verbindet. Hinzu kommt die Vielzahl an Möglichkeiten, die die Phantastik bietet, denn darunter fallen Science Fiction, Fantasy, Horror, Mystery und manches mehr. Ein unglaubliches erzählerisches Spektrum. Außerdem gibt es ganz konkrete und sehr starke Stimmungsbilder, die du als Erzähler eigentlich nur mittels der Phantastik bedienen kannst, nämlich Horror und Pathos. Beides rüttelt an Urinstinkten, die tief in jedem von uns schlummern. Und beides kann man mit gewöhnlichen Geschichten nur bedingt herausbeschwören. Die Ausnahme stellen bei Horror natürlich die Thriller da. Bei Pathos versagt das Genre aber. Welchen Wert die Phantastik demzufolge hat, kann ich dir nicht sagen. Welcher Wert hat die Begeisterung für Fußball? Welcher die Begeisterung für japanische Raku-Keramik? Die Phantastik bietet uns in jedem Fall spielerischen Raum zum Ausleben von Kreativität, Neugier und Visionen. Damit trägt sie ihren Teil zum Fortschritt der Menschheit bei.

In Deinem aktuellen Roman, »Glühender Zorn«, bist Du unter dem Pseudonym F.I. Thomas, wieder zur klassischen Fantasy zurückgekehrt. Magst Du uns ein wenig über die Entstehungsgeschichte des Romans erzählen, und uns einen Einblick geben, worum es darin geht?

Nach den vielen Jahren, die ich für Fantasy-Rollenspiele geschrieben habe, und nach meinen beiden All-Age Tetra- bzw. Trilogien »Die Chroniken der Nebelkriege« und »Die Wächter von Astaria« war es mir eine große Freude, endlich mal wieder eine epische High-Fantasy-Geschichte zu kreieren. Da ich die letzten Jahre über unter meinem richtigen Namen vornehmlich Mystery-Thriller und andere eher real verortete Storys geschrieben habe, haben wir uns für dieses Projekt für ein echtes High Fantasy-Pseudonym entschieden. Hinter F.I. Thomas steckt aber natürlich ein waschechter Thomas F.I.nn.
Die Geschichte von »Glühneder Zorn« handelt von einer Gruppe von Zauberlehrlingen um die Zwanzig, die bei ihrer Weihe zu Vollmagier erkennen müssen, dass sie alle bloß als Opfer ausersehen waren, um ihren Lehrmeistern die Unsterblichkeit zu sichern. Den Adepten gelingt die Flucht, doch fortan werden sie mit allen weltlichen und magischen Mitteln gejagt. Sie sind daher gezwungen, zum Teil recht unkonventionelle Wege zu finden, ihre Kräfte zu mehren, um ihren Häschern so standhalten zu können. Dabei kommen sie einem großen Geheimnis auf die Spur, in das auch die ausgelöschten Drachen der Welt involviert sind - und dessen Entdeckung letztlich in einem epischen Krieg mündet. Die grundsätzliche Idee zu der Geschichte schlummerte bereits seit einigen Jahren in meinem Kopf. Und der größte erzählerische Reiz bestand für mich darin, eine wirklich epische Story zu kreieren, die einerseits die klassischen Fantasy-Fans begeistert, der es aber ebenso wie bei Game of thrones nicht an Intrigen, dramatischen Plotwendungen und einer zuweilen wirklich dreckigen Hintergrundwelt mangelt. Hinzu kommt, dass der Roman aus sechs unterschiedlichen Perspektiven geschrieben ist, zu denen sich noch sechs Antagonisten hinzugesellen, alle mit unterschiedlichen Hintergründen und Zielen. Kurz: Ich denke, dem Leser wird nicht langweilig werden.

Du schreibst bereits an einem neuen Buch, und hast vermutlich noch einige weitere Ideen im Hinterkopf. Kannst Du uns schon etwas darüber verraten? Gibt es vielleicht ein Genre oder Medium, das Du noch ausprobieren möchtest?

Nun, bis auf Hörspiele habe ich ja schon alle Medien als Autor ausprobiert. Ich glaube kaum, dass ich da noch größere Änderungen vornehmen werde. Derzeit arbeite ich an dem für Frühjahr 2018 bestimmten Horrorthriller »Lost Souls«, in dem ich die unheimliche Sage des Rattenfängers von Hameln aufgreife. Stimmungsmäßig wird das eine Mischung aus meinen Romanen »Weißer Schrecken« und »Aquarius« und ich bin da bei meinen Recherchen wieder über einige wirklich aufsehenerregende und gruselige Dinge gestoßen. Danach geht es dann sofort an den zweiten Teil von »Glühender Zorn« – aber da kann ich mich eigentlich entspannt zurücklehnen. Da muss dann nämlich wieder dieser F.I. Thomas ran.



Glühender Zorn

F. I. Thomas

480 Seiten

€ 14,00 (D)

 


 

Der fesselnde Auftakt zu einem grandiosen High-Fantasy-Epos

 

Einst herrschten grausame, zauberkundige Drachen über die Jungen Königreiche. Heute liegt ihre Magie in den Händen von sechs Magiern, dem Orden der Stäbe. Deren Novizen kommen einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur: Sie sollen getötet werden, um ihren machtgierigen Lehr- meistern die Unsterblichkeit zu verleihen. Ihnen gelingt die Flucht, doch sie können die mächtigsten Zauberer der Welt nur besiegen, indem sie ihr magisches Wissen mehren. Dabei stoßen sie auf eine furchtbare Wahrheit, die hinter der Zauberei steckt und die der Orden der Stäbe um jeden Preis geheim halten will. Es entbrennt ein magischer Krieg, als unerwartet ein alter Feind zurückkehrt ...

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