»Ich werde jetzt auch als Buchautor wahrgenommen - das freut mich sehr«


Mit »Am Ende bleiben die Zedern« legte Autor Pierre Jarawan sein großes Romandebüt vor. Zum Erscheinen der Taschenbuchausgabe konnten wir mit dem Autor rückblickend über seine mehr als einjährige Lesereise, damit verbundene Veränderungen und bleibende Eindrücke sprechen.

© Marvin Ruppert

Was hat sich seit dem Erscheinen des Hardcovers von »Am Ende bleiben die Zedern« alles in deinem Leben geändert?
Ich hatte eine sehr turbulente Zeit mit einer langen Lesereise direkt nach dem Erscheinen, die dann in eine ruhigere Zeit übergangen ist, in der ich die Eindrücke sacken lassen konnte. Der Roman hat mich mit den vielen Lesungen, Interviews, und allem Drumherum, mehr als ein Jahr lang komplett vereinnahmt. Ich habe dann eine ganze Weile gebraucht, um diese Eindrücke abzuschütteln, und mich einem neuen Projekt zu widmen. Verändert hat sich, dass ich jetzt nicht mehr ausschließlich als Slam Poet, sondern vor allem als Buchautor wahrgenommen werde und das ist etwas, das mich sehr freut.

Rückblick zum Erscheinen des Taschenbuchs: Was waren die eindrücklichsten Momente für dich auf deiner Lesereise?

Da gab es viele Dinge, die mich beeindruckt und erstaunt haben: Die Leidenschaft der Buchhändlerinnen und Buchhändler, die sich so stark für den Roman eingesetzt haben, zum Beispiel. Oder wie viele Menschen bei den Lesungen waren, die den Roman bereits kannten. Ich durfte sehr viele spannende Persönlichkeiten auf dieser Lesereise kennenlernen, das war das Schönste an ihr.

Welche Frage hättest du deinen Lesern gerne mal gestellt?
Wie kommt ihr auf eure Ideen?

Welche waren die drei meistgestelltesten Fragen der Leser zum Buch oder an dich während deiner Lesereise?
Ist das Buch autobiografisch?
Wie lange haben Sie an dem Buch geschrieben?
Was hat Sie dazu bewogen, diesen Roman zu schreiben?

Aber meine Lieblingsfrage:
Haben Sie auch was Anständiges gelernt? :)

Wie ist es für dich, auch eine Lesung in Beirut veranstalten zu können?
Das ist etwas sehr Besonderes! Für deutsche Leserinnen und Leser war der Roman ja unter anderem deswegen interessant, weil er sie in den Libanon, und damit in ein für sie eher unbekanntes Land entführt hat. Es wird spannend sein, zu sehen, wie die Menschen, die dort Leben, nicht nur die Beschreibungen des Landes, sondern auch die Thematik des Buches aufnehmen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Gespräche dort!

Wie geht es für dich weiter? Schreibst du bereits an einem neuen Roman?
Ja, aktuell widme ich meine Zeit fast ausschließlich dem zweiten Roman, die Handlung behalte ich aber noch für mich. :)


Buchtrailer zu »Am Ende bleiben die Zedern«



Am Ende bleiben die Zedern

Pierre Jarawan

448 Seiten

€ 11,- (D)

 



»Alle Söhne lieben ihre Väter. Aber ich habe meinen verehrt. Weil er mich mitnahm in die Wunderwelten seiner Geschichten.«

 

Samirs Eltern sind kurz vor dessen Geburt aus dem Libanon nach Deutschland geflohen. Als sein geliebter Vater spurlos verschwindet, ist Samir acht. Jetzt, zwanzig Jahre später, macht er sich auf in das Land der Zedern, um das Rätsel dieses Verschwindens zu lösen. Eine große Familiengeschichte, berührend, überraschend und meisterhaft verwoben mit dem dramatischen Schicksal des Nahen Ostens.



>> ZUR LESEPROBE



Einblicke in Pierre Jarawans Lesereise
und die Entstehung seines Romans


»Ich wollte eine besondere Erinnerung an meine erste Lesereise mit meinem ersten Roman.

Also habe ich in jeder Buchhandlung, in der ich gelesen habe, ein Buch gekauft und es von den Buchhändlerinnen und Buchhändlern signieren lassen. Ich verbinde mit jedem dieser Bücher eine Stadt, ein Datum, eine Buchhandlung, ein persönliches Gespräch, eine Geschichte und so lässt der Blick ins Bücherregal mich diese besondere Lesereise jedes Mal aufs Neue erleben.«

 

 

 

»Ich hatte mir eine erste grobe Struktur der Handlung und der unterschiedlichen Zeitebenen aufgemalt, bevor ich mit dem Schreiben anfing.

Ich dachte: bei so vielen Wendungen, ist es wichtig, alles vorher genau festzulegen. Ein bisschen so, als würde ich mir einen Stadtplan anfertigen, damit ich mich nicht verlaufe. Aber als ich dann in der Stadt war, habe ich schnell gemerkt, dass ich ihn gar nicht brauche, weil es viel spannender war, einfach durch die Straßen zu laufen, und zu erfahren, was hinter der nächsten Ecke auf mich wartet. Außerdem konnte ich meine Schrift nicht mehr lesen.«

 

 



Pierre Jarawan
wurde 1985 als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Amman, Jordanien, geboren, nachdem diese vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Im Alter von drei Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Seit 2009 zählt er zu den erfolgreichsten Bühnenpoeten im deutschsprachigen Raum. 2012 wurde er Internationaler Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. »Am Ende bleiben die Zedern« ist sein Romandebüt, für das er 2015 das Literaturstipendium der Stadt München und 2016 den Bayerischen Kunstförderpreis erhielt. Pierre Jarawan lebt in München.


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