Sie sind die Mächte des Feuers.


Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt.


Die Altvorderen gehen mit DRACHENGIFT in die dritte und vorerst letzte Runde.
Die Geschichte ist erzählt, neue Geschichten sind aber möglich, wie man an den Andeutungen ableiten werden kann. Ja, ich weiß, ich kann nicht anders. Falsch: Ich WILL nicht anders. Ich mochte das Szenario der 20er Jahre einfach zu sehr, um den Altvorderen einen dritten Band vorzuenthalten und den längst überfälligen Blick nach Amerika zu lenken. Und ich mag dieses Universum zu sehr, um die Tür für immer zu schließen. Wer nach dem Lesen über offene Punkte nachgrübeln möchte, nur zu. Das war meine volle Absicht.


Und außerdem wollte ich Nikola Tesla einbauen. Er ist in diesem Genre einfach ein Muss, auch wenn ich ihn wieder in einem anderen Licht erscheinen lasse.
DRACHENGIFT begann damit, dass ich die ersten beiden Bände wieder rauskramte und mich einlas. Auch das bleibt nicht aus, wenn man in dieses Universum mit den Gedanken und dem Gefühl eintauchen will. Dazu liefen natürlich die passenden Songs der 20er und frühen 30er Jahre. Zudem galt es, einige Begebenheiten aus dem Jahr 1927 einzubauen, ganz nebenbei, um das Gefühl von »es hätte sein können« zu erzeugen. Schließlich kamen meine Plot-Aufzeichnungen ins Spiel, die ich schon 2011 gemacht hatte.


Und natürlich die Luftschiffe und Flugzeuge!
Auch sie gehören wie immer ins Repertoire, auch wenn Silena dieses Mal viel zu Fuß unterwegs ist, aber keine Sorge: nicht nur.
In 2011 stolperte ich über den Artikel über die Himmelsschreiber. Menschen, die mit tollkühnen Manövern in ihren Maschinen Werbebotschaften in den Himmel malten. Dazu brauchte man unglaubliches fliegerisches Geschick und eine Vorstellungsgabe, wie man die flüchtigen Buchstaben richtig an das Blau bekam, damit die Menschen am Boden sie lesen konnten.
Im Mai 1927 beauftragte er zwei Piloten damit, ein gigantisches »Hallo Berlin!« in den blauen Hauptstadthimmel zu schreiben - und brachte damit das Leben in der sonst so geschäftigen Stadt fast zum Erliegen.
»Der Potsdamer Platz bot für einige Minuten ein Bild absoluter Ruhe, und straßauf und straßab hielten Autos und Straßenbahnen, gestikulierten aufgeregte Menschen«, schrieb Paul Mundhenke, damals Werbeleiter von Henkel. Geschickt ließ man die Berliner eine zeitlang über den Sinn der Grußworte rätseln. Umso besser prägte sich die Botschaft ein, als ein weiteres Flugzeug startete und rund 8000 Kubikmeter Rauch pro Sekunde hinter sich herzog: Jetzt prangte in fetten Lettern »Persil« über Berlin. Der Schriftzug war sieben Kilometer breit.
(Quelle: http://www.spiegel.de/einestages/himmelsschreiber-a-947251.html)

DAS nenne ich mal Werbeanzeige!
In Zeiten ohne soziale Medien war es DER Weg, auf einen Schlag Tausende zu erreichen.
Intern spielten die Henkel-Juristen gleichzeitig schon einmal Schreckensszenarien durch: Wie würde man auf Regressansprüche reagieren, wenn in die Luft starrende Autofahrer Unfälle verursachten?
Keine ganz abwegige Befürchtung, denn die Deutschen ließen sich von der spektakulären Werbung in helle Aufregung versetzen. Zeitungen berichteten über Panik, nachdem einige Menschen aus der Entfernung fälschlicherweise „Pest“ statt „Persil“ gelesen hatten. Gläubige sanken ehrfürchtig zu Boden, weil sie den Namen des Waschmittels »IMI« am Himmel als göttliche Abkürzung für Jesus-Maria-Joseph gedeutet hatten.

Andere wiederum waren tief gerührt von der Werbung, die ein Waschmittel in die Nähe des Allmächtigen rückte. »Alle reden nur von Persil, auch die eleganten Herren und Damen, die nichts vom Waschen wissen«, berichtete eine Haushaltshilfe. »Ich kriege Tränen in die Augen, dass auf einmal Waschen so wichtig ist, wo es doch mit meiner niedrigen Arbeit zu tun hat.« Selbst Kinder schrieben an die Firma Henkel wie sonst nur an den Weihnachtsmann und wünschten sich ihren Namen an den Himmel.
(
Quelle: http://www.spiegel.de/einestages/himmelsschreiber-a-947251.html)

Also brachte ich einen sehr reichen Chemie-Unternehmer in DRACHENGIFT an den Start, der mit seinen Sprühflugzeugen eine spezielle Substanz verteilt, die gegen Drachen helfen soll. Damit wurde der Giftgashorror aus dem Ersten Weltkrieg zum Positiven für die Menschen umgemünzt. Aber ob RESACRO wirklich so hilfreich sein wird...? Das steht im Buch. Aus dramaturgischen Gründen und so.
Natürlich werden Silena und Grigorij in Abenteuer verwickelt, auch wenn sich die Zeit der Altvorderen dank der chemischen Keule dem Ende zu nähern scheint. Aber Silenas Freund Ahmat, besser bekannt als Drachentöter Ichneumon, verschwindet, und sie muss sich in Amerika auf die Suche nach ihm machen. Was sie dort herausfindet, bringt sie in höchste Lebensgefahr. Derweil scheint Grigorij unter den Einfluss eines Drachen geraten zu sein, der ihn mit »Zauberpulver« versorgt. Auch das ist, wenn man so möchte, Drachengift, das den Zaren zu seiner Marionette machen soll. Wird es ihm gelingen?

Eine neue Figur ist mit am Start, Dr. Ulrika Mang, eine etwas ältere studierte Dame, die vom wiedergegründeten Officium Draconis beauftragt wird, nach Freising zu fahren und sich dort einen bestimmten Pfeiler in einer Krypta nach kunsthistorischen Aspekten anzuschauen, der bislang nur durch seine Einzigartigkeit in Deutschland auffiel. Aber verbirgt sich dahinter mehr?

Über diese Säule -eine wirkliche Besonderheit in der romanischen Baukunst- und ihre europäischen Verwandten stolperte ich auf einer Lesereise in Freising. Das fand ich so gut, dass ich sie einbauen wollte. Und wie es die Fügung wollte, gibt es diese Besonderheit auch in Lucca, dieses schöne italienische Städtchen nahe Florenz, in das es mich letztes Jahr zu einer Convention verschlug. Beste Vorlagen für den Roman-Autor!


Und nicht zuletzt sind auch die Altvorderen dabei, von Ddraig bis Vouivre, die ihre Fehden, Feindschaften und Spielchen spielen, um sich gegen die chemische Bedrohung zu wappnen und sie schnellstmöglich zu eliminieren. Wird es ihnen gelingen oder enden die mächtigen, uralten Kreaturen durch schnödes Gas?
Dann heißt es für mich und die Neugierigen jetzt warten, bis der dritte Band erschienen ist.
Bis dahin empfehle ich die Songs aus den 20ern, allen voran Whispering Jack Smith mit »Crazy Rhythm«.

 

 


Markus Heitz © Martin Hoehne
Markus Heitz © Martin Hoehne

Markus Heitz »Drachengift«

DRACHENGIFT | Markus Heitz
Mit »Drachengift« führt Markus Heitz erneut in die Goldenen Zwanziger Jahre und eröffnet den finalen Kampf zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen.
PIPER, 560 Seiten,
19,99 € (D), 20,60 € (A)

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