Spuren im Sand…


Eine blaue Lagune, ein paradiesischer Strand und ein dunkles Geheimnis – der neue Roman von Lucy Clarke ist da!

Buchblog: Am Dienstag, 30. Mai 2017 von Piper Verlag/ Lucy Clarke

Im Interview spricht Lucy Clarke über das Leben in einer Strandhütte und ihren neuen Roman »Die Bucht, die im Mondlicht versank«.

Lucy Clarkes Sohn Tommy

 

Sie verbringen ihre Sommer gerne in einer Strandhütte an der Südküste Englands mit ihrem Mann und Ihren Kindern – ganz genauso wie die Familien im Roman. Was gefällt Ihnen am besten am Leben in einer Strandhütte?

Unsere Familie besitzt eine Strandhütte seit ich acht Jahre alt war. Die Bekanntschaften, die ich während dieser ersten Sommer gemacht habe, sind – 25 Jahre später – immer noch einige meiner engsten Freunde. Wir haben uns mit unseren Surfbrettern in die Wellen gestürzt oder dicht gedrängt in einer der Hütten Karten gespielt, wenn draußen der Regen prasselte. Tatsächlich habe ich auch meinen Mann am Strand kennengelernt. Seine Familie besaß die Hütte nebenan und ich habe meine Zeit oft damit verbracht, ihn beim Windsurfen zu beobachten.

 

 

 

 

 

Lucy Clarke mit ihrem Sohn

»Die Bucht, die im Mondlicht versank« ist gespickt mit Details und Beobachtungen aus meinen eigenen Erfahrungen: wie ich als Kind Krabben an der Anlegestelle gefangen habe oder mir ein Sandloch für meinen Bauch gegraben habe als ich schwanger war… Für mich besteht der Zauber des Strandhüttenlebens darin, sich ganz auf das Wesentliche zu besinnen – aus der Hektik des alltäglichen Lebens auszubrechen und zu entschleunigen.

 

Würden Sie sagen, dass sie das Teilen eines solch kleinen Raumes als Familie noch stärker vereint hat?

Ja, das würde ich. Wir verreisen während der Wintermonate meistens, aber wenn der Sommer kommt, dann gibt es keinen Ort an dem wir lieber wären als in unserer Strandhütte. Es ist genauso wie Sarah in »Die Bucht, die im Mondlicht versank« sagt: Was uns jedes Mal wieder hierhertreibt, ist die Tatsache, dass die Strandhütte unsere Familie vereint. Für wenige Wochen treten wir aus dem Alltagstrott heraus und leben in einer anderen Welt, in der Wetter und Gezeiten unsere Tage bestimmen.

 

 

 

 

»Das Meer ist Teil meines täglichen Lebens«

Lucy Clarke: »Die Bucht, die im Mondlicht versank«

Im Roman fängt die idyllische Fassade des Strandhüttenlebens langsam an zu bröckeln, als Sarahs Sohn Jakob ohne jede Spur verschwindet und nach und nach immer mehr Geheimnisse ans Licht kommen. Denken Sie, dass jeder Mensch eine Art dunkles Geheimnis hat?

Wissen Sie, je älter ich werde, desto öfter denke ich mir: Ja, jeder hat eines! Natürlich sind die Familiengeheimnisse in meinen Romanen immer besonders düster und verworren. Aber ich glaube, dass die meisten Familien irgendeine Art von Geheimnis haben, dass sie lieber nicht öffentlich machen möchten (meine Familie eingeschlossen!).

 

Jacob und Marley sind die allerbesten Freunde, genauso wie Sarah und Isla. Was bedeutet Freundschaft für Sie und haben Sie einen Freund oder eine Freundin aus Kindertagen, dem Sie immer noch sehr nahe stehen?

Die Bande der Freundschaft haben mich schon immer fasziniert – und insbesondere die Frage, wie sich die Form dieser Beziehungen im Laufe der Zeit ändern kann. Im Roman sind Sarah und Isla seit der Kindheit beste Freunde. Ich wollte erforschen, was passiert, wenn diese Freundschaft an ihre Grenzen stößt.

Ich kenne meine beiden besten Freunde, Fliss und Polly, seit ich fünf Jahre alt war. Wir sind zusammen aufgewachsen und sie sind wie Schwestern für mich. Als ich einige Szenen zwischen Sarah und Isla schrieb, habe ich versucht, mich in die Figuren hineinzuversetzen, indem ich mich fragte, wie ich mich fühlen würde, wenn die Ereignisse mir, Fliss und Polly geschehen würden. (Zum Glück ist meine Freundschaft mit ihnen beiden weit weniger dramatisch als die zwischen Sarah und Isla!)

Hier schreibt Lucy Clarke am Liebsten

Ihre Bücher spielen oft am oder in der Nähe des Wassers. Wie wichtig ist Ihnen das Leben am Meer als Schriftstellerin?

Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo zu leben, wo das Meer nicht ein paar Schritte entfernt ist. Immer wenn ich durch das Inland reiste oder in einer Stadt wohnte, fühlte ich mich völlig entwurzelt. Das Meer ist Teil meines täglichen Lebens – ob ich in der Strandhütte schreibe, auf Küstenwegen jogge, mit meinen Kindern am Strand spiele oder mit meinem Mann auf dem Paddleboard durchs Wasser gleite – ich kann mir nicht vorstellen, das hinter mir zu lassen.

Ich habe viel von »Die Bucht, die im Mondlicht versank« in unserer Strandhütte geschrieben. Es ist mein absoluter Lieblingsort um zu schreiben, da ich viel besser arbeite, wenn ich abgeschieden bin (ich lasse meinen Laptop zurück, schalte mein Handy aus und schreibe von Hand). Sonnige Tage sind natürlich unglaublich, aber stürmische, regnerische Tage haben auch eine gewisse Faszination an sich, wenn sich der Strand leert und die einzigen Geräusche das Tosen der Wellen oder ein pfeifender Teekessel sind.



Lucy Clarke
© James Bowden

Lucy Clarke studierte Englische Literatur an der Universität von Cardiff, bevor sie sich ganz ihrer Karriere als Schriftstellerin widmete. Ihre Romane erobern auf der ganzen Welt die Bestsellerlisten. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat und die Liebe zum Meer teilt. Den Sommer verbringen sie an der Südküste Englands, den Winter in fernen, exotischen Ländern.

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Kommentare zu diesem Blog
1. Honigtot
Sabine Lehmpfuhl am 31.03.2017

Liebe Frau Hanni Münzer,
Herzlichen Dank für diesen wundervollen und gelungenen Roman. Bei einem Aufenthalt auf dem Bahnhof in Hamurg - Altena habe ich ihn im Buchladen entdeckt.
Das Theam interessierte mich. Ich begann zu lesen und konnte das Buch nicht wierder weglegen. Es hat mich zutiefst berührt. Ich bin gerade auf der Suche nach meiner Vergangenheit. Ich habe eine Großmutter die wahrscheinlich Jüdin war und in Zeitz ca. 1933 umgekommen ist. In Zeitz gab es eine Außenstelle von Buchewald.
Ich versuche gerade etwas über meine mütterlilche Herkunft herauszubekommen.
Leider ist meine leibliche Mutter kurz nach meiner Geburt gestorben. Und ich selbst werde am Sonntag 60 Jahre alt. Mein Wunsch, die Geschichte hinter der Geburtsdaten zu ergründen wird jetzt noch einmal wach. ihr Buch Honigtot hat mich sehr ermutigt mich doch noch mal intensiver auf die Spur zu begeben.
Für Sie alles Gute und herzlichen Dank.
Sabine Lehmpfuhl

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