Buchblog: Am Mittwoch, 03. April 2013 von Piper Verlag

Interview mit Arthur Escroyne zu »Der Killer im Lorbeer«

Der Tod trägt grün


Er arbeitet als Werbegrafiker für eine Keksfirma und lebt auf einem richtigen Schloss. Denn Arthur Escroyne, seines Zeichens 36. Lord of Sutherly, ist ein echter englischer Blaublüter und ein passionierter Gärtner. Und wie es das Schicksal so will, hat er sich ausgerechnet in eine Polizistin verliebt – und über sie und ihre Arbeit einen Krimi geschrieben. Im Interview erklärt er das verbrecherische Potenzial eines Gartens und warum ihn Pflanzen mehr faszinieren als der Besuch eines Polospiels.


Guten Tag, äh…. Wie spreche ich Sie nun korrekt an? Euer Lordschaft?


Gleich der komplizierte Frage zur Anfang. Als Earl of Sutherly bin ich gleichzeitig auch ein Baronet von Gloucestershire. Mein Vater war ein Peer, als seinen Sohn man kann mich als Earl ansprechen, also »Your Grace«, aber auch als Baronet, dann wäre das »Your Lordship«. Mir ist lieber, wenn sie sagen simply Arthur. Und bitte entschuldigen sie meine schlechte Deutsch.

Okay Arthur, wie kommt ein ehrenwerter Earl wie Sie dazu, Kriminalromane zu schreiben? Verbringen Sie Ihre Freizeit normalerweise nicht mit Polospielen oder Tea-Parties bei der Queen?

Was bedeutet »wie ich dazu komme«? Ich muss einfach schreiben, was my Rosy erlebt! It thrills me! Es regt mich zu sehr auf, wie sie da hinausgeht und jagt ein Mörder. Wenn ich schreibe, bin ich ihr nah, und manchmal ich kann ihr bei einem besonders tricky Mord auch helfen.
About Polo: Wenn Sie mich kennen, Ihnen wäre klar – absolutely no Polo! Ich habe eine Mordsangst vor die Pferde, wie Sie bald lesen können in meine nächste Thriller.

Und die Tea Parties? Wie ist die Queen denn so?

Oh, Her Majesty is quite a marvellous person. Wir waren sie besuchen, Rosy und ich, als Rosy ein award bekam. Sie und ein paar Kollegen durften in Buckingham Palace. H. M. war einigermaßen überrascht, dass der Gemahl von Detective Rosemary Daybell der Earl of Sutherly ist. Wir haben ein wenig gelacht darüber, bevor sie Rosy die Medaille an die Busen gesteckt hat.

Bei allem Respekt: Ein wohlhabender Lord sind Sie ja nicht gerade, Ihr Schloss ist ziemlich marode – wo ist denn das Familienvermögen geblieben?

Soll ich in public die schmutzigen Unterwäschen meiner Vorfahren waschen?

Nein, natürlich nicht, bitte verzeihen Sie die Indiskretion! Sie sind verlobt mit der Kriminalkommissarin Rosemary Daybell, über deren Arbeit Sie auch schreiben. Was ist sie denn für ein Mensch?


Oh please. Ich habe so viel beschrieben, wie großartig Rosy ist, und warum ich sie so liebe, ich kann nicht mehr schwärmen. Sie wird sonst wirklich noch... wie sagt man – eingebildet.

Sie selbst sind ein passionierter Gärtner – wie passt das zusammen: der sensible Pflanzenfreund und die toughe Polizistin? Wie sieht die Rollenverteilung bei Ihnen zuhause aus?

Oh das passt ganz wonderful. Es ist Zeit, dass alle die Menschen wagen, das zu leben, was wirklich in sie steckt. In Rosemary steckt ein Held. Und ich bin wohl eher die Hausmutti. Ich kann Sie nicht sagen, wie froh ich bin, dass wir uns gefunden haben.

Sie nennen Rosemary im Buch Ihre Schwertlilie – warum? Was zeichnet Schwertlilien aus?

Sie sind zäh. Und schön. Und sie haben viele Farben, aber mein Favorit ist von tiefem, tiefem Blau. Ach, was erzähle ich. Ich sah diese junge Frau in die Augen und dachte: Schwertlilie. Bitte nageln Sie mich nicht mit die Logik fest.

Vergleichen Sie Menschen immer mit Pflanzen? Wie ist das bei Verbrechern?

Ja. Ich fürchte, das tue ich. Es ist stärker als ich. Die murderer lerne ich oft gar nicht kennen. Aber wenn, dann weiß ich gleich, huh, das ist ein Enzian, das ein Schattengewächs. Glauben Sie mich, es gibt Menschen, die sogar von die physiognomy her an gemeines Fettkraut (eine fleischfressende Pflanze, Anm. d. Red.) erinnern.

Im Buch geht es auch um einen Killer, der in Ihrem Lorbeer sein Unwesen treibt. Welches kriminalistische Potenzial hat denn bitteschön ein Garten?

A lot! Believe me. Wenn die Pflanzen genug Platz haben, in die Höhe und Breite zu schießen. Ist es nicht ganz natürlich, sich hinter einem Baum zu verstecken, wenn man sein Opfer auflauert?

Und der Mörder ist nicht immer der Gärtner?

(lacht) Oh, Sie meinen wegen »L’assassin était le jardinier«? Ein marvellous Song! Wie heißt noch dieser Chansonnier?

Reinhard Mey. Das Original war auf deutsch, es gab aber auch eine französische Version…

Good heavens, ja! In English, wir sagen: A little knowledge is a dangerous thing. Ich muss bitten um Vergebung hier.

Wie fand Rosy eigentlich Ihren ersten Roman – und noch wichtiger: Wird es Fortsetzungen geben?

Rosy ist selbst ein lausige Leserin. Wann sollte diese Frau lesen, bitte? Ich habe ihr das ganze Manuskript vorlesen gemusst. Und was tut sie? Entweder sie schläft sofort ein. Oder sie regt sich auf. Kritisiert mich, weil ich die Tatsachen vertauscht habe. Aber wie soll ich eine spannende Handlung berichten ohne ein bisschen Flunkeren? Einen Mordfall lösen in echt, das ist furchtbar viel denken und reden reden reden. Ich muss aber meine Lesern faszinieren, dass sie vor Spannung an die Fingernägeln kauen! Und so lange Rosy jagt die Verbrecher, gibt es auch Stoff für Fortsetzungen!

Harold Philipp Arthur Escroyne ist der 36. Earl of Sutherly. Nach seinem Kunststudium arbeitete er als Werbegrafiker für einen bekannten englischen Shortbread-Hersteller. Lord Escroyne ist für seine Nacktstängel-Schwertlilienzucht (Iris aphylla) über die Grenzen der Grafschaft hinaus bekannt. Der passionierte Gärtner gewann zahlreiche Preise. Er ist verlobt mit der Kriminalkommissarin Rosemary Daybell und lebt mangels Vermögen mit ihr auf dem baufälligen Familiensitz. »Der Killer im Lorbeer« ist sein erster Roman.

Kommentare zu diesem Blog
1. Der Killer im Lorbeer
Karola Molkenthin-Kollmeier am 05.04.2015

Ich bin begeistert von diesem spannenden und amüsanten
Kriminalroman und freue mich schon sehr auf den dritten
Roman und hoffe auf viele weitere! Danke !

2. Der Killer im Lorbeer
Pam am 06.02.2016

Ich bin eher zufällig an dieses fantastische Buch geraten und habe es verschlungen!
Die Art und Weise, wie der der geschätzte Earl die Story erzählt ist außergewöhnlich und super unterhaltsam und spannend dazu.
Gerade habe ich im Internet nach mehr Lesestoff von ihm gestöbert und bin sehr glücklich, dass sogar 3 weitere Bände mit dieser Art des Lesevergnügens erschienen sind!

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