Hannah Golds Sehnsucht nach Schmerz ...


»Nach dem Schmerz« ist die fesselnde Suche einer Tochter nach dem Geheimnis ihres Vaters

 

 

 

Lucas Grimm über seinen Debüt-Roman, den Thriller »Nach dem Schmerz«

Lucas Grimm
© Luca Senoner

Herr Grimm, in Ihrem deutsch-deutschen Thriller geht es um Daten, für die sich seit der Wendezeit viele Geheimdienste interessiert haben und offensichtlich immer noch interessieren… Eine wahre Begebenheit?

Die Rosenholzdateien gibt es tatsächlich. Sie enthalten unter anderem die Klarnamen von Politikern, Journalisten und Unternehmern, die vor 1989 im Westen für die Stasi spioniert haben. Bis heute wird der vollständige Zugang zu den Akten durch die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) blockiert.

Die Frage, die der Roman stellt, ist real: Warum werden diese Akten nicht freigegeben? Warum wird eine Forschungsgruppe aufgelöst? Was weiß der Verfassungsschutz über ehemals Westdeutsche, die in den Akten genannt werden? Was weiß der russische Geheimdienst FSB darüber? Wieso hält die CIA Akten von nichtdeutschen Personen aus dem Westen, die für die Stasi spioniert haben, zurück? Welche Rolle spielen bis heute Stasi-Seilschaften? Alles Fragen, die vermuten lassen, dass hier ein Komplott verborgen liegt, und unter Umständen Politiker in Deutschland bis heute erpressbar sind.

Die Cellistin Hannah Gold ist eine bemerkenswerte Protagonistin, ihre Musik spielt eine große Rolle im Roman. Wie ist die Figur entstanden?

Hannah Gold sollte von Anfang an eine Person sein, die an den Folterungen, die sie in der Kindheit erlitten hat, nicht zerbricht. Sie gehört somit zu den besonderen Heldinnen, über die ich schreibe. Das Cello und die Musik, gerade J. S. Bach, sind der emotionale Gegenpool zur Gewalt, die in dem Roman vorkommt.

Meine Recherche hat mich zu Martin Menking und Solène Kermarrec von den Berliner Philharmonikern geführt. Vor allem von Frau Kerrmarec habe ich sehr Persönliches über die Arbeit und die Gedanken einer Cellistin erfahren. Dazu kamen die Biographien von Jaqueline du Pré und der Pianistin Hélène Grimaud, die mir einen Einblick in die verwundete und abgründige Seele einer Musikerin ermöglichten.

 

Sie sind Autor erfolgreicher Kino und TV-Filme. Was hat Sie dazu bewogen, mit »Nach dem Schmerz« Ihren ersten Thriller zu schreiben? Werden Sie weitermachen?

Fernsehen und Kino sind in einem engen thematischen Korsett gefangen. Dazu kommt die Hoheit der Redaktionen, die eine unsichtbare inhaltliche und formale Zensur vornehmen. Als Drehbuchautor hast du schon von vornherein die Schere im Kopf: Was kann ich erzählen und was nicht.

In der Welt der Literatur gibt es da weit weniger Einschränkungen, ja sogar von Seiten der Verlage eine Neugier auf ungewöhnliche, mutige und universelle Geschichten. Derzeit schreibe ich den zweiten Roman um den Journalisten David Berkoff, der hier mit einer abgründigen Heldin konfrontiert wird, wie man sie in Deutschland noch nicht gelesen hat.

 

Wird »Nach dem Schmerz« denn verfilmt?

Ja, es gibt schon recht konkrete Pläne. Näheres dazu bald.

 

Nach dem Schmerz

Lucas Grimm ist das Pseudonym eines erfolgreichen Drehbuchautors, der sein Leben jahrelang als Musiker, Schauspieler, Filmemacher und Entrepreneur gefristet hat. Nach einem Schicksalsschlag ist er mehrere Monate durch Amerika, Indien, Tansania und Israel gereist und hat begonnen zu schreiben. Der Thriller »Nach dem Schmerz« ist sein erster Roman. 

Buchblog: Am Donnerstag, 06. April 2017 von Piper Verlag

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