Gewinnen Sie ein Wochenende in Amsterdam für sich und Ihren Lieblingsrentner und weitere tolle Preise

Meine lieben Freunde,
Sie haben sich bestimmt gefragt, was aus mir geworden ist, seit meinem letzten Tagebucheintrag. Es gibt gute Neuigkeiten: der Alanito-Club besteht weiterhin und es gibt ein neues Buch, in dem ich Ihnen erzähle, was wir so getrieben haben in der letzten Zeit.

Und weil wir zwar immer noch gerne das eine oder andere Gläschen Eierlikör miteinander trinken, aber auch auf unsere Fitness achten, heißt das neue Buch »Tanztee«.


Können Sie sich an Ihr erstes Tänzchen erinnern – oder Ihren ersten Tanztee? Oder an einen ganz besonderen Tanz mit dem Sie viel verbinden?  Dieses Tanzlokal in Amsterdam, damals Neunzehnhundertsiebenundfünzig im Sommer... Jaa, da werden auch bei mir einige Erinnerungen wach und ich würde am liebsten sofort wieder mit meiner geliebten Eefje übers Parkett schweben. Hach, da werde ich ganz sentimental.

 

Erzählen Sie mir doch von Ihrem liebsten und schönsten Tanzerlebnis auf WhatsApp oder schicken Sie mir ein kleines Video. Das kann auch gerne eine Geschichte Ihrer Eltern sein oder Ihres Lieblingsrentners im Bekanntenkreis.


Für die schönsten Einsendungen gibt es wundervolle Preise – die sind teilweise auch für uns ältere Semester gedacht – aber man kann ja auch mal was verschenken:

 

 

1. Preis: Ein Wochenende für zwei Personen in meinem geliebten Amsterdam

(Anreise, Hotel und High-Tea inklusive)

 

2. -7. Preis: Einen AGILANDO-Tanzkurs im Wert von 100 Euro für Leute im besten Tanzteealter (50+). Weitere Infos zu diesem besonderen Angebot finden Sie hier.  

 

8.-27. Preis: Je ein Teepaket mit ausgewählten Wohlfühltees von H&S.


28.-50. Preis:  Ein von mir persönlich signiertes Exemplar von »Tanztee«.

 

Da kann man doch nicht widerstehen, oder? Melden Sie sich einfach bei meiner Whatsapp-Nummer an, schreiben Sie mir dort bis zum 31. Oktober 2017 und berichten Sie von Ihrem Tanzerlebnis – schriftlich, mit Foto oder auch per Video. Je ungewöhnlicher desto besser!

Ich werde ihre Beiträge dann meinen Freunden vom Piper Verlag und unserem »Alanito«-Club zeigen und wir werden sie dann gemeinsam prämieren.


Ich freue mich von Ihnen zu hören,
ergebenst Ihr
Hendrik Groen

Leseprobe

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Laut Statistik hat ein Mann, der an diesem letzten Tag des Jahres fünfundachtzig Jahre alt ist, eine ungefähr achtzigprozentige Chance, auch den 31. Dezember 2015 zu erleben. Ich richte mich dabei nach den Angaben des Nationalen Leitfadens für Volksgesundheit.

Ich werde mein Bestes tun, aber ich verbitte mir jedwede Klagen, falls das Tagebuch, mit dem ich morgen anfange, das Ende des Jahres nicht erlebt. Die Chancen stehen also 1 zu 5.

 

Donnerstag, 1. Januar 2015

Evert hat seine Silvesterknaller früher mit Vorliebe in Hundehaufen gesteckt oder – noch schöner – in Pferdeäpfel, aber die waren immer schon seltener. Er bedauert es sehr, dass die Knaller früher so viel kleiner waren als heute.

»In meinem Rollstuhl hab ich gute Chancen, mich selbst in die Luft zu jagen, sonst würde ich zu gern ein paar Knaller in der Eingangshalle loslassen.« So weit sein Beitrag zu der seit Tagen andauernden Feuerwerksdiskussion.

Trotz einer Petition der Bewohner hat unsere Direktorin, Frau Stelwagen, keinen Versuch unternommen, eine feuerwerksfreie Zone rund um unser Seniorenheim zu beantragen. Nach einer kurzen Erklärung, die wir am Schwarzen Brett fanden, hielt sie das in diesem Moment »nicht für opportun«. Da sei was dran, meinten manche Bewohner, vor allem diejenigen, die nicht wussten, was »opportun« bedeutet. Andere meinten, dass die Stelwagen bloß keine Lust habe, sich von der Gemeinde einen Korb geben zu lassen.

 

Unser Alt-aber-nicht-tot-Club hat den Jahreswechsel in Everts Wohnung gefeiert, in der man backen und kochen darf, Tätigkeiten, die in den Zimmern unseres Seniorenheims nicht gestattet sind. Da wir die Exspitzenköche Antoine und Ria in unseren Reihen haben, lassen wir uns ungern eine Gelegenheit dazu entgehen.

Um Viertel vor zwölf sind wir geschlossen zu Graemes gezogen, dessen Zimmer im fünften Stock ihn zum am höchsten oben wohnenden Clubmitglied macht. Auf seinem Balkon haben wir das Feuerwerk bewundert, und Evert hat in unser aller Namen eine illegale Rakete gezündet, als rebellische Geste gegen die Direktion. Es war sehr schön.

Wir sind gespannt, wer uns verraten wird.

Edward hat spontan angeboten, bei der Direktorin anzutreten, wenn es so weit kommen sollte, und versprochen, dann noch unverständlicher zu mümmeln, als er es sonst schon immer tut.

Kurzum: Die Stimmung war prächtig.

Um zwei Uhr war ich im Bett. Es ist ein paar Jahrzehnte her, dass ich es zum letzten Mal so lange ausgehalten habe.

 

Freitag, 2. Januar

Da ich im letzten Jahr kein Tagebuch geführt habe, hatte ich plötzlich jeden Tag eine Lücke, in der mir das Gefühl von Nützlichkeit und Notwendigkeit fehlte, das ich empfunden hatte, als ich 2013 jeden Tag eine (oder anderthalb) Stunde schrieb. Vielleicht ist das Fehlen von Verpflichtungen das wichtigste Merkmal des Lebens in einem Seniorenheim. Alles wird für einen geregelt. Nachdenken ist nicht nötig. Man kann das Leben in sich reinlöffeln wie Pudding, ganz ohne Klümpchen. Haps, schluck, weg.

Es gibt genug Bewohner, die mit diesem permanenten All-inclusive-Urlaub zufrieden sind, aber für mich und ein paar von meinen Freunden trägt dieses Nichtstun im Pflegeheim nicht zum täglichen Glück bei.

Ich habe beschlossen, 2015 wieder ein Tagebuch zu führen. Einerseits, um eine tägliche Verpflichtung zu haben, andererseits, weil es mich zwingt, wach zu bleiben, Augen und Ohren zu füttern und die Entwicklungen in unserer Einrichtung und dem Rest der Welt zu verfolgen. Ich werde mein Hirn jeden Tag arbeiten lassen und meine Gedanken hübsch ordnen. Gehirngymnastik hält den Geist beweglich. Letztes Jahr hab ich allzu oft gedacht, wie schade es doch ist, dass ich es nicht mehr festhalte, wenn wieder mal ein Senior Chaos anrichtet, das Personal sich darüber aufregt oder die Direktorin gar zu selbstherrlich über ihre Untertanen herrscht. Darauf habe ich wieder Lust.

 

Samstag, 3. Januar

Der Direktor eines Pflegeheims hat in einem Zeitungsartikel eine vorbildlich ehrliche Aussage gemacht: »Die Erwartungen, die wir als Gesellschaft an die professionelle Altenpflege stellen, können unter den heutigen Umständen nicht erfüllt werden.«

Das heißt im Klartext: Es ist nicht zu vermeiden, dass ab und zu eine Windel nicht sofort gewechselt wird, ein Gebiss verloren geht oder jemand zwischenzeitlich mal ans Bett gefesselt werden muss. Traurig, aber unvermeidlich. Wenn alle Unzufriedenen, alle sensationslüsternen Journalisten und alle zweiunddreißig Kontrollinstanzen von Pflegeheimen sich damit nicht zufriedengeben wollten, müssten sie die Mehrheit der Niederländer davon überzeugen, dass der Beitrag zur Pflegeversicherung hübsch angehoben werden muss.

Viel Erfolg!

Ich werde unserer Direktorin den Artikel persönlich überreichen.

Ja, da schauen Sie jetzt, oder? Den braven Hendrik gibt’s nicht mehr. Wir dürfen vielleicht noch nicht vom mutigen Hendrik sprechen, aber vor einem Jahr, bei Eefjes Beerdigung, hab ich mir vorgenommen, meine ewige Vorsicht einfach fahren zu lassen. Ich spreche immer öfter aus, was Sache ist, und das fühlt sich meistens richtig gut an. Vorher muss ich noch immer kurz schlucken, das Herz schlägt mir bis zum Hals, und ich zögere kurz, aber dann springe ich vom hohen Sprungbrett ins tiefe Wasser, um anschließend jubelnd wieder aufzutauchen. Die Unterstützung der anderen Mitglieder des Alt-aber-nicht-tot-Clubs ist dabei unentbehrlich. Insbesondere Evert, der zum einen mein bester Freund ist und zum andern überhaupt keine Probleme damit hat, Tacheles zu reden, ist mir eine zuverlässige Stütze.

 

Auch dieses Jahr ist wieder ein Horrorwinter vorhergesagt worden. Und obwohl sich die Voraussagen von eiskalten Wintermonaten schon häufig als falsch erwiesen haben, wird auch diese Prognose wieder ernst genommen. Meine Mitbewohner haben gehamstert, was das Zeug hält. Die Schränke quellen über vor lauter Keksen, Schokolade, Erfrischungsgetränken und Toilettenpapier. Letzteres, da wir aus Ersparnisgründen mittlerweile selbst dafür aufkommen müssen. Seitdem wird im Schnitt auch viel sparsamer abgewischt, mit allen Konsequenzen. Was an Toilettenpapier eingespart wird, muss jetzt für zusätzliches Waschmittel ausgegeben werden.

 

Sonntag, 4. Januar

Die Direktorin, Frau Stelwagen, wundert sich inzwischen nicht mehr, wenn ich ihr einen Zeitungsartikel in die Hand drücke oder anderweitig ungefragt Ratschläge gebe.

Sie hat nur ein Interesse: ihr guter Ruf. Und den erwirbt sie sich durch Ruhe in ihrem Haus und zufriedene Heimbewohner. Sie weiß, dass ich das weiß. Sie weiß auch, dass ich eine kleine Gefolgschaft habe, die sie nicht unterschätzen darf, und das tut sie auch nicht.

Der Streit zwischen der Direktorin und Alanito ist subtil und abtastend – mal hat die eine Partei die Nase ein bisschen vorn, mal die andere. Mit offenem Krieg wäre niemandem gedient. Dafür steht zu viel auf dem Spiel.

»Danke schön, Herr Groen. Haben Sie wieder was gefunden, wovon wir vielleicht profitieren könnten?«

»Allerdings. Ein interessanter Artikel über einen Kollegen von Ihnen. Über die Erwartungen an die Altenpflege und die Offenheit, mit der man darüber sprechen kann.«

»Offenheit – da bin ich eine große Verfechterin, Offenheit, wo immer es möglich ist. Und immer im Interesse der Allgemeinheit.«

»Das Interesse der Allgemeinheit ist ein weit gefasster Begriff, Frau Stelwagen.«

»Absolut, Herr Groen.«

Ungefähr in diesem Ton laufen unsere Gespräche ab. Meistens muss ich mich danach kurz erholen, aber das ist es mir wert. Ein bisschen Adrenalin hie und da kann nicht schaden.

 

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Bitte beachten Sie zur Teilnahme auch die AGBs unseres Dienstleisters: https://www.whappodo.com/de/informationen/datenschutz/

Allgemeine Hinweise zu Gewinnspielen des Piper Verlags finden Sie hier: https://www.piper.de/datenschutz


Buchblog: Am Freitag, 10. März 2017 von Hendrik Groen

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