Lebenslust, Vierbeiner und der Glaube an das Gute


 

 

 

Bestsellerautorin Gaby Hauptmann erzählt über das Verhältnis zu Mutter und Tochter

Ein Mann ist ein Mann, wenn er seine Frau steht - Gaby Hauptmann über Liebe

Sollte ein Mann gut küssen können?

Ich behaupte ja, dass er beim Tanzen und Küssen seine Qualitäten als Liebhaber verrät.

 

Ist es wichtig für Sie, dass Sie Ihre Hobbys mit ihm teilen?

Ein Partner muss eine Bereicherung sein. Einschränkungen gibt es in jeder Beziehung, denn wenn sich Menschen zusammentun, fällt die eine oder andere Selbstverständlichkeit unter den Tisch. Wenn dafür eine neue Gemeinsamkeit entsteht, wenn also einer Reiterin und einem Golfer ein Skifahrerpaar wird, dann ist das okay. Bedenklich wird es, wenn die Frau ihr Leben umstellt. Selten wird Frauen solch demütiger Verzicht positiv vergolten.

 

Darf er auch ohne Sie verreisen?

Ganz klar. Gönnen können ist da die Devise -  zumal er vielleicht auch andere Interessen hat als ich und ich ihn da weder behindern noch einschränken möchte. Und überhaupt - zwischendurch tut ein Ausflug oder eine Reise mit einer Freundin einfach gut. Vieles ist dann einfach anders. Und das wird bei ihm auch so sein...

 

Lieben Sie den Gentleman oder den Macho?

Jede Frau, die ihren klaren Menschenverstand bewahrt hat, sieht die Schwächen und Stärken des anderen Geschlechts genau. Sie spürt, welche Sorte Mann zu ihr passt. Und wenn sie spürt, dass der Mann ihr nicht gut tut, sollte sie Konsequenzen ziehen. Man sollte sein Leben nicht an »den einen« hängen. Man sollte selbstbestimmt leben, und da ist jeder Mann, der sich dagegenstellt, hinderlich. 

 

Wie wichtig ist Ihnen Unabhängigkeit?

Sehr wichtig. Wenn die Dinge um mich herum zu eng werden, wenn ich mich fremdgesteuert fühle oder Partner ständig Erwartungshaltungen haben, kämpfe ich mich wieder frei. Eine Partnerschaft soll bereichern, nicht einengen. 

 

Was macht einen Mann männlich?

Wenn er über den Dingen steht und sich nicht ständig über Kleinigkeiten ereifert - er sollte aber auch nicht den großen Maxe spielen, das macht ihn nur lächerlich. Ein Wort muss gelten, er sollte für das, was er tut, geradestehen. Dafür muss er Irrtümer und Fehler eingestehen können und nicht versuche, es anderen unterzuschieben. Gute Manieren, Anstand und eine gewisse Form von Ritterlichkeit

 

Leben Sie mit Ihrem Mann gerne unter einem Dach?

Er lebt in München, arbeitet aber nicht mehr. Ich habe ein Haus am Bodensee, habe viele Termine und bin viel unterwegs. So liegt es nahe, dass er meistens bei mir ist und wir meine Termine gemeinsam bestreiten. Und da er ein aufmerksamer Mann und echter Partner ist, nimmt er mir zu Hause viel ab, sodass er in meinen vier Wänden eine Bereicherung ist. 

 

Worüber können Sie immer wieder mit ihm streiten?

Es ist generell schwierig, mit ihm zu streiten. Bei Meinungsverschiedenheiten suchen wir einen Konsens oder lassen es so stehen. Es muss nicht immer sein, dass der eine auf den Kurs des anderen einschwenkt. 

 

Welche Rolle spielt Humor bei einem Mann?

Für mich ist an einem Mann Humor und das Ping-Pong-Spiel der Sprache, der Wortwitz also, entscheidend. Wenn das einer nicht hat, dass ist das ein Problem für mich. Aber wer Esprit hat, ist für mich einfach attraktiv abseits vom Äußeren. Unterhalten macht Spaß. Ich mag den feinen schwarzen Humor, der die Dinge klar hinterfragt, ehrlich und spontan ist, aber nicht überheblich.

© Eckhard Waasmann
Gaby Hauptmann mit ihrem Mann
Gaby Hauptmann Familie
© Eckhard Waasmann
Gaby Hauptmann mit Ihrer Tochter Valeska

Uns allen ist ein Erbe meines Großvaters gemein - große Ohren. Meine Mutter, meine Tochter Valeska und ich haben sie. Glaubt man den Chinesen, stehen sie für Lebenslust. Gemein ist uns dreien auch die Liebe zu den Vierbeinern. Denke ich an mein Elternhaus, erinnere ich mich an unzählige Katzen und Hunde, die bei uns - meist vorübergehend - ein Zuhause fanden. Zwischen meinem zehnten und achtzehnten Lebensjahr war ich mehr im Reitstall als sonst wo. Diese Leidenschaft für Pferde ist geblieben, und ich teile sie heute mit meiner Tochter, die eine überaus erfolgreiche Turnierreiterin ist. 

Von meinen Eltern bekam ich Liebe und die Fähigkeit, Situationen und Entwicklungen positiv zu sehen. Trat doch einmal etwas Schlechtes ein, war klar, dass sich die Dinge auch wieder zum Guten wenden würden. Der Glaube an das Gute hat mich streitbar gemacht. 

Ein gewisses Rüstzeug habe ich also mit auf den Weg bekommen, Nächstenliebe, Großzügigkeit und Toleranz zum Beispiel, aber ich wurde in keiner Weise gegängelt. Ich war früh für mich selbst verantwortlich und hatte auch die Konsequenzen für mein Handeln selbst zu tragen. Bei meiner Tochter hielt ich es genauso. Als ich damals schwanger wurde, merkte ich, wie viel Kraft die alleinige Erziehung eines Kindes kostet, und wie ignorant die damalige Männerwelt war, darüber könnte man Bücher schreiben. Wenn ich auf meinen Lesungen davon erzähle, kommt oft die Frage: »Woher nehmen Sie die Kraft?«

Meine Tochter und ich hatten immer eine sehr enge Beziehung. Viele Erlebnisse, die ich mit Valeska hatte, fließen in die Geschichten um meine Jugendbuch-Heldin Kaya ein. Ich bin - auch dank Valeska - nah am Leben dran und alle meine Leser bescheinigen mir genau das, eine große Authentizität

 

Besonders liegt mir die Stiftung »Ein Kind an die Hand nehmen« am Herzen. Hier geht es darum, Menschen im Land für ein Ehrenamt in Paten- und Lotsenprojekten zu gewinnen, um Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Mehr Infos unter: www.bwstiftung.de 

Gaby Hauptmann Familie
© Eckhard Waasmann
Gaby Hauptmann mit ihrer Mutter


Buchblog: Am Donnerstag, 21. April 2016 von Piper Verlag

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