Adventsgeschichten 15 Dezember
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Adventsgeschichte 15. Dezember

Galway Girl – Winterzauber in den Bergen

von Nadine Gerber

Zwei HERZEN, die für dich schlagen
HÄNDE, die dich halten
Du setzt unseren Leben die KRONE auf

Zürich, im Dezember 2018

Teil 1: HERZ


1
Galway, im April 2012
 


Meine liebe Mila!
Für einmal sende ich dir keine Handynachrichten, sondern eine klassische Postkarte. Haha, ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob sie ankommt, bevor ich wieder zurück bin. Aber die Karte zeigt dir so sehr die Schönheit dieses Landes. Schau dir nur die Fotos an. Sie demonstrieren so viel mehr die Wirklichkeit, als ich es mit meiner simplen Handykamera könnte.
Ich habe eine Überraschung für dich, meine Mila. „Du und ich – für immer“. Du wirst schon sehen, was ich damit meine. Ich freue mich riesig auf dich und unser Wiedersehen.
In ewiger Liebe
dein Alex


Ich ließ mich auf einen Stuhl sinken, der in einer für meinen Umfang ausreichenden Distanz zum Esstisch stand. Mir war schlecht. Immer und immer wieder las ich den kurzen Text, betrachtete die Fotocollage, die eine gute Zusammenfassung der irischen Sehenswürdigkeiten bot: Cliffs of Moher, Kylemore Abbey, Aran Islands, Dublin. Wie nah mir all diese Lokalitäten inzwischen waren. Ich spürte, wie mir die Tränen über die Wangen liefen und wischte sie mit dem Handrücken weg.
Ich fasste an meinen Hals und fand sofort den Ring, der wie immer an der Kette baumelte. Ein Claddagh-Ring aus Galway. Alex hatte ihn mir zur Verlobung geschenkt. Er zeigte ein Herz, das von zwei Händen gehalten wurde und über dem eine Krone schwebte. Der Ring gab mir immer wieder Trost, weshalb ich ihn auch nicht ablegen konnte.
Es war der Dienstag nach dem dritten Adventssonntag und ich war schon mal alleine nach Zürich geflogen. Ben war in LA, wo er noch einige letzte Szenen seines neusten Films abdrehen musste. Ich musste fliegen – denn einige Tage später hätten sie mich in meinem Zustand nicht mehr gelassen. Ich war schließlich schon im neunten Monat. Ben wollte so schnell wie möglich nachkommen und spätestens an Weihnachten da sein. Er hatte mich nicht gerne alleine gehen lassen. Doch die Geburt unseres ersten Kindes sollte unbedingt in meiner Heimat stattfinden, wo ich meine Muttersprache sprechen konnte und meine Familie um mich hatte. Aber ich war seit Monaten nicht mehr hier gewesen. Ich schaute mich um. Das Haus erinnerte mich mehr denn je an Alex. Was vor allem an dieser verflixten Karte lag. Allerdings fehlte alles, was ein Haus zu einem Zuhause machte. Deko, Blumen, der Duft nach frisch gekochtem Essen. Es gab nicht einmal eine Adventskerze. Ich stand auf, um in meinem Gepäck nach dem Apfel-Zimt-Tee zu suchen, den ich kürzlich auf einem Weihnachtsmarkt in Galway gekauft hatte.
Meine Erinnerungen an Alex waren – wie immer mal wieder – gerade sehr lebendig. Und dann hatte mich hier, in meinem total überquellenden Briefkasten, diese Postkarte erwartet – datiert auf einen Zeitpunkt vor über sechseinhalb Jahren. Ich zwang mich, den Begleitbrief zu lesen. Eine Frau, die ich nicht kannte, erklärte mir darin, dass ihre Mutter die Postkarte erhalten habe. Sie hieß Keller, wie ich, und wohnte in der gleichen Straße. Ihre Mutter sei sehr alt gewesen, stand in dem Brief, und sei kürzlich verstorben. Beim Ausräumen der Wohnung sei die Karte zum Vorschein gekommen, und die Frau wollte sie der rechtmäßigen Besitzerin zukommen lassen. Sie bedaure, dass ihre Mutter dies nicht schon viel früher getan habe. Und sie habe mir die Karte gerne persönlich übergeben wollen, doch ich sei nie da gewesen. Eine so nette Geste dieser unbekannten Dame, die zudem ihre Mutter verloren hatte – sie hatte nicht wissen können, was die Karte in mir auslösen würde.
Alex war im Oktober 2013 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Mein Ehemann, meine große Liebe. Eineinhalb Jahre zuvor hatte er wegen eines Ärztekongresses einige Tage in Irland verbracht und sich unsterblich in Land und Leute verliebt. Er hatte mir alles zeigen wollen, doch dazu war es nicht mehr gekommen. Mit einem typischen Claddagh-Ring aus Galway hatte er mir jedoch einen Heiratsantrag gemacht – rund ein Jahr nach der Hochzeit passierte dann der Unfall.
Ich hatte nichts von der Karte gewusst. Alex hatte nie danach gefragt. Doch ich verstand die Worte darin. Die Inschrift «Du und ich – für immer», die er in den Ring hatte gravieren lassen. In Galway. Er hatte mir ganz offensichtlich seinen Antrag ankündigen wollen.
Einige Jahre nach seinem Tod hatte ich wissen wollen, was Alex an Irland so fasziniert hatte. Und ich war alleine nach Galway gereist, um einen Sprachaufenthalt zu absolvieren – und um mir einen neuen Claddagh-Ring zu kaufen. Diese Reise hatte mein Leben erneut verändert: dieses Mal zum Positiven. Ich hatte Ben kennengelernt, die zweite große Liebe meines Lebens.
Ben.
Ich streichelte zärtlich über meinen Bauch, woraufhin der Bewohner – oder die Bewohnerin – darin sein kleines Hinterteil nach außen drückte, was eine ordentliche Beule verursachte. Wir wussten das Geschlecht nicht. Wir wollten uns überraschen lassen.
„Für immer“ stand auf Alex’ Karte. Und ich erwartete das Kind eines anderen. Auf einmal schämte ich mich. Ich hatte das Gefühl, Alex betrogen und verraten zu haben. «Er ist tot», hörte ich mich laut sagen. „Tot!“ Ich schleuderte die Karte auf den Boden. Und dann vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und begann zu weinen.

 

2
Seit ich mich damals für Ben und das Leben an seiner Seite entschieden hatte, hatte ich mich nicht mehr so verloren gefühlt. Das Zeichen von Alex hatte mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich war noch nicht einmal in der Lage, Ben darüber zu informieren. Ich wollte mich einfach einigeln und trauern. Ich hatte geglaubt, die Zeit der Trauer hinter mir gelassen zu haben, und ich war auch ein bisschen sauer auf Alex, dass er mir offensichtlich immer wieder Zeichen aus dem Jenseits schickte. Beim letzten Mal hatte sein Zeichen zwar dafür gesorgt, dass ich mich mit Ben versöhnt hatte und ich hatte dies so gedeutet, dass er einverstanden war mit unserer Liebe. Jetzt war ich mir da nicht mehr so sicher.
Mein neues Leben kam mir noch immer manchmal unwirklich vor. Ben feierte große Erfolge als Schauspieler, sogar in den USA, doch er war immer auf dem Boden geblieben. Und er hatte nie einen Zweifel daran gelassen, dass er mich liebte. Nur mich.
Entsprechend besorgt musste er wohl sein, nachdem seine hochschwangere Freundin auch nach dem gefühlt vierzehnten Anruf nicht ans Telefon ging. Ich überwand mich deshalb, ihm wenigstens eine Nachricht zu schicken und ihm mitzuteilen, dass alles ok war und ich mich bald bei ihm melden würde. Ich konnte nicht sagen, warum ich nicht in der Lage war, mit ihm zu sprechen. Alex’ Karte hatte mich völlig aus der Bahn geworfen.
Ich musste hier weg. Hier erinnerte mich alles an Alex.
Da ich direkt aus LA gekommen war, war mein Koffer voller Sommerkleider. Ich leerte ihn aus und warf alles hinein, was ich für ein paar kalte Wintertage benötigen würde. Dann fuhr ich zu meiner Schwester, um ihr die Geschichte zu erzählen. Vielleicht konnte ich einige Zeit bei ihr bleiben.
„Ach, Mila, lass dich doch davon nicht so verunsichern. Das ist einfach ein dummer Zufall.“
„Das kann ja schon sein. Trotzdem verwirrt es mich total. Was soll ich bloß machen?“
„Wann kommt denn Ben?“
„An Heiligabend. Aber ich kann mir im Moment gar nicht vorstellen, ihn zu sehen.“
„Er kann doch nichts dafür. Und er macht sich bestimmt Sorgen.“
»Ich weiß ja selbst, wie dämlich ich mich verhalte. Aber ich muss mich einfach ein bisschen sammeln und das irgendwie verdauen. Mensch, Alex war mein Ehemann und meine große Liebe. Klar tut es weh, wenn ich so wieder an ihn erinnert werde.«
„Das versteh ich, meine Kleine. Aber denk auch daran, dass du schwanger bist und das Baby schon in wenigen Wochen kommt. Du solltest dir und Ben jetzt keine Beziehungskrise aufhalsen.“
„Ich würde einfach gerne ein paar Tage raus.“
„Du kannst gerne hierbleiben, bis Ben kommt“, meinte Evelyn. Ich schaute sie dankbar an, doch dann blieb mein Blick am Schlüsselbrett hängen, das in ihrer Küche war. An einem Schlüssel war ein Schlüsselanhänger, der aussah wie eine Holzhütte. Das Ferienhäuschen im Wallis. Dort wollte ich hin. Als meine Schwester kurz aufstand, um ins Bad zu gehen, nahm ich heimlich den Schlüssel. Ob das eine gute Idee war? Immerhin war ich hochschwanger. Aber ich wollte alleine sein – und zwar an einem Ort, an dem mich nichts an Alex erinnerte. Ich schnappte meinen Koffer.
„Evelyn, danke fürs Zuhören. Ich hab’ es mir anders überlegt. Ich möchte doch lieber Zuhause bleiben.“

 

3
Die Zugfahrt in dieses Walliser Bergdorf dauerte eine Ewigkeit. Ich hoffte, dass Evelyn das Fehlen des Schlüssels nicht sofort bemerken würde. Ich wollte ja nur alleine sein. Ich hatte nicht vor, mich wahnsinnig anzustrengen. Ich wollte auf dem Sofa liegen. Und nachdenken. Warum mich diese Karte so aus dem Konzept brachte. Und warum ich nicht mit Ben darüber sprechen konnte.
Das Bergdorf präsentierte sich in seiner ganzen weißen Pracht. Die Dächer, Bäume und Hänge waren schneebedeckt. Es war kurz vor Weihnachten und es waren noch nicht viele Touristen da. Die würden wohl erst über die Feiertage oder zwischen den Jahren hier auftauchen. Ich war froh, dass ich meine Ruhe hatte und es nicht überall total überfüllt war.
Das Häuschen, das dem Mann meiner Schwester gehörte, war wirklich klein. Es erinnerte mehr an eine Berghütte. Es bestand aus Holz und wenn ich nicht frieren wollte, musste ich den heimeligen Kamin einfeuern. Ein großes Bett sowie ein gemütliches Sofa standen im selben Raum. Wenn ich zur Toilette gehen wollte, musste ich fünf Meter durch den Schnee stapfen in ein kleines Nebengebäude, das ebenfalls aus Holz war. Dort befand sich auch eine kleine Dusche, aus der jedoch nur kaltes Wasser kam. Ich würde mich also wohl nicht allzu oft frisch machen, mutmaßte ich. Ich wollte ohnehin nur ein paar Tage bleiben und zurück in Zürich sein, bevor Ben kam. Die Küche befand sich im selben Raum wie das Bett und das Sofa – es gab eine Spüle, einen Kühlschrank sowie einen Herd. Ein großer, alter Bauernschrank musste alles fassen, was hier war oder mitgebracht wurde. Also Pfannen, Teller, Gläser, Besteck, Lebensmittel, aber auch Bettwäsche, Badetücher und meine Klamotten. Da hier alles sporadisch eingerichtet war und ich auch nicht viel mitgebracht hatte, blieb jedoch genügend Platz.
Elektronische Geräte wie einen Fernseher gab es hier nicht. Der größte Luxus war funktionierender Strom.
Ich brauchte keinen Fernseher. Ich hatte meine Bücher und ich hatte meine Ruhe und viel Zeit, um nachzudenken. Und ich hatte das kleine Leben in meinem Bauch, um das ich mich jetzt intensiv kümmern konnte. Mir wurde bewusst, dass die letzten Monate – auch mit Ben – sehr stressig gewesen waren und ich kaum eine Pause gemacht hatte. War das der Grund für meinen Schock? Oder lag es gar an den Schwangerschaftshormonen? Ich konnte nicht behaupten, dass mich Alex in den Jahren mit Ben nie aus dem Konzept gebracht hatte. Einmal hatte ich mich sogar von Ben getrennt. Er hatte immer verständnisvoll auf meine Krisen reagiert, mir immer den Raum gelassen, an Alex zu denken und um ihn zu trauern. Das wusste ich enorm zu schätzen. Und es tat mir leid, dass ich ihm das Leben immer wieder so schwer machte.
Jetzt saß ich hier in dieser Hütte und Ben wusste noch nicht einmal, wo ich war. Seit meiner Nachricht an ihn hatte ich mich nicht mehr gemeldet, während er erneut einige Male versucht hatte, mich anzurufen. Ich hoffte, dass er nicht überstürzt seinen Dreh abbrechen und zu mir fliegen würde. Ich zwang mich deshalb, ihm noch eine Nachricht zu schicken, in der ich ihm erklärte, dass mit mir wirklich alles okay sei und dass ich eine Pause brauchte, weil die letzten Wochen sehr anstrengend gewesen seien.
Ich blieb für einige Tage unentdeckt. Ich hielt das Wort, das ich mir selbst gegeben hatte. Ich streichelte meinen Bauch und sprach mit dem kleinen Leben darin. Ich las ein Buch, doch ich lag auch immer wieder einfach nur da und überlegte hin und her. Hatte Alex etwas gegen meine neue Liebe? Gegen das Baby in meinem Bauch? Vor seinem Tod waren wir fleißig dabei gewesen, eine Familie zu gründen. Es hatte nicht mehr geklappt und noch heute standen zwei Zimmer in dem Haus, das einst uns gehört hatte, leer. Mit Ben lebte ich hauptsächlich in dessen Heimat Irland. Wir hatten mein Haus jedoch behalten, als Rückzugsort und als Erinnerung.
Ben.
Ich vermisste ihn. Aber in diesem Augenblick nicht so sehr wie Alex. Das machte mir wiederum ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Vater meines Kindes. Er könnte jederzeit durch die Tür kommen. Alex nicht. Ich hasste mich für diese widersprüchlichen Gefühle und konnte doch nichts dagegen tun. Verzweifelt ließ ich mich aufs Sofa fallen.

 

Teil 2: HÄNDE


1
Er hasste diesen verflixten Schnee. Nein, eigentlich liebte er Schnee. Und seit Mila ihn zum ersten Mal mit auf eine Skipiste geschleppt hatte, war er regelrecht angefixt von diesem Sport. Aber als er jetzt mit seiner schweren Sporttasche durch die weißen Massen stapfte und bei jedem Schritt bis zum Knie darin versank, verfluchte er das Zeug. Was war passiert und was hatte Mila geritten, dass sie in ihrem Zustand in diese abgelegene Hütte geflüchtet war?
Er war außer sich gewesen vor Sorge, als er Mila nicht in ihrem Haus vorgefunden hatte. Er hatte ihre Schwester angerufen, die ihm erzählt hatte, dass Mila bei ihr gewesen, dann aber überstürzt wieder gegangen sei. Zwei Stunden später hatte sie ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass der Schlüssel zu ihrem Ferienhäuschen im Wallis fehlte. Sie ärgerte sich, dass sie es nicht früher bemerkt hatte.
Er war sofort aufgebrochen. Himmel, sie war im neunten Monat. Er verfluchte sich, dass er nicht früher hatte kommen können. Immerhin hatte er den Regisseur dazu gebracht, seine beiden letzten Szenen ein paar Tage vorzuverlegen. So hatte er wenigstens schon zwei Tage vor Heiligabend zu Mila in die Schweiz fliegen können. Normalerweise ging sie immer ans Telefon oder rief zurück. Dass sie ihn mit einer billigen Nachricht abspeiste, bedeutete, dass irgendwas nicht stimmte. Das wusste er.
Es war schon beinahe dunkel, er hatte sich gefühlte zwanzig Mal verlaufen und er war inzwischen durchgefroren, genervt und müde.
Dann tauchte endlich die Hütte auf, in der sich Mila befinden musste. Er hoffte, dass sie da war. Und es ihr gut ging.

 

2
„Ben!“ Ich flog in seine Arme. Er war eiskalt. Und verärgert.
„Was zum Teufel machst du hier, Mila?“ Ich hatte sofort ein schlechtes Gewissen, obwohl er mich fest in seinen Armen hielt und mir unablässig über die Haare streichelte.
„Kann ich reinkommen?“, brummte er. „Ich erfriere.“
Ich zog ihn hinein und bugsierte ihn vor den eingeheizten Kamin. Dann ging ich zur Küche, um in einer Pfanne Milch warm zu machen. Er tat mir leid. Weil er fror – und weil er sich solche Sorgen gemacht haben musste.
Ich legte eine Decke um ihn und drückte ihm die Tasse mit der dampfenden Milch in die Hand. Dann setzte ich mich aufs Sofa und schaute ihn an. Sein Ärger war verflogen, jetzt wirkte er traurig. Er schaute mich nicht an, doch er flüsterte leise: „Warum?“
„Es tut mir leid“, sagte ich nur.
„Kannst du es mir erklären?“
„Kannst du mich ganz fest halten?“ Er setzte sich aufs Sofa und deckte sich zu, dann hob er eine Ecke an und bedeutete mir, mich zu ihm zu legen.
Ben.
Er war immer da. Jede Sekunde, wenn ich ihn brauchte. Und er hatte mir alle meine Fehler verziehen. Ich schämte mich, dass ich mich so kindisch verhalten hatte. «Es tut mir leid», sagte ich erneut. Und dann erzählte ich ihm die Geschichte von der Postkarte.
„Ach, Mila. Du hättest mir sofort davon erzählen sollen.“
„Dann hättest du deine Dreharbeiten abgebrochen und wärst gekommen.“
„Ja. Aber du bist doch tausendmal wichtiger als dieser Film.“
»Ich konnte einfach nicht in diesem Haus sein. Es hat mich alles an Alex erinnert. Ich weiß, ich war blöd, ich habe einen Fehler gemacht und es tut mir leid. Es ärgert mich, dass er mich noch immer so sehr aus der Fassung bringen kann.«
„Ich bin froh, dass es dir gut geht. Oh Mann, Mila, die letzten Tage waren furchtbar.“
„Es tut mir leid.“
»Wir müssen hier wieder weg. Die Geburt könnte bald losgehen. Vielleicht können wir dein Haus etwas weniger Alex-lastig dekorieren, was meinst du? Wir stellen einen Christbaum auf, überall Kerzen, wir backen Kekse, trinken Glühwein und machen uns eine gemütliche Zeit.«
Ich musste etwas lachen. Das war typisch Ben. Ich konnte gar nicht mehr verstehen, wieso ich ihm nicht einfach sofort von der Karte erzählt hatte. „Ich darf doch keinen Glühwein trinken“, erwiderte ich und schmiegte mich ganz eng an ihn. „Aber du hast recht. Morgen fahren wir zurück nach Zürich. Heute ist es zu spät.“

 

Teil 3: KRONE


1
„Mila. Komm her. Es ist alles weiß. Ich kriege die Tür nicht mehr auf.“ Ich rieb mir die Augen und fröstelte ein bisschen. „Wir kommen hier nicht raus“, erklang es erneut aus Richtung Türe.
Ich schaute mich um und erkannte die Hütte kaum wieder. Ben hatte überall rote Kerzen verteilt. Es sah richtig weihnachtlich aus. Dass er an so was gedacht hatte. An sein Tablet hatte er eine Box angeschlossen und leise Weihnachtsmusik angemacht. „Ich wollte dich überraschen“, meinte er. „Aber jetzt haben wir ein Problem.“
Ich sah, wie Ben die Box aussteckte, sich das Tablet schnappte und damit zu mir zum Bett kam. „Du musst nachschauen, was da los ist, ich verstehe nichts.“ Es war kurz nach neun Uhr morgens, ich war müde, ich fror. Ach ja, und ich war im neunten Monat schwanger. Eine prima Ausgangslage, um in einer einsamen Berghütte eingeschneit zu sein. Ich nahm Bens Tablet und klickte mich durch die gängigen Newsseiten. Das war ja eigentlich unnötig, da wir die Türe ohnehin nicht öffnen konnten. Immerhin hatten wir Internetempfang. Ich fand rasch einige Informationen in den Online-Zeitungen.
Das Oberwallis versinkt im Schnee. Die Ferienorte Zermatt und Saas-Fee sowie einige kleinere Dörfer wie Saas-Almagell, Gondo, Simplon-Dorf oder Arolla sind von der Außenwelt abgeschnitten. In der Region fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden rund zwei Meter Schnee. Es drohen Lawinenniedergänge.

Die Straße ins Saastal bleibt nach Auskunft der Behörden noch mindestens vier Tage geschlossen. Auch der Schienenverkehr ist unterbrochen. Die Gemeinde Zermatt richtet eine Luftbrücke zur Versorgung der Einheimischen sowie der Touristen ein.

Ob die auch eine Hochschwangere ausfliegen würden, fragte ich mich unwillkürlich. Na ja, bisher war ja alles okay. Ich betete einen kurzen Augenblick, dass sich das Kleine noch so lange Zeit lassen würde, bis die prekäre Lage vorüber war. „Ben. Wir sitzen fest.“ Allmählich wurde auch ich etwas nervös. „Das sag ich ja schon die ganze Zeit“. Er setzte sich auf den Rand des Bettes und nahm meine Hand. „Schau mal, ob wir jemanden anrufen können.“ Ich klickte mich erneut durch die Seiten und fand die Telefonnummer der Gemeindeverwaltung. Ich schilderte unsere missliche Lage. Die Menschen dort waren offensichtlich total überfordert. Sie bedeuteten mir, abzuwarten. Solange mit mir und dem Baby alles okay war und wir genügend zu essen und zu trinken hatten, war in ihren Augen alles in Ordnung.
Da saßen wir also in unserer Hütte auf dem Bett, tranken Apfel-Zimt-Tee, beobachteten die flackernden Flammen der Kerzen und hatten Zeit. Zeit zu reden, Zeit zu erklären, Zeit zu kuscheln und zusammen zu sein.
„Du frierst ja“, stellte er fest. Er ließ mich los, aber nur, um zum Kamin zu gehen und ein paar Holzscheite in die Gluten zu werfen. „Vielleicht muss ich das Feuer neu entfachen. Oh Gott, ich hoffe, wir haben genügend Holz, bis wir hier wieder rauskommen.“ „Keine Sorge, wir können durchs Fenster raus und die Tür freischaufeln, wenn alle Stricke reißen. Komm wieder her.“ Ich legte mich ins Bett und hob die Decke an. Ben kam und kuschelte sich ganz nah an mich heran. Er konnte mich nur von hinten festhalten, so riesig war mein Bauch inzwischen. „So schön, dir wieder so nah zu sein“, flüsterte er. „Ich will dich spüren“, gab ich ebenso leise zurück. Keine Antwort. Ich drehte mich zu ihm um und sah seine Verblüffung. „Wirklich“, sagte ich. „Ich habe die Zeit für mich gebraucht. Aber ich weiß, wie sehr ich dich liebe und brauche. Jetzt gerade mehr denn je.“
Ich fröstelte noch immer ein bisschen, doch ich spürte, wie seine warme Hand über meine Taille fuhr, mein Shirt nach oben schob – das eigentlich sein Shirt war, in meine kam ich nicht mehr rein – und meine Haut streichelte. Seine Hand streifte über meinen Bauch, über meine Brust, über den Hals und der Flanke entlang wieder zurück. „Du bist so schön“, flüsterte er. „Ich liebe deinen Bauch. Und deine vollen Brüste.“ Ich drehte mich zu ihm um. „Das größere Körbchen ist der einzige Vorteil.“ Das stimmte nicht. Auch ich fühlte mich sehr wohl in meinem Körper. Ich fand meine Rundungen sexy, ich strahlte, meine Haare glänzten und ich war mehr oder weniger schlank geblieben und nur nach vorne gewachsen. „Es tut mir leid“, sagte ich unvermittelt. Ben verstand, was ich meinte. „Es ist schon okay.“ Er hörte nicht auf, mich zu streicheln und ich spürte noch mehr, wie sehr ich ihn brauchte. Und in diesem Augenblick auch wollte. Ich zerrte an seiner Boxershorts und er zog meine Hose nach unten, die wirklich alles andere als sexy war. Doch wir lagen unter der kuscheligen Decke. Dann spürte ich, wie er von hinten in mich eindrang und begann, sich ganz sanft in mir zu bewegen. Mir war nicht mehr kalt.

 

2
Ich hatte keine Lust, unter der warmen Decke hervorzukriechen, und ich genoss Bens Nähe. Da es noch immer relativ früh am Morgen war, schlief ich kurz darauf wieder ein.
Ich erwachte, weil auf einmal das ganze Bett nass war. Ich wusste erst gar nicht, was passiert war, doch relativ schnell kam mir ein Verdacht. Das durfte doch nicht wahr sein. Nicht jetzt. Und nicht hier. Ich versuchte, meine riesige Kugel auf die andere Seite zu hieven, damit ich Ben anschauen konnte. Das war ein Unterfangen, das mir schon seit einigen Wochen schwerfiel. Er schlief friedlich und ich musste trotz meiner Nervosität lächeln. Da lag er also, ahnungslos, und würde bald Papa sein. Er würde ein wundervoller Papa, das war mir klar. Ich rüttelte an seiner Schulter, er brummelte: „Hmmmm…“, ohne jedoch die Augen zu öffnen. „Ben. Wach auf.“ „Was ist denn?“ Die Augen waren weiterhin zu. „Ich glaube, die Fruchtblase ist geplatzt.“ Jetzt war er hellwach. „Was? Was heißt das?“ „Das heißt, dass es jetzt wohl losgeht – auch wenn der Zeitpunkt vielleicht nicht ganz ideal ist.“ Erstaunlicherweise war ich völlig ruhig. Ganz im Gegensatz zu Ben. „Wir kommen hier nicht raus“, erklärte er. »Ich weiß. Wir könnten versuchen, über das Fenster hinaus zu gelangen und dann die Tür freizuschaufeln. So können wir vielleicht ins Dorf gehen und von da ins Krankenhaus. Oder wir versuchen, ob eine Hebamme oder ein Arzt hierherkommen kann.« Ben sprang aus dem Bett, bereit, sich an die Arbeit zu machen. Ich musste schmunzeln, wie er dastand, nur in seinen Boxershorts, die inzwischen wieder schulterlangen Haare standen ihm wild um den Kopf. Da spürte ich ein erstes leises Ziehen und ich wusste, dass mir das Lachen bald vergehen würde. Es war ernst, das Kleine wollte zur Welt kommen, jetzt, heute, hier, in dieser eingeschneiten Berghütte.
Ben hatte sich inzwischen angezogen. Mit Handschuhen versuchte er, den Schnee vor dem Fenster weg zu bugsieren. Die Masse war sehr dicht, es fiel kaum Licht in die kleine Hütte. Es war inzwischen bereits früher Nachmittag. Das Ziehen in meinem Bauch wurde stärker und ich legte mich stöhnend aufs Bett. „Du musst jemanden herholen, bevor du es nicht mehr kannst“, befahl Ben und reichte mir sein Handy. Er sollte wirklich mal Deutsch lernen, ging es mir durch den Kopf.
Ich wählte die Nummer eines nahe gelegenen Krankenhauses und schilderte unter einigem Stöhnen die Situation. Ja, erstes Kind. Ja, Fruchtblase geplatzt, Ja, leichte Wehen und ja, eingeschneit und eingeschlossen. „Wir versuchen, die Tür freizuschaufeln“, erklärte ich der Dame am Telefon. Sie meinte, für einen Transport wäre es zu spät – vor allem bei diesen Schneemassen. Ob ich mir vorstellen könnte, mithilfe einer Hebamme eine Hausgeburt durchzustehen. Ich hatte mir die Kompetenz und vor allem die medizinischen Hilfsmittel eines Krankenhauses gewünscht – aber jetzt hatte ich keine Wahl. „Ja“, sagte ich deshalb zuversichtlicher, als ich mich fühlte. „Sie sind nicht von hier?“, fragte die Stimme am Telefon. „Nein.“ „Wie lange halten Sie noch alleine durch?“ Ich stöhnte. „Ich weiß es nicht, ich kann es nicht so richtig einschätzen.“ „Wir werden für Sie eine Hebamme organisieren, dass Sie sich nicht selbst darum kümmern müssen.“ „Das wäre toll, vielen Dank. Entschuldigen Sie die Umstände.“ Irgendwie hatte ich das Gefühl, das sagen zu müssen. „Kein Problem. Nennen Sie mir Ihre Adresse und Telefonnummer, damit wir Sie erreichen können.“ Ich gab der Stimme die Daten und fühlte mich erleichtert, dass wir bald Hilfe bekommen würden.
Ben hatte inzwischen das Fenster freibekommen und war nach draußen geklettert. Er schaufelte vor der Tür, doch er streckte alle paar Sekunden seinen Kopf durch das Fenster, um nachzufragen, ob mit mir alles okay war. Die Schmerzen wurden immer stärker und kamen immer schneller und ich sehnte mich nach einer Badewanne. Oder einem Schmerzmittel. Es dauerte eine ganze Weile, bis Ben auch die Tür freigeschaufelt hatte. Sie klemmte, weil sie zugefroren war. Er stemmte seinen ganzen Körper dagegen, dann sprang sie auf. Eine Welle kalter Luft kam mir entgegen.
„Ein Auto käme hier niemals hin“, meinte Ben, der durch die Tür kam und sofort neue Holzscheite in den Kamin legte. Dann zog er seine Wintersachen aus und schlüpfte in eine bequeme Hose und ein Shirt. „Es liegt viel zu viel Schnee und der Weg ist nicht freigeräumt.“ Ich schrie. Die Schmerzen waren inzwischen so heftig, dass ich das Gefühl hatte, mein Körper würde in der Mitte durchgerissen. „Wie kann ich dir helfen?“ Es klang besorgt. Er kam angerannt und setzte sich auf die Bettkante. „Bleib einfach da“, meinte ich. Die Wehenpausen waren eine Wohltat. „Möchtest du etwas trinken?“ „Ja, ich hätte gerne etwas Wasser.“ Er holte es mir. „Ben, ich habe Angst.“ „Ich verstehe dich. Ich auch. Wir sind hier ganz alleine.“ „Und ich weiß nicht, wo wir stehen. Ob die Schmerzen etwas bewirken und wie lange es noch dauert.“ »Wir müssen auf die Uhr schauen, um zu messen, wie häufig die Wehen kommen.» Ich schaute verwundert. „Woher weißt du das?“ „Das hab’ ich in meinem Buch für werdende Väter gelesen.“ Eine nächste Welle überkam mich. „Ich halte das nicht mehr aus“, stöhnte ich, nachdem sie vorüber war. Ben drückte meine Hand. „Du machst es toll.“
Ich hatte das Zeitgefühl verloren. Es wurde bereits langsam wieder dunkel, als es endlich an die Tür klopfte. Die Hebamme war da. Sie hieß Maria, war über sechzig und wahnsinnig nett. Sie untersuchte mich und stellte mir viele Fragen. Die Wehen wirkten, meinte sie. Es würde aber schon noch eine Weile dauern. Erste Geburten würden oft länger dauern. Die Schmerzen würden also noch einige Stunden weitergehen. Ob ich es noch aushielte, wollte sie wissen. Ich hatte ja keine andere Wahl.
Maria blieb bei uns. Ich war langsam am Ende meiner Kräfte. Doch Marias Untersuchungen zeigten, dass es vorwärts ging, dass alles in Ordnung war und dass ich einfach so positiv wie möglich bleiben und mein Bestes geben sollte. Das war definitiv leichter gesagt als getan. Ben erklärte mir im Sekundentakt, wie toll ich es machte und ich konnte es langsam nicht mehr hören. Ich verfluchte mich nicht zum ersten Mal für meinen Leichtsinn, in meinem Zustand und im Winter in die Berge gefahren zu sein. Ich wünschte mir ein Krankenhaus, Schmerzmittel oder einen Kaiserschnitt.
Ich hatte jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren. Ich war nur darauf konzentriert, diese verdammten Schmerzen irgendwie zu überleben. Ich versuchte, Marias Anweisungen zu befolgen, denn ich ging davon aus, dass es damit schneller voran gehen würde. Irgendwann rief Maria: „Jetzt müssen Sie pressen, Mila. Pressen Sie.“ Und Ben hüpfte auf und ab. „Ich seh’ das Köpfchen.“ Mir wäre lieber gewesen, er hätte woanders hingeschaut. Aber eigentlich war mir alles egal. Ich tat, wie mir geheißen, und nach wenigen Sekunden spürte ich, wie der kleine Körper in die Welt hineinglitt – direkt in Bens Arme. Ich hörte sofort einen lauten Schrei und war erleichtert – das Baby lebte und ich hatte es geschafft. Maria nahm das kleine Bündel, legte es auf meinen Bauch und breitete die Decke über uns, sodass nur das Köpfchen herausschaute. Sie bedeutete Ben, sich zu uns zu legen. Jetzt war es schön, ein großes Bett zu haben. Die Schmerzen waren von einer Sekunde auf die andere weg und vergessen. Alles, was zählte, war dieses kleine Wesen auf meinem Bauch. „Es ist zweiundzwanzig Minuten nach Mitternacht. Ihr kleines Töchterchen hat also an Weihnachten Geburtstag. Es ist ein Christkind“, meinte Maria lächelnd. Sie hatte sich auf einen Stuhl gesetzt und beobachtete uns liebevoll. „Herzlichen Glückwunsch.“
„Ein Christkind“, flüsterte ich Ben zu, der wie entrückt wirkte. Immerzu streichelte er das kleine Köpfchen. Er konnte seine Augen gar nicht abwenden. „Es ist ein Mädchen, hast du gehört?“ Ben schaute mich ebenso liebevoll an wie zuvor sein Töchterchen. „Du hast es toll gemacht, Mila. Ich bin so stolz auf dich.“ „Und wie soll sie nun heißen?“ „Wie möchtest du sie denn nennen?“ „Ich wäre für Noelle. Wenn sie schon an Weihnachten zur Welt gekommen ist. Was meinst du?“ „Noelle klingt toll. Und als zweiten Namen sollte sie Alexandra bekommen. Nach Alex, was meinst du?“ Ich schaute ihn verblüfft an. „Das würdest du tun?“ „Natürlich. Ich finde, das fühlt sich richtig an. Noelle Alexandra, ein toller Name, nicht?“ Jetzt liefen mir tatsächlich die Tränen über die Wangen. Noelle Alexandra. Sie hatte meinem Leben die Krone aufgesetzt.
Ich zog meine Kette mit dem Claddagh-Ring über den Kopf und ließ sie auf den Boden fallen. Ich brauchte sie nicht mehr. Alles, was dieser Ring symbolisierte, hatte ich längst in meinem Leben. Das wurde mir klar. Ein Kapitel war vorbei, ein neues begann. Ich freute mich darauf.

Über die Autorin

Nadine Gerber, geboren 1980 in der Schweiz, arbeitet als Journalistin und freie Texterin. Den Traum, eines Tages ein Buch zu schreiben, hatte sie schon als kleines Mädchen – mit ihrem Erstling „Galway Girl“ hat sie sich diesen Traum jetzt erfüllt. Wenn Nadine Gerber nicht schreibt, fotografiert sie leidenschaftlich gerne oder trainiert für einen Triathlon oder Gigathlon. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich.

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