10 Tipps zur Kindererziehung von Josef Althaus
Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich

Mittwoch, 12. November 2014 von Josef Althaus


10 Tipps zur Kindererziehung von Josef Althaus

Autor Josef Althaus gibt zehn interessante Tipps, wie Eltern mit Überforderung, Unsicherheiten und  Herausforderungen umgehen können, damit das Kind und sie selbst nicht darunter leiden.  

  1. Klüger werden ist keine Schande – warum sich Eltern Unsicherheiten in der Erziehung erlauben dürfen.
    Eltern müssen nicht perfekt sein. Das schafft zu viel Kontrolle und ständigen Druck. Und die Kinder wären auf eine reichlich unperfekte Welt mit ihren nicht perfekten Menschen schlecht vorbereitet. Auch bei der Erziehung geht niemand den falschen Weg in böser Absicht, sondern guten Glaubens. Muss nicht eine Richtungsänderung zunächst wie das Aufgeben guter Absichten erscheinen? »Beständigkeit ist oft nur die Furcht, schwach zu erscheinen, wenn man seine Meinung ändert.« (Alberto Moravia)
  2. »Für meine Kinder tu ich alles« – in der Erziehung gibt es auch ein Zuviel des Guten. Wieviel Lob oder Besorgnis verträgt ein Kind?
    Wer jeden Abend fürs Zähneputzen gelobt wird oder für jeden Strich auf dem Papier ein ›Bravo‹ erwarten kann, der darf skeptisch werden.
    Und eine besondere Besorgnis sagt dem Kind, »ich bin jemand, um den man sich Sorgen machen muss.«
  3. Wer »Fall mir nicht die Treppe runter!« nachgerufen bekommt, hat größere Chancen zu stolpern: über die Fallstricke der Eltern
    Dem Selbstvertrauen eines Kindes tut ein ordentlicher Schuss Fremdvertrauen, besonders von seinen Eltern, immer gut. Selbstverständliches bedarf dabei nicht vieler Worte. Je mehr Worte gemacht werden, umso weniger versteht sich eine Sache von selbst. Die Ängstlichkeit der Eltern (»mir!«) führt beim Kind zur Befangenheit, die Befangenheit zum Stolperer spätestens auf der letzten Stufe.
  4. Gute Erziehung braucht eine gute Beziehung. Das macht sich mit Lachen und nicht mit Predigen und Schimpfen bemerkbar.
    »Wenn Menschen Liebe gepredigt wird, lernen sie nicht lieben, sondern predigen.« (Alice Miller) Lachen ist das schönste Beziehungsangebot und der beste Beziehungsbeweis – das sichtbare Lob. Im Lachen gedeihen die Kinder. Sie hängen an den Augen des Lachenden, nicht an den Lippen des Predigers.
    Wenn Eltern sich Fehler verzeihen und über sich selbst lachen können, dann wird auch den Kindern das Lachen nicht vergehen. Und so können sie selbstbewusst werden.
  5. Will mein Kind mich ärgern? Was Kinder merken, weil sie Gedanken lesen und Gefühle wie Farben sehen können, und was Eltern missverstehen oder noch nicht verstehen.
    Die Klage »Ich muss meinem Kind alles zehnmal sagen!« beweist, dass das Kind bis zehn mitzählen kann. Kinder merken mehr, als Eltern sich träumen lassen. Denn zehnmal sagen bedeutet ihnen, dass es neunmal nicht ernst gemeint war. Kinder können zwischen den Zeilen lesen. Sie riechen den Braten und mögen nichts anbrennen lassen. Ihre Spürnasen sind unbestechlich. Wenn Eltern diesen Spürnasen folgen, werden sie selber zum Entdecker. Und zum Gefährten der Fährtenleser.
  6. Wir haben es immer ganz besonders gut gemeint – warum den Kindern das Normale in der Erziehung besser bekommt.
    Kinder sollten nicht klüger und besser, sondern klug und gut werden. Kompetenzen müssen geweckt und nicht geschaffen werden. Eltern müssen nichts machen, sondern da sein, zugeneigt sein, neugierig auf die Begabungen. Kinder entwickeln sich von innen in der vertrauensvollen Umgebung; misstrauische Stimulation verkleinert den kindlichen Raum. Ansichten lassen Anlagen übersehen. »Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.« (afrikanisches Sprichwort)
  7. Wenn Erklären verklärt wird und nicht immer Klarheit bringt, und warum Kinder dann kleinlaut und sprachlos werden.
    Kinder wollen nicht mehr wissen, als sie verstehen können. Weil sie sich sonst unverständig vorkommen müssen. Denn an ihren Eltern und daran, dass deren Erklärungen angemessen sind, können sie nicht zweifeln. Dann schämen sie sich eben. Das ist pädagogisch wenig wertvoll. Es will oft nur so scheinen. Klare Ansagen bedürfen nicht vieler Worte, pädagogisch wertvoll kann etwas sehr Einsilbiges sein.
    »Im richtigen Ton kann man alles sagen, im falschen gar nichts. Die Kunst ist es, den richtigen Ton zu treffen.« (George Bernard Shaw)
  8. Wenn Mütter nicht mehr zum Kochen kommen – warum ein Laufstall ein Schutzgitter und kein Gefängnis ist
    Kinder, die die Erfahrung machen, dass ihre Mütter aufhören zu kochen, weil sie Aufmerksamkeit und Unterhaltung fordern, werden mit ganz anderen Ansprüchen ins Leben gehen, als es wünschenswert ist. Auch ist der kindliche Raum in Gestalt eines Laufstalles groß genug, wenn kochende Mütter ihr Kind vom Rockzipfel nehmen und die Treppe zu nah ist. Eltern setzen Grenzen durch Handlungen und durch Worte. Sie machen auch deutlich, wo ihre eigenen Grenzen sind. Dann heißt es nicht »Lass mich mal fünf Minuten in Ruhe«, sondern viel charmanter »Ich brauche jetzt mal fünf Minuten Ruhe.« Grenzen sind Schutzzäune, keine Gefängnisgitter. Auch Eltern brauchen Schutzzäune und sind dann Vorbilder in Raumgestaltung.
  9. Lieben und lieben lassen – ein Kind muss nicht immer im Mittelpunkt stehen: Das Ehebett ist kein Kinderbett.
    Erwachsene haben auch eigene Bedürfnisse. Eltern dürfen sich abgrenzen, ihren Raum behaupten. So lernt ein Kind, dass ihm, auch wenn es nicht immer im Mittelpunkt steht, nichts abgeht, dass es nicht der Einzige sein muss, nicht der, um den sich alles dreht. Es muss nicht kontrollieren, aufpassen und verhindern, dass andere etwas miteinander haben. Lieben und lieben lassen, leben und leben lassen. So kann es sich in dieser Welt geborgen fühlen, ohne jeden Tag Sorge tragen zu müssen, nicht zu kurz zu kommen.
  10. Herausforderung oder Überforderung? Probleme müssen nicht gemieden, sondern gemeistert werden.
    So viel Hilfe wie nötig, und so wenig wie eben möglich: Wenn etwas gar ohne Hilfe der Eltern gelingt, ohne den Schatten des Vaters, ohne das Soufflieren der Mutter, dann fällt der Sonnenstrahl des Erfolges allein auf das Kind. Und für andere nützlich sein, selbst Helfer sein – welch eine Aufwertung! Der Satz »Ich brauche jetzt mal deine Hilfe« kann Berge versetzen. Mit Samthandschuhen schafft man Mimosen. Zum Zutrauen gehört das Zumuten. Nicht auf dem roten Teppich, sondern auf der grünen Wiese gedeiht das Leben.

Kommentare

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtangaben und müssen ausgefüllt werden.