Wie ein fernes Lied

Wie ein fernes Lied

Roman

Taschenbuch
E-Book

€ 9,99 inkl. MwSt.

Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süße Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...

  • € 9,99 [D], € 10,30 [A]
  • Erschienen am 10.08.2015
  • 544 Seiten, Broschur
  • ISBN: 978-3-492-30613-3
 
 

Leseprobe zu »Wie ein fernes Lied«

Hamburg Juni 1939

1

Die Menschen starrten sie an, als wäre sie nicht ganz bei Trost. Doch Marga tat nichts Unrechtes. Sie liebte nur den Jazz. Musik, die in die Beine ging und den Kopf zudröhnte, bis jeder Gedanke erfüllt war von den Tönen, und den Alltag ausschloss wie hinter einer schalldichten Tür.

Eine Konsequenz daraus war, dass sie sich bei besonderen Gelegenheiten wie Eleanor Powell in den Broadway-Melodie-Filmen kleidete. In dem für sie umgearbeiteten Frack ihres Vaters wirkte Margas schlanke Statur schmaler, fast jungenhaft. Das Schwarz des Anzugs bildete jedoch einen [...]

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Micaela Jary

Micaela Jary

Micaela Jary wurde als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in Hamburg geboren. Sie wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf und arbeitete als Zeitungsredakteurin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Seit vielen Jahren schreibt sie nun erfolgreich Bücher. Sie lebte lange in mehr ...

Medien zu »Wie ein fernes Lied«





Rezensionen und Pressestimmen

Berliner Zeitung am Sonntag


»Micaela Jary verwebt ihre Lieblingsthemen Musik und Zeitgeschichte auf beste Pageturner-Weise.«   

Hörzu


»Geschickt konstruierter, emotionaler Roman rund um die Entwicklung der Swingmusik.«   

Hamburger Wirtschaft


»Man spürt wie intensiv Jary sich mit der NS-Zeit auseinandergesetzt hat.«   

Kommentare zum Buch
1. Ein Lesevergnügen der Extraklasse!
Monika Schulte am 10.10.2015 - 17:52:39

Ein Lesevergnügen der Extraklasse!   Wir schreiben das Jahr 1939. Am Bahnhof umarmt Marga ein letztes Mal ihren Jugendfreund Michael. Er ist Klarinettist und er ist Halbjude. Mit Hilfe einer Band versucht er Deutschland zu verlassen. Wird Marga ihn jemals wiedersehen? Vergessen kann sie ihn nicht, haben sie doch unendliche Stunden gemeinsam in den Hamburger Tanzlokalen verbracht. Als Marga erfährt, dass Michael unter falschem Namen in Paris lebt, will sie unbedingt dorthin. Sie wird Sängerin in Harald Alsens Band und schon bald touren sie durch Dänemark und schließlich geht es auch nach Paris. Immer an ihrer Seite – Harald. Harald, der ihr immer wieder hilft, sie aufrichtet, ihr beisteht.   Dann Paris, 1999. Die junge Pianistin Andrea finanziert sich ihr Studium mit regelmäßigen Auftritten in Hotellobbys. Immer wieder fällt ihr ein älterer Herr auf, der ihrer Musik zu lauschen scheint, doch wer ist er? Als sie ihn ansprechen will, scheint er vor ihr fliehen zu wollen. Der alte Mann gerät in einen Unfall. Andrea fühlt sich schuldig und will Erkundigungen über ihn einziehen. Der Journalist Frank Renner hilft ihr. Bei den Recherchen erfährt sie nicht nur einiges über den alten Herrn, sondern auch über ihre eigene Familiengeschichte.   „Wie ein fernes Lied“ – das ist eine fesselnde und tief bewegende Geschichte. Mit ihrer Erzählkunst schafft es Micaela Jary ein weiteres Mal, mich zu fesseln und zu begeistern. Die Geschichte ist so spannend und auch so authentisch. Sie ist unterhaltsam, geheimnisvoll, unvergesslich. Mit großer erzählerischer Kraft und Einfühlungsvermögen führt uns die Autorin in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Menschen müssen untertauchen, müssen fliehen. Tanz und Musik, alles wird kontrolliert, Nicht-Deutsches wird verboten. Trotz der Schwere dieses Themas ist da eine Leichtigkeit. Micaela Jary lässt Künstler und Musik lebendig werden. Ich „musste“ mir immer wieder die Originalstücke anhören, mir die wahren Künstler der Zeit ansehen. So war ich beim Lesen mittendrin.   Zwei Erzählstränge, zwei unterschiedliche Zeiten und doch sind die Geschichten miteinander verwoben. Es ist eine Geschichte voller Liebe, Verzweiflung und Verlangen. Wunderschön und bewegend. Schon nach den ersten Zeilen des Romans war mir zumute, als würde ich zeitgleich einen Film sehen, so lebendig ist alles, so farbig, so voller Musik.   „Wie ein fernes Lied“ - Ein Lesevergnügen der Extraklasse!

2. Über allem Musik
leseratte1310 am 12.09.2015 - 14:45:24

Die 17-jährige Marga und der Nachbarsjunge Michael Friedländer sind zusammen aufgewachsen. Beide lieben den Swing. Doch 1939 ist diese Musik tabu. Als der Halbjude Michael mit dem Swing-Orchester Bobby Schwan auf Tournee in die Schweiz geht, bietet sich ihm die Möglichkeit, weiter mit seiner Klarinette die geliebte Musik machen zu können und dem Einfluss der Nazis zu entgehen. Beim Abschied auf dem Bahnhof gesteht Michael Marga, dass er sie liebt. Da Marga schon lange in Michael verliebt war, steigert sie sich nun ihre Träume hinein. Als sich ihr die Chance bietet, mit dem Orchester Harry Alsen die Truppen zu unterhalten, sagt sie sofort zu in der Hoffnung Micheal wiederzusehen. In Paris glaubt sie ihn auf der Bühne eines Swing-Clubs entdeckt zu haben, doch schon ist er verschwunden. Wird sie ihn jemals wiedersehen? Andrea Cramer studiert Musik in Paris und verdient ihren Unterhalt als Pianistin in Foyers von Hotels. Ein alter Mann hört ihr mehrfach interessiert zu, doch bevor sie ihn ansprechen kann, ist er verschwunden. Bei einem Konzert mit ihrer Band ist er wieder unter den Zuhörer. Als sie auf ihn zugeht, flüchtet er und es geschieht ein Unfall. Der deutsche Journalist Frank Renner, der in Paris ist, um für eine Reportage über den Swing zu recherchieren, ist bei dem Unfall auch zugegen. Mit Andrea forscht er nach, warum der alte Mann namens Jules Delaborde den Kontakt zu Andrea meidet, obwohl er doch Interesse an ihr zeigt. Diese Geschichte liest sich wunderbar flüssig. Es war wirklich schwer, das Buch zur Seite zu legen. Ich wollte wissen, was diese beiden Handlungsebenen miteinander verbindet. Da ist natürlich die Liebe zum Swing, über den Evelyn Künneke sagte: „Swing! Mehr als nur ein Rhythmus ist das, ein fröhlicher Bazillus, ein Lebensgefühl, Fliegen können, compris? Ich meine, Swing hat man plötzlich im Bauch wie Ella den Blues oder meine Freundin Monica ihr Baby, und das kann man doch auch keinem erklären, oder?“ Doch diese Musik, welche die jungen Leute so lieben, ist unter den Nazis verpönt und dann sogar strikt verboten. So kommt es, dass aus der getanzten Lebensfreude gleichzeitig eine Möglichkeit wurde, sich dem Regime zu verweigern. Die Charaktere sind lebendig und authentisch beschrieben. In Margas Elternhaus spielte Politik keine Rolle und so ist auch für sie Politik kein Thema. Dabei sieht sie in ihrer Naivität die Zeichen der Zeit nicht. So bringt sie mit ihrer Direktheit sich und andere in Gefahr. Mit ihrem impulsiven Verhalten geht sie mir auf die Nerven und doch ist mir nicht unsympathisch, denn sie steht zu den Menschen in ihrem Umfeld. Sie idealisiert ihre Beziehung zu Michael und übersieht dabei, dass sie auch Gefühle für den hilfsbereiten und pragmatischen Harry hat, der sie immer wieder aus prekären Situationen rettet. Die sympathische Andrea Cramer ist vorsichtig bei Beziehungen. Obwohl sie Frank Renner sympathisch findet, hält sie ihn auf Distanz. Micaela Jary ist es wundervoll gelungen die Atmosphäre der damaligen Zeit spürbar zu machen, das schließt das Grauen genauso ein wie das lebhafte Swingen. Ich habe mitgefiebert, mitgehofft und mitgelitten. Immer wieder sind da Situationen und Verbindungen, mit denen ich so nicht rechnete. Ganz besonders das Ende hatte ich so nicht erwartet, doch es war stimmig und hat mich überzeugt. Absolute Leseempfehlung!

3.
Karin am 10.09.2015 - 11:12:08

Eine Zeitreise in die Zeit der Swing-Jugend während des Nazi-Regimes   Hamburg 1939: Die junge Marga muss am Hamburger Bahnhof Abschied von ihrer Jugendliebe Michael nehmen. Sie ist mit ihm aufgewachsen und schon lange heimlich in den jüdischen Klarinettisten verliebt, durch den sie den Swing und die Swingjugend der 1930er Jahre kennengelernt hat. Auch wenn die politische Lage Michael zur Emigration zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Indem sie ihren großen Traum als Sängerin verfolgt, hofft sie auf ein Wiedersehen mit Michael.   Paris 1999: die junge Studentin Andrea Cramer verdient sich mit Klavierspielen in Hotels nebenher etwas dazu, dabei fällt ihr ein älterer Mann auf, der interessiert ihrem Spiel lauscht. Als sie ihn ansprechen möchte, läuft er davon und es kommt zu einem tragischen Unfall.   Das neue Buch von Micaela Jary entführte mich in eine Episode der Nazizeit, die mir bisher völlig unbekannt war: ich wusste bisher nichts von der Swing-Jugend, die als oppositionelle Jugendkultur im Nationalsozialismus aufgetreten ist. Umso spannender war es für mich, in diese Thematik und den Swing der damaligen Zeit abzutauchen.   Das Buch wechselt immer zwischen zwei Zeitebenen, die Querverweise zwischen ihnen sind der Autorin sehr gut gelungen.   Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, welche Wendung das Buch nehmen und wie es für die Protagonisten ausgehen wird. Das Ende fand ich stimmig und hat mir sehr gut gefallen.   Marga Maibach ist eine Figur, die es dem Leser und ihren Mitmenschen nicht immer leicht macht. Sie ist unsterblich verliebt in Michael und diese Liebe wird über die lange Zeit, die sie von ihm getrennt ist, beinahe zur Obsession, über die sie manches Mal den Blick auf ihre wirklichen Freunde verliert. Teilweise agiert sie sehr impulsiv und unüberlegt und bringt damit ihre Umwelt in Gefahr.   Für die Politik interessiert sie sich nur wenig, für sie steht die Musik und Michael an erster Stelle. Was ich an ihr aber toll finde, dass sie die Ideologie der Nazis völlig ablehnt, allerdings lässt es sich nicht vermeiden, dass sie als Orchestersängerin immer wieder mit Parteifunktionären zusammentrifft.   Außerdem ist sie hoffnungslos naiv-romantisch, was mich öfters zum grinsen gebracht hat, wenn sich dann ihre Vorstellungen so ganz anders erfüllen. Sie hat Glück, dass sie einen sehr guten Freund an ihrer Seite hat, der ihr immer wieder aus der Patsche hilft und der, wie bald klar wird, mehr für Marga empfindet als nur Freundschaft. Leicht hat er es nicht mit Marga, die aufgrund ihrer Besessenheit für Michael ihn nicht immer so zu schätzen weiß, wie er es verdient hätte.   Aber gerade, weil die Figur der Marga so reizt und nicht perfekt ist, finde ich sie besonders gut gelungen.   Ein tolles Buch, das mich mit viel Swing zwischen den Zeilen in die damalige Zeit entführt hat.

4. Ein ganz besonderes Buch, ich kann es sehr empfehlen...
http://mundolibris.blogspot.de am 22.08.2015 - 12:01:27

Wie ein fernes Lied“ ist ganz großes Kino. Es ist ein Buch welches die Liebe, die Hoffnung, aber auch die Verzweiflung der Jugend der damaligen Zeit wirklich toll zeichnet. Es ist ein Buch über eine Generation, die durch eine Diktatur und den zweiten Weltkrieg gezeichnet ist, einer Generation die eigentlich nur eines wollte-Leben! Micaela Jary ist es mit diesem Buch gelungen den Opfern der NS-Diktatur ein Denkmal zu setzen, den vielen jungen Menschen die nichts anderes wollten wie viele andere junge Menschen zu jeder Zeit. Sie wollten Spaß haben, ihre Musik hören und selbst machen und nicht zu Letzt wollten sie lieben wen sie wollten und nicht den, den die Rassengesetze im Dritten Reich vorschrieben.   Zwischen den Zeilen kann man das Buch vielleicht auch als eine Hommage an ihren Vater den Musiker Michael Jary verstehen. Ist es doch die Zeit in der er als junger Musiker ebenfalls den Repressalien der Zeit ausgesetzt war. Und wer weiss, vielleicht ist Michael aus der Story irgendwo auch Micaela Jarys Vater.   (Edit: Die werte Micaela hat mich aufgeklärt, dass ich nicht ganz richtig gelegen habe. Der Michaela entspricht eher dem jungen Helmut Zacharias und bei Harry Alsen handelt es sich mehr um Michael Jary, zwei großartige Musiker)   Die Figuren des Buches sind wirklich gut und glaubhaft beschrieben, so dass sie einem sehr lebendig vorkamen. Es war für mich fast wie eine Rückkehr zu meinen Onkels und Tanten und auch zu meiner Großmutter, wenn sie ihre Geschichten aus der damaligen Zeit zum Besten gaben. Damals wie heute mit diesem Buch, hat mich die Story wieder sehr nachdenklich zurückgelassen. Die Protagonistin Marga beweist die Kraft der Liebe, die sie nicht zweifeln ließ trotz der Entfernung von ihrer Liebe dem Klarinettisten Michael. Über die Wirren des Krieges hinweg gibt sie nie die Hoffnung auf… … aber genug von der Story, da möchte ich nicht zu viel verraten. Lest es selbst, es lohnt sich auf jeden Fall. Es ist der Autorin ebenfalls gelungen die Stimmung und Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Die Schauplätze sind ebenfalls sehr gut beschrieben, so dass gemeinsam mit den Figuren des Buch das ganze wie ein bunter Kinofilm vor meinem inneren Auge ablief. Es war für mich ein Buch, das mich gänzlich in seine Welt gezogen hat, so sehr, dass ich kaum ansprechbar war während der Lektüre. Für mich sind das mehr als verdiente 5 von 5 Sternen sowie eine Leseempfehlung für das Buch.

5. Wie ein fernes Lied
Raimund Gaebelein am 17.08.2015 - 18:13:54

die Ängste und Eindrücke der Flucht und Verfolgung rücken uns heute 70 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus mit den angstmachenden Szenen der Flüchtenden im Mittelmeer wieder bedrohlich näher

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