News: Am Mittwoch, 10. April 2013 von Piper Verlag

Der PIPER-Buchtipp

Franziska Schramm, Volontärin im Lektorat Belletristik Hardcover über »Silo«:

»Ich will hier raus« – das ist der Satz, mit dem man im Silo sein eigenes Todesurteil fällt. Als Sheriff Holston diese Worte ausspricht, weiß er, was passieren wird: Er wird das unterirdische Gebäude, sein Zuhause, verlassen müssen. Er wird an die Erdoberfläche geschickt werden, wo er die Linsen der Überwachungskameras reinigen muss – die Linsen, die die Umgebung des Silos filmen und ein Bild des Schreckens zeigen: Die Erde ist verwüstet, toxische Winde wirbeln Staub auf, am Horizont sind die Überreste einer Geisterstadt zu sehen. Kein Mensch kann in dieser Umwelt leben und auch Holston wird, trotz Sicherheitsanzug, nur wenige Minuten Zeit haben, bevor sein Körper zerfällt.

Doch sein Tod erscheint Holston weitaus erträglicher als das, was ihn quält: Seine Frau hat drei Jahre zuvor das Silo verlassen. Sie ging mit der Hoffnung, dass das, was alle Bewohner des Silos von Kindesbeinen an lernen, eine große Lüge ist. Dass die Monitore ein falsches Bild von der Wirklichkeit draußen zeigen, dass die Dinge viel besser sind, als man die Menschen glauben lässt. War Holstons Frau verrückt? Oder ist sie bei ihren Recherchen tatsächlich auf ein Geheimnis gestoßen?Auch in Holston keimt die Idee, dass ein Leben an der Erdoberfläche vielleicht möglich ist.

Holstons Sehnsucht nach einem Draußen und Anderswo ist nur verständlich, denn die Atmosphäre im perfekt organisierten, streng hierarchisch gegliederten Silo ist beklemmend: Der Blick kann nie weiter schweifen als bis zur nächsten Wand, das Licht ist künstlich, ebenso wie der Sauerstoff, der in die engen Gänge gepumpt wird. Nur über Wendeltreppen gelangt man von einem Stockwerk zum anderen, von ganz oben bis nach unten benötigt man mehrere Tage. Mit Verwandten und Freunden zu kommunizieren ist mühsam – ist vielleicht sogar jemand daran interessiert, dass die Silobewohner separiert sind und sich nicht verbünden können?

Als Hugh Howey begann, die Welt des Silos zu beschreiben, war noch nicht abzusehen, dass sich daraus ein Roman entwickeln würde. Howey veröffentlichte eine Kurzgeschichte als E-Book auf Amazon und war überrascht über das positive Feedback seiner Leserinnen und Leser. Auf ihren Wunsch hin schreibt er weiter - so entstanden nach und nach vier Teile eines Endzeitthrillers, für den Holstons Entscheidung nur der Auftakt darstellt. Denn im Silo beginnt es zu gären…

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