Buchblog: Am Dienstag, 06. Dezember 2016 von Piper Verlag / Christoph Rehage


»Die Idee zu diesem Buch entstand, als ich einmal in München auf dem Marienplatz eine chinesische Reisegruppe beobachtete.

Ich freute mich über sie. Über ihre Eigenarten, ihre Gespräche, ihre Begeisterung, und auch über ihr eifriges Herumgeknipse vor dem Rathausgebäude.

Und während ich mich umblickte und bemerkte, wie der Rest der Leute an diesen Reisenden aus der Ferne vorbeilief, fragte ich mich, was in ihnen wohl vorgehen mochte.

Hatte sich die Reise aus China für sie gelohnt?
Warum waren sie ausgerechnet nach Europa gekommen?
Was hatten sie unterwegs vielleicht als enttäuschend empfunden, und was war besonders toll für sie?

Da kam mir eine Idee.

Ich ging zu meinem Verlag und erzählte ihnen davon: ich würde eine chinesische Reisegruppe finden, in Beijing, und ich würde mich dort anmelden und eine Europareise mit ihnen unternehmen, als normaler, zahlender Teilnehmer. Ich würde alles das sehen, was meine chinesischen Mitreisenden sahen, alles photographieren, was sie photographierten, alles essen, was sie aßen, und ich würde versuchen, sie dabei ein bisschen besser kennenzulernen.

Dann würde ich ein Buch schreiben, und wenn jemand es las und sich danach das nächste Mal ein bisschen freute, wenn er oder sie einer chinesischen Reisegruppe begegnete, dann würde ich froh sein.


"Neuschweinstein" ist die Geschichte davon, wie ich einen Trip durch Europa mit einer chinesischen Reisegruppe unternahm. Ich wollte herausfinden, wie es für sie war, durch diesen Kontinent zu reisen, der mein Zuhause war. Was waren ihre Hoffnungen, welche Dinge fanden sie überraschend, und was enttäuschte sie unterwegs?

Ich brauchte ein bisschen, um eine Gruppe zu finden, doch als ich sie hatte, stellten sie sich als super heraus. Eine sehr charmante Truppe. Wir hüpften in unseren Tourbus und fuhren überall herum, und wir machten Bilder und guckten uns Dinge an in Deutschland, Italien, der Schweiz und Frankreich. Aber nicht nur da! Etwas, das wir besonders toll fanden, war die Tatsache, dass wir für ein vier-Länder-Paket bezahlt hatten, jedoch sechs Länder zu sehen bekamen – wenn man eine Tankstelle in Österreich und den Vatikan in Rom mitzählte. Ist das nicht großartig?

Es war großartig.

Als unser Trip vorbei war, wartete ich ein bisschen, dann fuhr ich nach China, um die anderen Gruppenmitglieder zu besuchen und mit ihnen zu sprechen Und natürlich fand ich heraus, dass es eigentlich gar nicht so sehr um Venedig oder den Eiffelturm ging.

Sondern um sie, meine Mitreisenden, und um ihre Geschichten.«


Christoph Rehage, Jahrgang 1981, verbrachte nach seinem Abitur ein Jahr in Paris, wo er unter anderem als Pommesmann bei McDonald’s und als Sicherheitsmann im Louvre arbeitete. Nach einer spontanen Wanderung durch Europa begann er, in München Sinologie zu studieren und verbrachte zwei Studienjahre in Peking, dem Ausgangspunkt seines bisher »längsten Weges« nach Hause. 2012 erschien sein Buch zur Reise unter dem Titel »The longest Way« bei Malik sowie der Bildband »China zu Fuß« bei National Geographic. Er wurde mit dem Globetrotter Reisebuchpreis und dem ITB-BuchAward ausgezeichnet.

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Schreiben & Reisen: FAQs an den Reiseblogger Christoph Rehage

10 Millionen Zuschauer verfolgten Christoph Rehages Videos über seinen Weg zu Fuß durch China auf YouTube und Vimeo. Sein Buch erzählt die ganze Geschichte und wurde mit dem renommierten ITB BookAward und dem Globetrotter Reisebuchpreis ...

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