Mir gefällt die Idee, dass im Reich der Fantasie alles möglich ist


 

 

 

Jasmin Rollmann über ihren Fantasyroman »Die Chroniken von Maldea«

Jasmine Rollmann
© Foto-Atelier Scheib (Groß-Umstadt)

 

Gerade ist Ihr Debütroman »Die Chroniken von Maldea« erschienen. Wie sind Sie überhaupt zum Schreiben gekommen?

Ich habe mir schon immer gern Geschichten für meine jüngeren Geschwister ausgedacht. Daraus ist dann nach und nach eine Leidenschaft geworden, die darin gemündet hat, dass ich auch längere und komplexere Geschichten entwickelt habe. Diese habe ich schließlich zu Papier gebracht. So wurde mir das Schreiben während meiner Schulzeit zu einer willkommenen Abwechslung und zu einem Tor in eine andere Welt, das mir half aus dem monotonen und manchmal eher langweiligen Schulalltag auszubrechen.

 

Was fasziniert Sie besonders am Fantasygenre? Lesen Sie privat auch am liebsten Fantasybücher?

Mir gefällt die Idee, dass im Reich der Fantasie alles möglich ist. Es gibt keine Grenzen – nur die der eigenen Vorstellungskraft. Wenn ich nicht gerade selbst schreibe, nehme ich gern ein Buch in die Hand, welches aber nicht zwingend aus dem Fantasygenre stammen muss. Mir ist bei der Wahl meiner Literatur vor allem der Schreibstil der Autorinnen und Autoren wichtig und wie ‚echt‘ bzw. glaubwürdig die Personen und Handlungen in den Romanen beschrieben werden. So lese ich zum Beispiel neben High-Fantasy auch historische Romane (z.B. Rebecca Gablé) oder gegenwartsbezogene Literatur (z.B. Andreas Eschbach).

 

 

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Buch gekommen?

Am Anfang gab es nur die paar schön klingenden Zeilen derjenigen Prophezeiung, die nun am Beginn meines Romans steht. Aus diesen Zeilen hat sich der Rest nach und nach ergeben. Sie waren mein roter Faden. Der Grund für die mittelalterlich anmutende Szenerie und dafür, dass in der Geschichte Drachen und Elben vorkommen, ist wohl meine Vorliebe für klassische High-Fantasy. Auch das Alter meiner Protagonisten ist nicht ganz zufällig, da die Hauptpersonen ein ähnliches Alter haben wie ich es hatte, als ich angefangen habe das Buch zu schreiben. Denn ich wollte die Empfindungen meiner Charaktere, möglichst authentisch darstellen.

 

 

 

Die Hauptperson in Ihrem Roman ist Elias – ein Mensch, der zugleich der letzte Drache seiner Zeit ist. Sind Drachen Ihre Lieblingsgeschöpfe in der Fantasy bzw. haben Sie einen Lieblingsdrachen, der evtl. die Figur des Elias‘ auch beeinflusst hat?

Ich glaube, Drachen haben mich schon immer fasziniert: Sie sind weise und gefährlich zugleich. Der erste Drache, der mich begeistert hat, war Fuchur aus Michael Endes Klassiker »Die unendliche Geschichte«. Vielleicht mag ich deswegen bis heute keine Geschichten mit ‚bösen‘ Drachen, da ich sie mir lieber als sanftmütige Geschöpfe vorstelle. Wenn man es so betrachtet, könnte also der gutmütige Glücksdrache Fuchur einer der Drachen sein, die mich mitunter zu dem Drachen Feuerprinz in meinem Roman inspiriert haben – auch wenn Fuchur wohl mehr eine Art Kuschelhund im Vergleich zu Elias ist. Andere Drachen entsprechen da vielleicht schon eher dem Profil. So zum Beispiel Saphira aus »Eragon« von Christopher Paolini. Beim Schreiben selbst hatte ich jedoch kein konkret gewähltes Vorbild. Der Feuerprinz ist wohl ein Mischling aus verschiedenen Drachen der Fantasy und hat dabei die Besonderheit, nicht nur Drache, sondern zugleich auch Mensch zu sein.

 

Der menschliche und der Drachenanteil in Elias sind im Roman als blaue Fäden (»Schlieren«) und rote Flammen dargestellt, die den Kern von Elias‘ Seele bilden. Die Flammen kann man natürlich vom feuerspeienden Drachen ableiten, aber wie sind Sie auf die Symbolik mit den blauen Fäden gekommen?

Bei dem Gedanken an Elias' menschliche Seite, wollte ich vor allem folgenden Punkt hervorheben: Im Vergleich zu Drachen wirken Menschen auf den ersten Blick körperlich und geistig schwach. Aber sie besitzen auf emotionaler Ebene ganz eigene Qualitäten, die die Drachen in dieser Form nicht haben. Ich wollte also diese Gegensätzlichkeit anhand des Komplementärkontrasts von wildem rotem Drachenfeuer und zarten blauen Fäden (»Schlieren«) darstellen.

 

Ist Ihnen einer Ihrer Charaktere besonders ans Herz gewachsen?

Natürlich hat es einen tieferen Grund, dass Elias der Hauptcharakter ist. Vielleicht könnte ich mich also dazu hinreißen lassen, Elias dadurch, dass er den Kern der Erzählung bildet, einen besonderen Stellenwert für mich zuzuordnen. Aber vom Gefühl her habe ich auch alle anderen Charaktere im Laufe des Schreibprozesses sehr lieb gewonnen. Jeder hat sich nach und nach in meinem Kopf zu einer beinahe realen Person entwickelt und hat in gewisser Weise angefangen, auf dem Papier ‚lebendig‘ zu werden.

Elias »Chroniken von Maldea«
Skizze von Elias aus »Die Chroniken von Maldea«
Feuerprinz »Chroniken von Maldea«
Der Feuerprinz aus »Die Chroniken von Maldea«

Sie studieren Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft. Spiegelt sich das in irgendeiner Weise in den »Chroniken von Maldea« wider?

Da ich das Buch schon vor meinem Studium so gut wie beendet hatte, spielt wohl nur wenig aus meinen Erfahrungen an der Uni mit hinein. Dennoch zeigt sich mein Interesse für dieses Themengebiet zum Beispiel darin, dass ich für »Die Chroniken von Maldea« eine eigene Glaubenswelt für meine Protagonisten erdacht habe. So beten die Menschen meiner Welt einen Gott namens Aeretorn an, während die Elben und Halbelben an die Naturgeister glauben, die sich aus den vier Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft ableiten lassen. 

 

Was machen Sie als Ausgleich zum Schreiben?

Wenn ich eine Zeit lang viel und intensiv geschrieben habe, genieße ich es, mich wieder unter Leute zu begeben und mich mit meinen Freunden zu treffen. Denn ich liebe Gesellschaft und das Schreiben ist dafür leider nicht so gut geeignet – weil hier Konzentration, Stille und Abgeschiedenheit von Vorteil sind. Außerdem male und zeichne ich in meiner Freizeit sehr gern, spiele Klavier oder Gitarre und gehe für die körperliche Betätigung auch gern mal spazieren, Fahrrad fahren oder schwimmen – und natürlich lese ich viel.

Karte Maldea
Karte der Welt »Maldea«

Jasmin Rollmann wurde 1990 in Freiburg geboren und ist Studentin der Vergleichenden Kultur- und Religionswissenschaft. Schon früh entwickelte die Autorin eine große Leidenschaft für das geschriebene Wort und verfasste zunächst Kurzgeschichten für ihre jüngeren Geschwister, bis sie schließlich mit »Die Chroniken von Maldea« ihren ersten Roman schrieb. Sie genießt das Schreiben als willkommenen Ausgleich zum Studium und liebt es, dabei in ihre selbst erschaffenen Welten einzutauchen.

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