Pressestimmen zum Theaterstück »Terror« von Ferdinand von Schirach


Am 03. Oktober 2015 wurde Ferdinand von Schirachs Theaterstück »Terror« an gleich zwei Spielstätten uraufgeführt: am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus in Frankfurt am Main. An insgesamt knapp zwanzig Orten wird das Stück zu sehen sein, und auch die Filmrechte sind schon vergeben worden.

 

In »Terror« nimmt ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug Kurs auf die Allianz Arena, und Bundeswehrpilot Lars Koch muss entscheiden, ob die Maschine abgeschossen wird oder nicht. Darf zum Wohle vieler das weniger Menschen geopfert werden? Die Zeit läuft, und Lars Koch muss seine Befehle geben. Wird er sie später vor Gericht rechtfertigen können? Und wie wird das Urteil ausfallen?

Besonders an diesem Stück ist, dass es zwei verschiedene Enden hat und das Publikum entscheidet, welches gespielt wird. Die Zuschauer stimmen darüber ab, ob Lars Kochs Entscheidung moralisch gesehen richtig oder falsch war. Doch gibt es in dem Fall überhaupt richtig oder falsch? Hier können Sie einsehen, wie sich das Publikum bisher entschieden hat: http://www.kiepenheuer-medien.de/terror

 

Das Stück ist mit großer Begeisterung von der Presse aufgenommen worden und hat hervorragende Kritiken bekommen.


Pressestimmen

»Ich gehe nicht oft ins Theater. Aber ich wünschte mir mehr solcher Stücke.« Alexander Kluge, Der Spiegel 42/2015

 

»Dies ist schon vor dem ersten Vorhang der Kracher der Saison: TERROR, das Dramendebüt des Erfolgsautors Ferdinand von Schirach« heißt es auf nachtkritik.de. Und Deutschlandradio Kultur meldet ebenfalls am 4. Oktober: »Es ist das Stück der Stunde, ein Erfolg, der schon nicht mehr aufzuhalten ist: True-Crime-Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach hat sein erstes Drama geschrieben und 16 Häuser haben vor, es in dieser Spielzeit aufzuführen. Gewiss hat das auch mit dem Thema zu tun, das sich der Autor gewählt hat und das schwelende Ängste aufgreift und moralische Unsicherheiten unserer Zeit.«

 

Man werde – so Die Zeit vom 8. Oktober – im Theater künftig öfter über Zahlen sprechen. »In Berlin 255 gegen 207. In Frankfurt: 240 gegen 230.« Und die Zahlen werde man »mit den Summen vergleichen, die in anderen Städten herauskamen«. »Denn das Stück, von dem hier die Rede ist, wird für Furore sorgen, unter anderem deshalb, weil es sein Publikum spaltet.« TERROR – so Die Zeit – schaffe Mehrheiten und Minderheiten, ein Patt sei nicht vorgesehen. »Knapp wird die Sache immer ausgehen. Es ist ein Kampf um Nuancen, aber auch ein Kampf ums Leben.«

 

Auch die Kölner Kollegen beim Deutschlandfunk bezeichnen TERROR als ein »bemerkenswertes Debüt«, denn Ferdinand von Schirachs erstes Theaterstück »hatte gleichzeitig in zwei Städten Premiere, insgesamt 16 Bühnen präsentieren es. Und es ist ein Stück mit zwei Enden, bei dem das Publikum entscheidet, welches gespielt wird.«

 

Durch die Entscheidung, die das Publikum zu treffen hat, komme man »bald in die Bredouille und moralisch ins Dilemma«, so Spiegel online. Denn: »Vertrackte Rechnungen werden aufgemacht, Argumente und Gegenargumente ausgetauscht: Größenordnungen, Zeitfaktoren, Relativierungen, Alternativen (hätte das Stadion rechtzeitig evakuiert, hätten die Highjacker von Passagieren und Crew überwältigt werden können?). Es raubt einem den letzten Nerv. Das ist der Trick.«

 

»In der Frankfurter Version von TERROR steht nun Ferdinand von Schirachs genialisch sachliche, fast karge Sprache im Mittelpunkt und vor allem: der Sachverhalt, die zwischen theoretischer Rechtsphilosophie und konkreter Debatte schwebende Frage danach, ob es trotz der Verfassungswidrigkeit richtig oder falsch ist, 164 Leben gegen das von 70.000 zu opfern. Und so zurückhaltend und überraschungslos diese Regie auch ist, sie steigert unweigerlich die Spannung zum Ende hin – wie entscheidet das Publikum?« Die deutsche Bühne, 04.10.2015

 

»Oliver Reese inszeniert das Stück in seiner formalen Strenge und verzichtet auf jedweden Firlefanz. Wie im Stück vorgesehen, entscheiden die Zuschauer, ob der Soldat freigesprochen wird oder nicht. Mit kleinen Abstimmungsgeräten ausgestattet, spielen sie das Schwurgericht und sprechen Recht, oder das, was sie dafür halten. Die Frankfurter plädierten mit knapper Mehrheit dafür, den Soldaten Lars Koch frei zu sprechen. Die Diskussion über das Urteil ist mit dem Schlussapplaus aber noch längst nicht abgeschlossen.

Dass so ein Gerichtsverfahren ähnlich wie ein Theaterstück funktioniere, weil man den Fall verbal nachspiele, diesen naheliegenden Gedanken äußert von Schirach selbst in seinem Stück. TERROR basiert auf dramaturgischer Geradlinigkeit und sprachlicher Unaufgeregtheit.« nachtkritk.de, 04.10.2015

 

»Aber seine Genre-Ziele erfüllt »Terror« tadellos. Sachkundig wird die spontane Anwaltschaft für den Angeklagten an ihre juristischen wie moralphilosophischen Belastungsgrenzen geführt, Anleihen bei Immanuel Kant inklusive: ein Gedankenexperiment in nüchtern-analytischem Ton (…)« Der Tagesspiegel, 4.10.2015

 

»ein absolut überdenkenswertes moralisches und rechtsphilosophisches Dilemma« Berliner Morgenpost, 04.10.2015

 

»Das ist alles andere als eine dröge Ansammlung von nüchternen Aussagen. Schirach, der sich schon mit seinen Kriminalstorys »Verbrechen« und »Schuld« als Autor einen Namen machte, umreißt auch diesen Fall in einer klaren, fesselnden Sprache, die nicht einen Funken Langeweile aufkommen lässt. Erst recht, wenn man über ein derart brillantes Ensemble verfügen kann, wie Oliver Reese es am Schauspiel Frankfurt zur Verfügung hat.« Giessener Allgemeine, 04.10.2015

 

»Action sieht anders aus. Dass das Stück trotzdem ein gutes Stück ist, liegt an der Trageweite des Themas – und am Mut, Fragen zu stellen, ohne sie selbst zu beantworten. Spätestens bei den Schlussplädoyers geht es um Grundsätzliches: um das Verhältnis von Recht und Moral, die Grenzen des Grundgesetzes und die Frage, ob die Waffen des Rechtsstaats zu stumpf sind angesichts des globalen Terrorismus.« dpa, 04.10.2015

 

»Und obwohl am Ende von TERROR das Publikum abstimmt, mit kleinen Fernbedienungen, um den Piloten Lars Koch entweder ins Gefängnis oder nach Hause zu seiner Frau und seiner Tochter zu schicken, ist der Richtspruch längst gefallen. Wer hier Recht, wer Unrecht hat? Wer für sich die Wahrheit reklamieren kann und wer die Lüge? Immer versagt das Gesetz und gewinnt die Literatur, schließlich sind wir im Theater.« Die Welt, 04.10.2015

 

»Das 1. Theaterstück von Star-Autor Ferdinand von Schirach (51) ist gleich ein Bühnen-Hit (…) Starkes Stück!« Bild, 05.10.2015

 

Die Frankfurter Rundschau kommt zu dem Ergebnis, dass es »bereits so gut wie entschieden« sei, dass TERROR das Stück der Saison sein werde, weil mehr als ein Dutzend weitere Theater für die nächsten Monate eigene Inszenierungen planten. Unwiderstehlich sei »die Zugkraft des Juristen und Bestsellerautors von Schirach, aber auch die Brisanz des Themas.« (…) TERROR rufe nach Klärung, »bevor man sich das nicht mehr bequem im Schauspielhaus bedenken kann, und stellt zugleich in Aussicht, dass Eindeutigkeit nicht zu haben sein wird.«

 

Quelle: Homepage Ferdinand von Schirach

Kommentare zu diesem Blog
1. Topaktuell und faszinierend
Detlef Rüsch am 10.01.2016


Terror: Ein Theaterstück und eine Rede

Terror: Ein Theaterstück und eine Rede
von Ferdinand von Schirach
Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00




5.0 von 5 Sternen Moral, Ethik, Rechtsempfinden, 10. Januar 2016








Rezension bezieht sich auf: Terror: Ein Theaterstück und eine Rede (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch ist DAS Werk für Menschen, die sich mit ethischen Fragestellungen intensiver auseinandersetzen wollen. Es lässt einen Fragen aufwerfen, bisherige Antworten in Frage stellen und zeigt, wie wenig eindeutig Entscheidungen rechtlich und moralisch beantwortet werden können und dennoch müssen.
Mit einem dualen Finale gibt Ferdinand von Schirach keine eindeutigen Antworten und mutet den Lesenden ein persönliches Urteil- und Entscheidungsvermögen zu. Wer dieses Buch liest, wird selbst sein moralisches Handeln, sein ethisches Entscheiden und sein Rechtsempfinden neu justieren. Eine Art Pflichtlektüre für alle gesellschaftlich engagierten und Verantwortung tragenden Menschen und ein unglaublich nahe gehendes Theaterstück, dem eine weite Verbreitung, und ein Buch, dem eine große Leserschaft zu wünschen ist!


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