Buchblog: Am Dienstag, 15. Oktober 2013

Der Aufdecker

OPCOP - die geheime, operative Einheit von Europol ermittelt ihren ersten Fall: Wer sind die Drahtzieher hinter zwei Morden in London? Die Spuren führen nach Krakau, Riga und New York. Es ist ein großes Rätsel, das sich am Ende als ein spektakuläres Verbrechen neuer Dimension entpuppt.

Die schwedische Reichspolizei hat das A-Team aufgelöst. In dem neuen Roman "Gier" erleben wir jetzt ein Team, das aus vielen europäischen Nationen zusammengesetzt ist. Warum?
Arne Dahl: Für mich ist das ein Test. Ich will testen, ob die europäische Idee funktioniert. Können Menschen, die aus so unterschiedlichen Kulturen stammen, zusammenleben und -arbeiten? Zum Beispiel gehört auch die Muslimin Corine Bouhaddi zum Team. Für mich ist die Frage nämlich sehr wichtig, ob es Europa gelingt, andere religiöse Gruppen in seine christlich geprägte Gesellschaft zu integrieren.

Die Mitglieder des aufgelösten A-Teams spielen allerdings wieder eine wichtige Rolle. Warum?
Arne Dahl: Vielleicht weil ich ein Romantiker bin. Es fiel mir schwer, mich von ihnen komplett zu trennen. Da war noch so viel Energie in diesem Team. Gleichzeitig wollte ich einen Neustart wagen. Deswegen habe ich die alte Einheit mit der neuen verschmolzen.

Das neue Team wird gleich mit einem Verbrechen der neuen Dimension konfrontiert ...
Arne Dahl: Das Verbrechen hat sich in den vergangenen 15 Jahren enorm verändert. Es ist auf den ersten Blick nicht mehr so sichtbar. Das sehen wir am Beispiel der Mafia. Sie agiert heute international und streckt wie eine Krake ihre Fühler nach Unternehmen und Banken auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern aus. Dadurch steht auch die Polizeiarbeit vor gigantischen Veränderungen und muss über nationale Grenzen hinaus denken und ermitteln. Diesen Wandel darzustellen, war mir sehr wichtig.

Mehr und mehr scheinen private Organisationen die Arbeit der Polizei zu übernehmen. Ist das eine große Gefahr?
Arne Dahl: Das ist eines der wichtigen Themen in dem Roman: Die staatliche Gewalt der Exekutive droht in private Hände zu fallen. Dieser Trend ist seit der Auflösung des Kommunismus zu bemerken, als ehemalige KGB- oder Stasi-Mitarbeiter Sicherheitsfirmen gründeten. Auch die Amerikaner haben im Irak oder in Afghanistan private Firmen mit militärischen Aufträgen versorgt. Für mich ist dieser Trend, das Outsourcing von Militär und Polizei, eine Bedrohung für unsere Gesellschaft, weil damit die klassische Gewaltenteilung infrage gestellt wird.

Wie kann sich Europa vor diesen Gefahren schützen?
Arne Dahl: Das vereinte Europa hat die Stärke, sich vor diesen Bedrohungen zu schützen. Da bin ich anders als in meinem Roman sehr optimistisch. Entscheidend ist, das Gespür dafür zu entwickeln, dass sich das Verbrechen dramatisch verändert hat und viel gefährlicher sein kann als das klassische Verbrechen.

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