Buchblog: Am Dienstag, 23. Juli 2013

5 Fragen an Joël Dicker

Über das Buch »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«. Ein Interview mit Bestseller-Autor Joël Dicker.

Das Buch erzählt die Geschichte von Marcus Goldman, einem jungen Schriftsteller, der in New York lebt und nach seinem ersten Roman, der ein sehr großer Erfolg war, eine Idee für seinen neuen Roman sucht und nicht wirklich weiß, worüber er sein nächstes Buch schreiben soll. In diesem Augenblick geschieht etwas, was sein Leben auf den Kopf stellen soll: Sein Freund und ehemaliger Universitätsprofessor Harry Quebert wird beschuldigt, dreißig Jahre zuvor ein fünfzehnjähriges Mädchen umgebracht zu haben, dessen vergrabene Leiche neben seinem Haus gefunden wird. Marcus beschließt, nach New Hampshire zu fahren, wo Harry lebt, um Nachforschungen anzustellen und die Unschuld seines Freundes zu beweisen, und auf der Grundlage dieser Nachforschungen wird er seinen nächsten Roman schreiben.

Was bedeutet Ihnen das Buch persönlich?


Was dieses Buch für mich bedeutet? Ich erzähle darin im Grunde genommen die Geschichte eines jungen Mannes meiner Generation, der nach einem Sinn in seinem Leben sucht und der sich trotz allem, was man heutzutage sinngebend nennen könnte – Erfolg, Glück oder was man so als Glück bezeichnet, oder all die anderen äußerlichen Zeichen eines glücklichen Lebens – die Frage stellt: Bin ich im tiefsten Innern wirklich glücklich? Und genau das ist die Frage, die ich mir stellen wollte, weil ich glaube, dass es die Frage ist, die sich die Jugend und die Menschen in meinem Alter heutzutage stellen, nämlich was können wir aus unserem Leben machen? Außerdem war dieses Buch für mich eine in Anführungszeichen „verrückte“ Erfahrung, denn zu einer Zeit, in der ich eigentlich vernünftig sein, meine Arbeit zu Ende bringen und mir einen Job suchen sollte, um solide zu werden, bekam ich dank Bernard de Fallois die Gelegenheit, dieses Buch zu veröffentlichen, und zwar quasi von einem Tag auf den anderen. Das war eine ziemlich gewagte Geschichte, die große Auswirkungen auf mein Leben hatte, worüber ich heute natürlich sehr glücklich bin.“

Was sind Ihre Pläne für Zukunft?


In Zukunft möchte ich mich zunehmend mit einem neuen Buch beschäftigen. Was mich außerordentlich freut, ist die Tatsache, dass ich jetzt mit Ihnen zusammenarbeiten kann, und ich hoffe sehr, dass ich bald ein neues Buch schreiben werde. Mein Job wird es jetzt sein, mich wieder an die Arbeit, also ans Schreiben zu machen, um die Freude aufrechtzuerhalten, die ich beim Schreiben dieses Buchs empfunden habe, denn das habe ich sehr genossen, und ich möchte möglichst bald wieder in der Lage sein, dieses Vergnügen mit Ihnen zu teilen.

Was möchten Sie Ihren Lesern mit auf dem Weg geben?


Ich freue mich natürlich enorm darüber, dass das Buch in Deutschland erscheint. Das ist etwas ganz Besonderes für mich, weil mir die deutschen und selbstverständlich auch die deutsch-schweizerischen Leser sehr am Herzen liegen. Durch sie wird es mir möglich sein, mit meinem Buch mehr oder weniger auch den Rest der Schweiz zu erreichen, denn bis vor kurzem war dieses Buch ja nur den französischsprachigen Schweizern zugänglich. Das ist also sehr wichtig für mich. Deutschland ist ein Land, das ich sehr liebe, und ich freue mich schon darauf, wieder einmal nach Deutschland zu kommen, um über das Buch zu sprechen und es mit anderen zu teilen, und ich glaube, das wird eine sehr aufregende Erfahrung für mich.

Für wen haben Sie das Buch geschrieben?


Für wen ich das Buch geschrieben habe?
Ich habe es für den Leser geschrieben, der ich selbst bin. Ich glaube, ich bin vor allem ein sehr anspruchsvoller und zugleich sehr schwieriger Leser, und ich hatte Lust, ein Buch zu schreiben, das etwas für alle ist und von allen gelesen werden kann: von den anspruchsvollen Lesern ebenso wie von denen, die sich mit dem Lesen schwer tun, und von solchen, die gar nicht gern lesen. Ich glaube, wenn man ein Buch schreibt, denkt man oft nicht so sehr an die, die nicht gern lesen, aber es ist wichtig, auch an sie zu denken, weil auch sie sich für ein Buch interessieren könnten, und deshalb sollte man auch sie ansprechen. Und ich freue mich sehr, denn in den anderen Ausgaben ist es ein Buch geworden, das den Eltern ebenso gefallen hat wie den Kindern und Großeltern, sie alle haben etwas damit anfangen können, der Gewohnheitsleser ebenso wie der Gelegenheitsleser. Alle haben sich irgendwie davon angesprochen gefühlt. Das bewegt und freut mich am meisten, und ich hoffe, dass das auch in Deutschland der Fall sein wird.




Interview mit Bestsellerautor Joël Dicker

Wo schreibt Joël Dicker seine Bücher und wieso meint man beim Lesen, er wäre in den USA zu Hause? Der Bestsellerautor über das Schreiben und seinen lang erwarteten, neuen Roman »Die Geschichte der Baltimores«.

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